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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1936-08-01 · 15 (1.8.1936) · p. Seite 335

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
12 (1936)
Issue
15 (1.8.1936)
Date
1936-08-01
Page
Seite 335 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 15 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 335 Übersee-Wanderung Vereinigte Staaten von Nordamerika Brasilien Argentinien Chile Übrige süd- und zentralamerikanische Länder Südafrika Sonstige überseeische Länder Übertrag: 9 500 4 500 2 000 600 2 000 3 000 400 71000 llllinillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllHUIIIHIllllW 22 000 Die Zahl der Glaubensjuden in Deutschland betrug nach der Volkszählung vom 16. 6. 1933 Die Zahl der Glaubensjuden in Deutschland am I. 4.1936 kann unter Berücksichtigung der gesamten Auswanderung seit dem 1. 2. 1933, die also teilweise schon vor dem Stichtag der Volkszählung erfolgt ist, und der natürlichen Bevölkerungsverminderung durch Sterbeüberschuß auf geschätzt werden. 93 000 499 682 409 000 UnserSommerSchluss Verkauf vom 27. Juli mit 8. August bietet auch Ihnen enorme Vorteile! KOSENFELIIEK Das Fachgeschäft für gute Herrenkleidung Seif 1878 Bayerstrafie 5 Jüdischer Kulturbund in Itay^1*11 Ortsgruppe München Ausstellung Münchner Künstler Die Ausstellung befindet sich im Bibliotheksaal des Gemeindehauses, Herzog-Max-Straße 7/1, und ist täglich von 9—13 und 15—18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist unentgeltlich und wird ausschließlich Mitgliedern des Kulturbundes gegen Vorweis der Mitgliedskarte gestattet. Schluß der Ausstellung Sonntag, den 9. August. Mitteilung an die aktiven Mitglieder des Reichsverbandes der Jüdischen Kulturbünde Herr Reichskulturwalter Hinkel hat unter dem Aktenzeichen SJ. Nr. 723 am 25. Mai 1936 verfügt, daß eine Mitwirkung von Mitgliedern des Reichsverbandes der Jüdischen Kulturbünde an Veranstaltungen des Reichsverbandes nichtarischer Christen untersagt ist. Von dieser Verfügung wird, hiemit Kenntnis gegeben. Klavierabend Bruno Eisner Es ist seltsam, daß ein Künstler wie Bruno Eisner, der seit Dezennien in Deutschland wirkt, in Süddeutschland so wenig bekannt geworden ist. In Berlin, seiner Wahlheimat, zählt er seit vielen Jahren zu den bedeutendsten einheimischen Pianisten, und in vielen Musikzentren des Auslands, vor allem in London, ist sein Name jedem Konzertbesucher geläufig. Aber erst im Vorjahr trat er im Berliner Kulturbund mit beispiellosem Erfolg hervor, und nun, auf der Rückfahrt von einer palästinensischen Konzeftreise, haben wir ihn im Münchner Kulturbund hören können. Die Spielzeit des Kulturbundes gelangte mit diesem Konzert zu einem Abschluß, wie er glanzvoller kaum gedacht werden konnte. Bruno Eisners Klavierspiel bannte vom ersten Augenblick die in großer Zahl erschienenen Hörer, und steigerte ihre Anteilnahme von Werk zu Werk bis zu einem Höhepunkt, der sich wohl in Beifallsstürmen entladen hätte — wenn die Synagoge dies zugelassen hätte. Schon der Vortrag der 32 Variationen in c-moll von Beethoven bewies, daß Bruno Eisner einer von den ganz wenigen ist, die unendlich höher stehen als jene glänzenden Pianisten, die sieggewohnt am Flügel erscheinen, um sich „vernehmen" zu lassen. Still und bescheiden tritt dieser Mann hinter das Werk zurück: da gibt es nicht „Auffassungen", die zu diskutieren sind, keine eigenwillige Formung, die als „subjektive" Gestaltung in Kauf zu nehmen wäre. Man wird bald inne, daß hier ein Künstler am Werke ist, der so spielt wie er muß, selbst ein Instrument der Offenbarung, dem gegenüber man getrost alle „Kritik" zu Hause lassen kann, dem man nur zu lauschen braucht; ein Diener der Kunst und deshalb ihr wahrer Meister. — Klar und einfach, erfüllt von der formenden Kraft des Themas, bauten sich die Variationen auf; nicht anders die A-dur-Sonate op. 101, fern aller Sentimentalität, in prachtvoller Geschlossenheit die Ecksätze und der Marsch, in inniger Versunkenheit der langsame Satz. Ganz anders wieder Schuberts Wanderer-Phantasie, voll leuchtender Farben, Inbegriff romantischer Gefühlswelt, mit unerhörten Steigerungen; unvergeßlich insbesondere die Gewitterszene. Und dann Chopin — stilistisch so echt, wie man ihn noch selten gehört hat; die b-moll Sonate frei von allen „hergebrachten" Konzertallüren; der berühmte Trauermarsch kein Salonstückchen, sondern eine Szene voll dramatischer Wucht. Und schließlich einige Konzertstücke Chopins — als hörte man sie zum ersten Male; so die mit kaum zu überbietender Anschlagskunst vorgetragene Nocturne, die Etüde, die einen Begriff gab von der stupenden Technik, über die Eisner verfügt, und als Höhepunkt die As-dur Polonaise. Im ganzen — ein Abend, erschütternd und beglückend zugleich, ein künstlerisches Erlebnis, wie wir es in dieser Zeit Altbewährte erstklassige Qualitäten von TUCH"STARK im SoHanetrStkßufi-yetkMlf: Montag, 27. Juli mit 8. August eine willkommene Gelegenheit, tadellose Anzug«, ManfeU u. Kostümstoffe zu wesentlich herabgesetzten H^tatk&(^.tmMkehHaä^ati5 Gegründet 1882 Fernruf 13309

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