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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1936-07-15 · 14 (15.7.1936) · p. Seite 312

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
12 (1936)
Issue
14 (15.7.1936)
Date
1936-07-15
Page
Seite 312 (sequence 6)
Language
German
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312 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 14 Alle Artikel des täglichen Bedarfs gut und billig Am 27. 2. 45 wurde endlich ein Kollekte im Königreich Bayern genehmigt, doch war ihr Erfolg nicht beträchtlich. Deshalb beschloß der Stadtrat in Rücksicht auf die geringe Leistungsfähigkeit der 44 Familien (210 Seelen), welche 1847 gezählt wurden, am 23. 10. 48, zum Bau der Synagoge 500 fl. zu bewilligen und dafür die Zahlung der 25 fl. zur Miete des Schullokals einzustellen. Isaac Rubel hatte einen geeigneten Platz, Salzstraße 8, zur Verfügung gestellt. Auf ihm wurde die Synagoge erbaut, daneben ein Garten angelegt und hinter diesem eine rituelle Badeanstalt eingerichtet. Das Hauptgebäude steht noch heute und ist zu Wohnräumen umgebaut; seine Fensterfront läßt noch deutlich die ursprüngliche Bestimmung des Hauses erkennen. Doch konnte auch dieses Gotteshaus nicht lange den Anforderungen genügen, da die Gemeinde sich stark vermehrte. Ihre Seelenzahl beitrug 1880 mehr als 600. Da traten der Bezirksrabbiner Dr. Wilhelm Landsberg, welcher dem am 27. 6. 79 verstorbenen Rabbiner Seligmann gefolgt war, und der erste Vorsteher der Gemeinde Bankier Joseph Kehr für den sofortigen Bau einer Synagoge ein. Ein Grundkapital war bereits angesammelt, durch eine Lotterie wurde noch eine größere Summe aufgebracht und sc konnte man dem Architekten Ludwig Levy aus Karlsruhe den Bau der Synagoge auf dem freien Platze an der Frühlingsstraße (wie damals die Louisenstraße hieß) übertragen. Am 20. 10. 83 wurde nach sehr schwierigen Fundamentierungsarbeiten der Grundstein in Gegenwart von Vertretern der Regierung," der Stadt und der andersgläubigen Geistlichkeit gelegt. Die Einweihung des mit einem Kostenaufwand von 200 000 RM. hergestellten monumentalen Baues in maurisch-byzantinischem Stil aus roten und weißen Hausteinen fand am 26. Februar 1886 statt. Es war ein Festtag für die ganze Stadt, wie der reiche Flaggenschmuck bewies. Diese Synagoge, welche durch ihre fünf Kuppeln, deren mittlere 30 m hoch, weithin sichtbar ist, darf mit Recht als eines der schönsten Gebäude, ja als ein Schmuck der Stadt bezeichnet werden. Sie zeugt, wie es in den damaligen Zeitungsberichten heißt, sowohl von dem Opfersinn der Juden für ihre Religion als auch von ihrem Bestreben, Kaiserslautern Ehre zu bereiten. — Im Innern der Synagoge befindet sich eine Gedenktafel mit den Namen von 12 im Weltkriege gefallenen Heldensöhnen aus der Gemeinde. Die Seelenzahl der Gemeinde stieg bis 1925 auf 744 und ist jetzt (am 1. Juli 1936) auf 495 wieder herabgesunken. M. SILBE RTHA1J & CO. KAUFINGERSTRASSE 10 Das Haus für hübsche Geschenke in Uhren Sehmuck Silherwaren Kultusgeräte Anmerkungen : I Cod. de Rossi Nr. 1274 und Cat. Lips. 295; s. Zunz Literaturgesch. d. synagogalen Poesie; Seite 294 und 510. Der an der letzteren Stelle unter den Dichtern des 14. bis 16. Jahrhundert aufgeführte Menachem de Lutra ist mit dem auf Seite 294 ff. behandelten identisch; vgl. vor allem Germania Judaica S. 139. s Nach dem Berichte des Herrn Simon Becker aus der Marktstraße, neben dessen Hause die Judengasse einst gelegen war. 3 H. Schreibmüller, Pfälzer Reichsministerialien, Seite 93 Anm. 11 meint: „Der Posten ist zwar gestrichen, offenbar'weil die Abgabe in diesem Jahre aus irgend einem Grunde nicht gezahlt wurde, beweist aber nichts destoweniger den Aufenthalt der Juden daselbst." In Anbetracht, daß die jüdische Bevölkerung damals sehr fluktuierend war, ist diese Folgerung nicht von der Hand zu weisen; aber überzeugend ist sie nicht. 4 Sitzungsber. d. Wiener Akademie 1854, Seite 72. 5 Karl Lamprecht, Deutsches Wirtschaftsleben im M.-A. III. Quellensammlung, Seite 189. 6 Adolf Koch und Jakob Wille, Regesten der Pfalzgrafen am Rhein Nr. 4507. 7 Ibid. Nr. 4784. 8 Ibid. Nr. 5196. 9 J. Küchler, Chronik der Stadt Kaiserslautern, Seite 497. 10 Ibid. Seite 514, 516 f. II Seite 755. 12 Seite 488, 496 f., 503 f. 13 Seite .659. 14 Seite 78. 274. 15 Seite 469. 10 Seite 373, 510, 514, 551, 556, 561, 667. 17 Das Folgende nach den Akten bei der Bürgermeisterei Kaiserslautern. RabbinerDr. Baron (Kaiserslautern) Aus der Gemeinde München Sitzungen des Vorstandes und der Gemeindevertretung Die gemeinsame Sitzung von Vorstand und Gemeindevertretung der Israelitischen Kutlusgemeinde M ü n c h e n am 24. Juni, wurde vom Vorsitzenden Rechtsanwalt Dr. Regensteiner mit Worten des Gedenkens für die Opfer der palästinensischen Unruhen eröffnet. Während er der tiefen Erschütterung der Münchener Gesamtgemeinde mit bewegten Worten Ausdruck verlieh, erhob sich die Versammlung zu Ehren der Toten. Als erster Punkt der Tagesordnung wurde die Wahl eines Mitglieds des Gemeinde-Vorstands behandelt. An Stelle des nach Palästina gegangenen Herrn Hermann Rosenthaler wurde auf Vorschlag der orthodoxen Fraktion Herr Felix Feuchtwanger berufen, der vom Vorsitzenden des Gemeindevorstandes, Herrn Oberstlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer, herzlich begrüßt wurde; er zollte ihm besonderen Dank und Anerkennung für seine bisherige Arbeit innerhalb der Kultusgemeinde. Nach Dankesworten Herrn Feuchtwangers erfolgten Ergänzungswahlen zu verschiedenen Ausschüssen. Zum Vorsitzenden des Wahlprüfungsausschusses wählten die Gremien Herrn Karl Bach, zum Vorsitzenden des Ritualausschusses Herrn Justizrat Dr. Feuchtwanger. Dr. Neumeyer ergriff als Gemeindevorsitzender anschließend das Wort zu einem umfassenden allgemeinen Bericht. Er erinnerte mit besonders warmen Worten daran, daß eben ein Vierteljahrhundert vergangen sei, daß der Gemeinderabbiner Dr. Leo B a e r w a 1 d in München wirke. In diesen 25 Jahren wuchs die Bedeutung des Rabbinats ungeahnt. Der Rabbiner hat im deutschen Judentum, das in tiefe Bewegung geraten ist, das Ewige in der Zeit zu leben, er ist der Dolmetsch seiner Hoffnungen. Zum geistigen Repräsentanten und vertrauten Berater der jüdischen Gemeinde wurde der Rabbiner. In hervorragender Weise widmete sich Dr. Baerwald diesen Aufgaben. Der Dank und die Zuneigung der ganzen Gemeinde zeugt vom reichen Erfolg seiner Arbeit. Gemeindevorstand und -Vertretung entboten Herrn Rabbiner Dr. Baerwald aufrichtige Glückwünsche. — Weiterhin gedachte Dr. Neumeyer des 80. Geburtstags von Geheimrat Dr. Frankenburger und des Heimgangs von Justizrat Leo Oppenheimer, der Jahrzehnte hindurch die freiwillige Wohlfahrtsarbeit geführt habe.—

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