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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1936-07-01 · 13 (1.7.1936) · p. Seite 299

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
12 (1936)
Issue
13 (1.7.1936)
Date
1936-07-01
Page
Seite 299 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 13 Bayerische Israelitische Gemeindezeituhg 299 SCHUHHAUS M. FLEISCHMANN MÜNCHEN, THEATINERSTRASSE 17 Spezialität: BALLY-SCHUHE J. Aschheim (Breslau), Betende Juden Aus der Reichsausstellung jüd. Künstler im Berliner jüd. Museum Mensch. Seine ununterbrochene Bemühung bestand darin, den Ausgleich zu scharfen, seine Völker zu einen, das riesige, gärende, unorganisch ererbte Reich zu einem Nationalstaat zu machen. Karl V. verbrauchte sich in der hoffnungslosen Kleinarbeit, in seinen Landen Ordnung zu schaffen. Er spürte die neue Zeit und verschloß sich ihr nicht. Aber so wenig es ihm gelang, sein Weltreich zu einen, so wenig gelang ihm die geplante Kirchenreform, die den Religionsfrieden stiften sollte — so wenig endlich auch die Verwirklichung seines Lebenstraumes: Europa von den Türken zu befreien. Sein Leben war ein heroisches Ringen um den Frieden. Daß er in diesem Ringen unterlag, war nicht seine Schuld: man verstand diesen in sich gekehrten, heldischen Menschen nicht, man konnte diesen letzten Ritter vielleicht nicht mehr verstehen. Die Analyse von Karls Leben und Wirken, die Deutung seines Menschentums durch Walther Tritsch ist über die Aufgabe einer Biographie hinaus ein Schlüssel zum Verständnis des 16. Jahrhunderts. Manfred Sturmann. Ludwig Strauß, Nachtwache. Gedichte 1919—193 3. 188 Seiten Oktav. Kart. RM. 3—, in Leinen RM. 4.50. „Wenn Ludwig Strauß aus seiner Verborgenheit heute stärker profiliert in unser Blickfeld tritt, so liegt das weniger an ihm als an dem Wendepunkt, den die Geistesgeschichte des Judentums in Deutschland genommen hat. Überschaut man sein reiches Lebenswerk, so erkennt man, daß er immer nur auf dem Wege zu sich selber war und das uns neu gestellte Problem des jüdischen Dichtertums deutscher Zunge für sich undoktrinär und vielleicht sogar unbewußt vorbildlich gelöst hat." Mit diesen Worten kennzeichnet Lutz Weltmann den Ort, den Ludwig Strauß im jüdischen Schrifttum deutscher Sprache einnimmt, tf«**^ Nach seiner Auswanderung nach Palästina hat der Dichter in dem vor wenigen Monaten erschienenen Gedichtzyklus „Land Israel" (Bücherei des Schocken-Verlags Nr. 41) das erste Zeugnis seines neuen Schaffens abgelegt: er hat der Entscheidung der Tausende deutscher Juden für Palästina, der Begegnung mit dem altneuen Land, seiner Wirklichkeit und seinem Anspruch gültigen dichterischen Ausdruck verliehen. Der im Jahre 1933 erschienene Band „Nachtwache", das bisherige Hauptwerk von Ludwig Strauß, umfaßt demgegenüber sein lyrisches Schaffen aus den fünfzehn der Ubersiedlung vorangehenden Jahren. Es zeigt einen Dichter von selten reiner Sprache und Formgebung, der, an den besten Schöpfungen deutscher Dichtung geschult, sich niemals einer Zeitrichtung verschrieb, nicht nach falscher Popularität und dem Tageserfolg hascht, sondern stets in der mit großem Ernst aufgefaßten Verantwortung seiner dichterischen Sendung verbleibt. Die gebundenen Exemplare des Buches sind vom Autor handschriftlich signiert. Von Ludwig Strauß sind in der „Bücherei des Schocken-Verlags" bisher schon außer dem Gedichtband „Land Israel" und dem Band gesammelter Erzählungen „Die Botschaft" (Nr. 15) noch eine Auswahlübersetzung aus dem jüdisch-deutschen Maaße-Buch „Geschichtenbuch" (Nr. 18) und eine mit reichen Anmerkungen versehene Verdeutschung jüdischer Volkslieder „Jüdische Volkslieder" (Nr. 30) erschienen. Jüdische Mütter. Von Egon Jacobsohn und Leo Hirsch. Berlin (Vortruppverlag) 1935. Diese Veröffentlichung gehört zu den nicht allzu häufigen, die zugleich unterhaltsam und belehren. Sie ist aber auch vor allem in einer Zeit, in welcher Viele mit gutem Willen, aber oft schwachen Kräften sich wieder besinnen, sehr geeignet, jüdische Werte nahe zu bringen, auf dem zugänglichsten Gebiet, dem des Heims, der Familie, der Mütterlichkeit. Worte, die innersten Gehalt des Judentums darstellen, aber durch Materialismus, Not und einseitigbündlerische Einstellung bedroht waren und sind. Das Thema ist also überaus glücklich gewählt. Geglückt ist vor allem das Anschaulichmachen durch gute Beispiele und die Schlichtheit der Darstellung. Im einleitenden Kapitel wird darauf hingewiesen, daß für den Juden ein Madonnenkult unmöglich ist, verehrt er doch in der Mütterlichkeit die erdstarke, warmlebendige, den Alltag heiligende Kraft. Die Steigerung vom Animalisch-egozentrischen bis zur höchsten Reife hehrsten Menschentums und vergeistigter Mütterlichkeit wird an charakteristischen Beispielen dem Leser zum Bewußtsein gebracht. Freilich tritt bei der Schilderung der Mütter meist der Sohn so in den Vordergrund, daß sie darüber fast vergessen wird. Aber das liegt zum großen Teile daran, daß restlose Hingabe, schöpferischer Aktivität gegenüber, nicht leicht in ihrem wahren Werte erkennbar ist. Auch entspricht der Betonung des Spezielljüdischen in der Mütterlichkeit am Anfang des Buches nicht völlig der Inhalt der Lebensbilder der einzelnen Mütter. Bei der Glückel von Hameln existiert noch eine ungebrochene jüdische Sphäre und sie selbst steht im Mittelpunkt, nicht verdunkelt durch die Persönlichkeit der Kinder. Auch Gudula Rotschild bildet das Zentrum, und das Jüdische versteht sich bei ihr von selbst. Schon anders liegt es bei der Mutter der Emanzipation, bei Frumet Mendelss o h n, bei der das Jüdische nicht mehr das Wesentliche bildet und die hauptsächlich als Gattin, nicht als Mutter, geschildert ist, deren Zärtlichkeit allerdings als jüdisch angesprochen werden kann und vor allem als mütterlich in ihrer Fürsorge und guten Beratung, in ihrer Leitung von Haushalt und Geselligkeit Immer gut - nie teuer i MC? BEL-EBENI Schwanthalerstraße 9 nächst Sonnenstraße H Spezialität: Palästina-Möbel MARX Mittag- und Abendtisch SchützenstraBe 6/11 Tel. 529 44, Eingang Luitpoldstraße, 1 Min. v. Hauütbahnh. Behagl., angenehme Räume. Allererste gepflegte Küche.

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