Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 13 (1.7.1936)
- Date
- 1936-07-01
- Page
- Seite 298 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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r298 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 13 Levinger Zigarren haben ihre Stammkunden! S. LEVINGER, Bayerstr. 21 im Höfel Rheinischer Hof Gegr. 1886 Fernsprecher 54897 (beide Nürnberg) abgegeben, so daß hier Kämpfe von außerordentlicher Schärfe mit ausgezeichneter Zeit stattfinden werden. Für den Hochsprung hat Makkabimeister Blank-Hannover zugesagt, welcher den Rekord mit 1.87 m hält.. Für die Wurfwettbewerbe hat Makkabimeister Jakob-Berlin seine Meldung abgegeben. Außerdem kommen Makkabisportler aus Nürnberg, Leipzig, Stuttgart und Regensburg. Unsere Aktiven werden bei dieser Auslese einen schweren Stand haben. Trotzdem hoffen wir, daß sie Leistungen erzielen werden, die sich sehen lassen können. — Am 12. Juli fährt unsere Kampfmannschaft nach Nürnberg zu einem Klubkampf. Wir rechnen damit, daß wir diesen siegreich beenden werden. HANDBALL Unsere Handballer trainieren sehr fleißig und haben am 12. Juli gegen Nürnberg ihr erstes Spiel auszutragen. Es wird sich dabei zeigen, daß unsere erste Mannschaft schon gut eingespielt ist und erwarten wir einen glatten Sieg. FUSSBALL Die erste Fußballmannschaft fährt ebenfalls am 12. Juli nach Nürnberg, um dem dortigen Makkabi das erste Spiel zu liefern. Wir sind sicher, daß jeder sein Bestes geben wird. — Unsere zweite Mannschaft, ist für das Eröffnungsspiel der neuen Sportplatzanlage des Makkabi Regensburg nach Regensburg verpflichtet, und wir wünschen auch dieser Mannschaft einen vollen Erfolg. REITEN Wir haben unter äußerst günstigen Bedingungen für unsere Mitglieder Reitkurse eingerichtet, die unter Leitung eines erfahrenen Lehrers stehen. Zwei Kurse sind bereits voll belegt, weitere Kurse werden eingerichtet. Interessenten wollen sich in unserer Geschäftsstelle. Schlosserstraße 2/1, melden. GERSTLE & LOFFLER G.M.B.H.! München, Weinstr. 3 Gegründet 1877 Das bekannte Haus für Mode und Wäsche ÖÜt-M-. (%i<^^nJkJlßui^ oJtsJL(tt t^auc^t, ^tyCoi^^jsu^Ji-. o^cXu^, Tägliche Ersparnisse durch täglichen Einkauf von Lebensmitteln — Textilien — HaushaltartikeLbei :> KLEINPREISE Nymphenburgerstr. 128 * Tel. 62471 * Lieferung Irei Haus Büdierschau Martin Buber und Franz Rosenzweig: Die Schrift und ihre Verdeutschung. 352 Seiten Oktav. In Leinen RM. 6.—. Berlin (Schocken-Verlag) 1936. Jetzt erst, nach Erscheinen des „Buchs der Preisungen" hat Martin Buber sich entschlossen, Franz Rosenzweigs und seine eigenen zusammenfassenden Äußerungen über die Absichten und Aufgabe der neuen Schriftverdeutschung und somit auch über Wesen und Gestalt der hebräischen Bibel in einem Buche vereinigt zu veröffentlichen. Bereits 1926, im. zweiten Jahr ihrer gemeinsamen Arbeit, haben Buber und Rosenzweig begonnen, sich selber und einer — bestimmten oder unbestimmten — Öffentlichkeit Rechenschaft abzulegen. Rosenzweig hat das von Anfang an in Zeitschriften und Sonderpublikationen getan, Buber fast durchaus nur in Vorträgen, solange Rosenzweig lebte. Erst nach Rosenzweigs Tod ist auch Buber zu ausführlichen schriftlichen Darlegungen übergegangen, deren Reihe hier durch die erstmalige Veröffentlichung überarbeiteter Vortragsstenogramme und einige neuverfaßte Abhandlungen wesentlich erweitert wird. Die nunmehr eingesammelte Ernte derartiger Äußerungen enthält einen erstaunlichen Reichtum an Erkenntnis und Belehrung. Das Buch wird eröffnet durch einen Hinweis auf das Bibelverhältnis und den Bibelzugang des heutigen Menschen. Darauf folgt zunächst, was zum Verständnis der Auffassung einer Einheit der Bibel dienen kann. Erörterungen des gesetzten Ziels, uterstützt durch Betrachtung geschichtlichen und gegenwärtigen Übersetzungswerks, schließen sich an. Auch die Auseinandersetzungen mit Kritikern fehlen nicht, weil der Widerspruch in eigener Weise Klarstellungen fordert und bewirkt. Mit einigen Leitsätzen, die noch einmal sagen, worauf es ankommt, und einem Bericht über die Arbeitsweise der Übersetzer endet der Hauptteil. Ein Anhang umfaßt allerlei illustrative Materie, allgemeiner und besonderer Art. Der Leser dieses Buches wird Zeuge des stetigen Ringens um wirkliche Treue zum Text, einer immer wiederholten ernsthaften Auseinandersetzung mit ihm. Auch dort, wo scheinbar nur von den Grundsätzen der Übersetzung die Rede ist, geht es in Wirklichkeit um den Text der Bibel selbst, zu dem das vorliegende Buch ein unvergleichlich eindringlicher Führer ist. Walther Tritsch: „Karl V." Verlag Julius Kittls Nachf., Leipzig- Mährisch-Ostrau, 1935. Die Geschichtsforschung hat diesen letzten großen Kaiser, der über Deutschland, Burgund, Österreich, Ungarn, die spanischen Erblande und das neuentdeckte Amerika herrschte, lange verkannt. Er galt gemeinhin als der „Verlierer der Erde". Walther Tritsch weist in seiner überaus fleißig gearbeiteten Biographie nach, daß Karl V. nur aus den Problemen seiner Zeit heraus verstanden und gewertet werden kann. Die Dokumente, die über die Persönlichkeit des Kaisers allein Aufschluß geben konnten, waren jahrhundertelang in den Archiven Europas verstreut und verschollen. Erst der Lebensarbeit Karl Brandis, dem es mit seine Mitarbeitern gelang, das gesamte Material zu sichten und zu ordnen, ist es zu danken, daß über den Menschen Karl V. historische Klarheit besteht . Auf diese Forschungsarbeit Brandis stützt sich das Werk von Walther Tritsch. Karl V. lebte zu Ende einer alten und zu Beginn einer neuen Epoche. Will man ihn begreifen, so muß man diese ereignisreichen Dezennien des ausgehenden Mittelalters verstehen. Die Grundpfeiler der mittelalterlichen Welt: Adel und Kirche bestanden wohl noch rechtens, aber daneben begannen die Stürme einer neuen Zeit. Der ständische, in eine Gesellschaftsform eingefügte Mensch war bedroht von dem Einzelmenschen. Es kamen die Aufbegehrer, die an den alten Autoritäten rüttelten. Es gärte unter den Völkern, es gärte gegen Adel und Kirche und Erbrecht und Tradition. Der Mensch, ein neuer Begriff, begann an Gültigkeit zu gewinnen. Luther spaltete die Kirche, eine neue Lehre ersannen sich die Großen jener Zeit. Das Mittelalter hörte mählich auf — die „Neuzeit" brach herein. Zwischen diesen Antipoden wurde Karl V. buchstäblich zerrieben. Daß er ungewöhnlich früh alterte und die Regierungsgeschäfte bereits an der Schwelle der Sechziger auf seinen Sohn übertrug, ist ein Beweis dafür. Karl war ein in den Vorstellungen und Maximen des Mittelalters fest verwurzelter