Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 13 (1.7.1936)
- Date
- 1936-07-01
- Page
- Seite 294 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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£94 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 13 Dr. S. Kanowitz (Tel Aviv) spricht am Mittwoch, den 8. Juli 1936, 20 Uhr 30 im Museums-Saal, Promenadestraße 12 über Schicksalstage in Palästina Der jüdische Jischuw im Kampfe Äls einer der führenden Männer im öffentlichen Leben des Landes, der auch in den Unruhetagen an verantwortlicher Stelle gewirkt hat, wird der Redner ein besonders wirklichkeitsnahes und aufschlußreiches Bild der Ereignisse und ihrer gegenwärtigen und künftigen Auswirkungen geben. Älle Gemeindemitglieder sind herzlich eingeladen. Eintritt: RM. —.'60 und RM. 1.—. Vorverkauf: ZOG, Schlosserstr. 2/1 (T. 53052) und Ewer-Buchhandlung, Ottostr. 2. Ermäßigte Karten für Mitglieder nur in der ZOG. Kategoriekarten für Jugendl. an der Äbendkasse. Zionistische Ortsgruppe München Nächste Abfahrten nach Palästina Die hiesige Vertretung der PALESTINE EXPRESS CO., Berlin, im Reisebüro Carl Bierschenk Nachf., Karlsplatz 3, gibt folgende Abfahrten nach Palästina für die nächsten 4 Wochen ab Triest und Genua bekannt: ab Triest ab Genua Dampfer GALILEA 1. 7. — TEL-AVIV 3.7. — MARCO POLO 4. 7. — GERUSALEMME 8. 7. — ESPERIA — 11. 7. GALILEA 15. 7. — TEL-AVIV 17. 7. — MARCO POLO 18. 7. — GERUSALEMME 22. 7. — ESPERIA — 25. 7. GALILEA 29. 7. — TEL-AVIV 31. 7. — Maiersche Papierhandlung Rudolf Stern Karlstraße 8, Ecke Barerstraße - Telephon 57624 Spielkarten Füllhalter Fachgeschäft für Papier- und Bürobedarf Zionistische Ortsgruppe w*cHtH\ München schios$er,tr.2/i Tei.53052 Dr. Siegfried Kanowitz (Tel-Aviv) spricht am 8. Juli in München Der frühere Generalsekretär der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Dr. Siegfried Kanowitz, Tel-Aviv, ist in Deutschland eingetroffen und wird am Mittwoch, den 8. Juli, in München sprechen. Angesichts der jüngsten Ereignisse in Erez Jisrael werden seine Berichte als die eines Augenzeugen dem allenthalben spürbaren lebhaften Informationsbedürfnis in besonders verlässlicher Weise entgegenk o m m e n. Aus seiner beruflichen Tätigkeit als leitender Arzt der Poliklinik der Kupath Cholim in Tel-Aviv sowie aus seinem öffentlichen Wirken als Vorstandsmitglied der palästinensischen Ärztegesellschaft und der Hitachduth Olej Germania ist Herr Dr. Kanowitz mit den vielfältigen hygienischen und sozialen Fragen, die der Aufbau zeitigt, eng vertraut. Er hat während der Unruhen dieser Monate durch seine Funktion als ärztlicher Flüchtlingskommissar der Stadt Tel-Avev besonders wichtige Erfahrungen gewonnen. Es ist ihm dabei gelungen, über die vorbeugenden Maßnahmen hinaus bestimmte Notstände, die in der öffentlichen Gesundheitspflege bislang, außerordentlich erschwerend gewirkt hatten, zu beseitigen: so z. B. ein Infektionskrankenhaus und mehrere Ambulanzen zu begründen, die Hospitalisierungsmöglichkeiten allgemein zu erweitern und ähnliches mehr. Der Vortrag, den Dr. Siegfried Kanowitz am 8. Juli in München halten wird, wird vom Leben der palästinensischen Judenheit in diesen Monaten ein Bild vermitteln und aus persönlichem Erleben heraus darstellen, wie inmitten der aufregenden Ereignisse die Arbeit unseres Volkes im Lande unbeirrbar und tatkräftig vorangeschritten ist. (Vgl. die Anzeige in dieser Nr.) Staatszionistische Organisation In einer gut besuchten Veranstaltung der Staatszionistischen Organisation sprach kürzlich Karl Ravicz, München, über das Thema: „Unsere Antwort auf die blutigen Unruhen in Erez Jisrae 1." Der Redner zeigte dokumentarisch, wie sich bereits mehrere Monate vor Beginn der Unruhen die arabische Front formierte. Jabotinsky erkannte rechtzeitig die Gefahr. Der Redner charakterisierte ausführlich die englische Haltung. Die Engländer können und wollen uns einen genügenden Schutz nicht geben; es sei daher die Pflicht der jüdischen Bevölkerung, alle geeigneten Elemente zu einer dauernden Selbstschutzorganisation unter Regierungskontrolle zusammenzufassen. Die Juden in Palästina müßten verstehen lernen, daß jede Verzichtpolitik die Araber noch ermutigt und sie an unsere Schwäche glauben läßt. Nur in unserer Stärke und Macht würde der Araber den Friedenspartner sehen. Ausstellung Münchener jüd. Künstler in Nürnberg Vom 5. bis 19. Juli findet in Nürnberg eine Ausstellung von Bildern und Graphiken Münchner Künstler statt. Sie umfaßt den größten Teil der auf der Reichsausstellung Berlin gezeigten Werke. Vortrag von Rabbiner Dr. Geis in München Rabbiner Dr. Robert Rafael G e is (Mannheim) sprach auf Einladung der Zionistischen Ortsgruppe München über „Das jüdische Schulwerk — seine Aufgabe für die Zukunft unserer Jugend". Erst in Zeiten, wie der unseren wird sich das Judentum seiner erzieherischen Aufgaben bewußt. Das jüdische Schulwerk ist dem Streit der Parteien dadurch entrissen, daß es zur äußeren Notwendigkeit geworden ist. Außer den Volksschulen haben die Gemeinden nun auch Fortbildungsschulen (mit Hebräisch und Fremdsprachen) sowie Lehrwerkstätten zu errichten. Dort ist nun — und dies ist das Wesentliche! — die Chance gegeben, über Jüdisches nicht nur ständig zu reden, sondern wirklich Jüdisches mit der Jugend zu leben. Dadurch, daß hier mit jüdischem Lernen auf allen Wissensgebieten — Tnach, He-