Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 13 (1.7.1936)
- Date
- 1936-07-01
- Page
- Seite 295 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 13 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung bräisch, Geschichte, Palästina- und Gegenwartskunde — ernstzumachen ist, wird die alte Skepsis des Schülers den Lehrern und Rabbinern gegenüber gemindert. Auch im Lehrer wird allmählich der Fragende, Suchende und Ringende erkannt. Dadurch wird eine Gemeinschaft zwischen den Generationen ermöglicht und auch der Zugang zu religiösem Erleben gebahnt. Eine Umwandlung kann nicht von heute auf morgen erfolgen, aber das jüdische .Schulwerk in Deutschland hat in dieser Zeit die Möglichkeit, das Wissen um .die Besonderheit jüdischen Volkstums, jüdischen Geistes und jüdischen Geschicks zu verbreiten. Wenn es neben der üblichen Wissensvermittlung auch dieses Bewußtsein des „auf-dem-Weg-Seins" durch die Zeiten und der steten Auseinandersetzung gibt, — dann hat es seinen Zweck erfüllt. — Bücherei des jüd. Jugendheims Die neuerrichtete Bücherei des Jüdischen Jugendheimes, München, Von-der-Tann-Straße 19 (Erdgeschoß) steht allen Jugendlichen der Gemeinde, der bündischen, wie der unorganisierten Jugend, zur unentgeltlichen Benützung zur Verfügung. Sie umfaßt in den fünf Gruppen: Jüdische Geschichte; Bibel und Kommentare, jüdisches Schrifttum; Geist des Judentums; Jüdische G e genwarts - und Palästinakunde; SchöneLiteratur. die grundlegenden Hauptwerke und die Neuerscheinungen jüdischen Schrifttums. Sie will damit der Vermittlung jüdischen Wissens und jüdischen Geists an alle Gruppen dienen. Wünsche zur Ergänzung der Büchereibestände werden gern angenommen. Die Leihzeiten sind: Montag von 1.15—2.15 Uhr, Mittwoch von 4—5 Uhr, Donnerstag von 7—8 Uhr und Samstag von Sabbat-Ausgang ab eine halbe Stunde. Aus bayerischen Gemeinden Einführung des neuen Bezirksrabbiners in Regensburg Zu einem erhebenden Feste, getragen von seltener Herzlichkeit und Freude, gestaltete sich die Einführungsfeier unseres neugewählten Raws, des Herrn Bezirksrabbiners Dr. Felix Salomon, am Freitag-Abend, den 1. Mai. In der herrlichen Synagoge, — die zu Ehren dieses Tages Feiertagsschmuck angelegt hatte —, waren bereits sämtliche Gemeindemitglieder versammelt, als Herr Rabbiner Dr. Salomon während des Vortrages des „Boruch-Habbo" durch die beiden Vorstände an seinen Platz geleitet wurde. Herr R.-A. Dr. Fritz Oettinger, der 1. Vorsitzende unserer Gemeinde, begrüßte hierauf den neuen geistigen Führer und entbot ihm im Namen aller Anwesenden zum Antritte seines heiligen Amtes Glück- und Segenswünsche. Dem Dank von Herrn Rabbiner Dr. Salomon folgte der Freitag- Abend-Gottesdienst, der in feierlicher Weise seinen Verlauf nahm. Vor dem Kiddusch bestieg der neue Raw die Kanzel und stattete zunächst seinen heißen Dank G'tt ab, daß es ihm vergönnt sei, in der altehrwürdigen Kehilla Regensburg das Amt eines religiösen und geistigen Führers zu bekleiden. An Hand des Ausspruches in Jesajah (51,16): „Lintoa schomajim....." kennzeichnete er die Aufgaben eines Rabbiners und zeichnete damit auch den Weg, den er in unserer Gemeinde beschreiten wolle: Wahrhaftes, religiöses Judentum in die Herzen aller zu pflanzen, sich insbesondere der Jugend anzunehmen, um ihr den Sinn für die heiligen Pflichten unserer Thora zu erschließen. Weiterhin werde er jedem mit Rat und Tat hilfreich zur Seite stehen, um somit Freund und Berater eines jeden zu werden. Darüber hinaus werde er bestrebt sein, die wahren Interessen für unser heiliges Land stets zu unterstützen und den Auswanderern dorthin tatvoll zu helfen. Mit einem Gebet für das fernere Wohl unserer Gemeinde und mit dem Erteilen des Priestersegens schloß Herr Rabbiner Dr. Salomon seine Predigt. Zur Verschönerung der Feier trugen die Herren Jakob und Mendel Lewkowitz wesentlich bei. Möge es dem neuen geistigen Führer vergönnt sein, sein Vorhaben in die Tat umzusetzen, und möge ihm hiezu G'ttes reichster Segen beschert sein! M. Ltz. * * das Zeichen für den guten modernen Schuh! D.H.S. Schuhges.m.b,R Neuhauserstraße 7 und 6 Filialen Aus der Gemeinde Bamberg Zionistische Ortsgruppe. Am 15. Juni sprach im kleinen Saale der „Weißen Taube" Käte Heilbrunn über „Theodor Herzl — sein Weg — unser Ziel." Fritz Stein würdigte das Leben Sokolows und sprach zur gegenwärtigen Lage in Palästina. Der Singkreis umrahmte unter Leitung Justin Isner's die gut besuchte Veranstaltung. Ablösungen: Familien: Dr. Ernst Gerst, Nürnberg, Otto Gerst, Nürnberg, Hans Gerst, Bamberg, danken für die Beileidsbezeugungen anläßlich des Ablebens ihrer unvergeßlichen Mutter, Frau Dora Gerst. Frau Julie Eckstein dankt für die Beileidsbezeugungen anläßlich des Ablebens ihres Bruders, Herrn Albert Joel s. A., Berlin. Aus dem Reiche Hachscharah für Palästina-Siedler Die landwirtschaftliche Ansiedlung des Mittelstandes in Palästina, die zum großen Teil von der Deutschen Abteilung der Jewish Agency durchgeführt wird und deren positive Ergebnisse auch in Deutschland bekannt sind, hängt entscheidend von zwei Faktoren ab: von der planmäßigen und zweckentsprechenden Ausbildung der Siedler und von dem Zusammenschluß einer Siedle rgruppe, deren Mitglieder! einander kennen und eng zusammenarbeiten. Das Fehlen gut ausgebildeter Siedler und die großen Schwierigkeiten bei der Zusammenstellung von Siedlergruppen im Lande haben sich bei dem Fortgang der Ansiedlungsarbeit störend bemerkbar gemacht. Deshalb erheben die zuständigen Instanzen Palästinas die berechtigte Forderung, daß die künftigen Siedler sich bereits vor der Ubersiedlung auf die ihnen ungewohnte körperliche Arbeit umstellen. Die schwierigen klimatischen, sprachlichen und psychischen Bedingungen Palästinas stellen in der Regel derart hohe Anforderungen an ihre körperliche Leistungsfähigkeit, daß es unbedingt ratsam ist, noch in gewohntem Klima und in gewohnter Umgebung mit der Umstellung auf physische Arbeit zu beginnen. Diese Forderung wird durch die Tatsache unterstützt, daß es bisher nur w e n i g A u s b i 1 d u n g s m ö g 1 i c h k e i t e n für nach Krisen Nordamerika Südamerika Sudafrika Palästina etc. durch Pnlcstinc Express Co. Vertretung: Reisebüro Carl Bier schenk Nachf. München, Karlsplatz 3 Telefon 13377 Besorgung von Visen, Kreditbriefen, Bahnkarten, Hoielgaischelnen. Kostenlose Beratung.