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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1936-06-15 · 12 (15.6.1936) · p. Seite 272

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
12 (1936)
Issue
12 (15.6.1936)
Date
1936-06-15
Page
Seite 272 (sequence 10)
Language
German
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272 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 12 das Zeichen für den guten modernen Schuh! D.H.S. Schuhges.m.b.H, Neuhauserstraße 7 und 6 Filialen Zu gleicher Zeit klagt das Hilfskomitee in Bogota (Columbien), es müsse immer wieder feststellen* daß die Einwanderer fast ausnahmslos sprachilich, psychisch und beruflich völlig univorbereitet dahin kämen und sich so „selbst idlie allergrößten Hindernisse für ihr Vorwärtskommen" bereiteten. Andererseits erhält der Hilfsverein' aber auch dimmer wieder Briefe von früheren Auswanderern, die zufrieden darüber berichten, wie schnell sie dank ihrer früheren Sprachstudien Stellung gefunden haben, und welch unschätzbaren Vorteil es für den Einwainlderer bildet, wenn er die Landessprache, und möglichst außerdem noch eine Sprache, beherrscht. Es verdient nachdrücklichste Betonung, daß die Kenntnis der englischen Sprache auch für. Auswanderer nach Südamerika eine außerordentliche Hilfe bedeutet; noch wichtiger ist allerdings die Kenntnis der dortigen Landessprache, d. h. im allgemeinen des Spanischen und für Brasilien des Portugiesischen. Es ist deshalb unbedingt notwendig, daß jeder einzelne Auswanderer, gaimz besonders wenn er öffentliche Mittel in Anspruch nimmt, schon in Deutschland die Sprache seiner voraussichtlichen Heimat studiert. I Berta Pappenheim | Wer im Herbst des vergangenen Jahres an der Gesamtvorstandssitzung des Jüdischen Frauenbundes in Berlin teilgenommen hat, dem (blieb als stärkster und unvergessener Eindruck die Ansprache von Bertha Pappenheim im Gedächtnis. Es war gegen Ende der Tagung und Neilostimmüng war schon über der Versammlung, als sie über ihre Idee der Sozialen Fürsorge sprach, die in gleichem Maße Hilfe an dem Hilfsbedürftigen' wie Erziehuwg der zur Fürsorge Berufenen und — Aufgerufenen Samt; Seide und Wolle Seit 1845 geschmackvoll, haltbar u. preiswert bei HAI MANN am Schillerdenkmal Tägliche Ersparnisse durch täglichen Einkauf von Lebensmitteln — Textilien — Haushaltartikel bei KLEINPREISE Nymphenburgerstr. 128 * Tel. 62471 * Lieferung frei Haus Bayerstr. 1 trumpfladen amStachus gegenöber Imperialtheater Max Sohoanamann Filialen: Hohenzollernstrasse, Ecke Wilhelmstr. Schwanthaler* Strasse I33 d. h. der ehrenamtlichem Kräfte bedeuten müsse. Neilo. Zusammenfassung, letzte Kraftanspannung und diie Abgeklärtheit eines Jomikipur-Ausgangs lag vor allem aber über der zarten Gestalt der greisen Rednerin und viele fühlten, daß dies Atoschiiedsworte waren. Sie waren erfüllt von der Angst vor einer Mechanisierung der jüdischen sozialen Arbeit, für deren sinnvolle Organisierung, sie selbst einst, vielleicht als erste, Vorkämpferin war. Darum forderte sie — und ihre Worte waren immer Forderung gewesen — daß soiziale Arbeit wieder geleistet werden müsse als Teül unserer religiösen Pflichten, von denen die 'jüdischen Frauen ihren Anteil zu fordern! und zu leisten halben. „Soziale Fürsorge ist Gottesdienst und dazu ist nach dem "Gesetz des Judentums nicht nur der beamtete Priester zugelassen." Das war der Ausklang ihrer Worte! Und heute wissen wir, daß es die letzten waren, die Bertha Pappenheim zu dien Frauen ihres Frauenbundes, dien sie vor 32 Jahren gegründet hat, gesprochen. Vor 32 Jahren, zu einer Zeit, da die jüdischen Frauen Deutschlands noch als gleichberechtigte, vielfach richtunggebende Mitarbeiterinnen der interkonfessionellen Wohlfahrtspflege galten, da fühlte sie als erste die innere Notwendigkeit einer alle Richtungen umfassenden aber geschlossen jüdischen Frauenorganisation. Das war überhaupt die überragende Leistung Bertha Pappeniheims, nicht das Werk an sich, rieht Mädchenschutz, Frauen'bund, nicht Isenburg, das Asyl gefährdeter Mädchen und uniglücklicher Mütter, sondern daß sie alles dies geschaffen vor seiner Zeit und vielfach im Kampf gegen ihre Zeit, die das Bedürfnis wicht sah und sein Herankommen in Abrede stellte. Sie schuf es unbeirrt von Spott und Gleichgültigkeit mit ihrer im Religiösen verankerten Sicherheit des Wissens um Kommendes. Bertha Fraemkel-Ehrentreu. Zu Ehren des Geburtstages von Herrn Professor Heinemann hat die „Monatsschrift für Geschiichte um!d Wissenschaft des Judentums" eine Festnummer herausgegeben, an .der Kollegen, Schüler und Freunde des Jubilars mitgearbeitet haben. Justizrat Dr. Blau 75 Jahre Arn 31. Mai 1936 feierte der langjährige Vorsitzende der Franikfurter Gemeinde Justizrat Dr. Julius Blau seinen 75. Geburtstag. Der Jubfliar steht unter den führendien jüdischen Persönlichkeiten im Reiche in der vordersten Reihe. Er vertritt die 'deutsche Judeinlheit in den für die jüdische Entwicklung maßgebenden Organisationen der Welt. Hier hat er Anseihen und Würde des deutschen Juden allezeit in der vornehmsten! Weise verkörpert. Er besitzt unser aller rückhaltloses Vertrauen und so möchten wir ihm die innigstem Wünsche des deutschen Südens zu seinem Ehrentage zum Ausdruck bringen. Ortsgruppe Manchen des Jüdischen Franenbuodes Ordentliche Mitgliederversammlung am Dienstag, den -23. Juni 1936. abends 8 Uhr im Sitzungssaal der Israelitischen Kultusgemeinde, Herzog-Max-Straße 7/0. Tagesordnung: 1. Jahresbericht 2. Kassenbericht 3. Entlastung des Vorstands 4. Anträge. Diese müssen satzungsgemäß spätestens 3 Tage vorher bei der Vorsitzenden eingereicht werden. Anschließend: Gedenkstunde für Bertha Pappenheim Ansprache: Frau Clementine Krämer, Musikalische Umrahmung: Frau Gertrude Masser und Frl. Else Walter. Es wird erwartet, daß unsere Frauen an dieser Ehrung für die verstorbene Schöpferin und langjährige Vorsitzende des Jüdischen Frauenbundes in großer Zahl teilnehmen. Die Vorstandschaft.

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