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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1936-05-15 · 10 (15.5.1936) · p. Seite 223

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
12 (1936)
Issue
10 (15.5.1936)
Date
1936-05-15
Page
Seite 223 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 10 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 223 ration vom 2. November 1917. Die maßgebenden Führer des Zionismus hätten seit dieser Zeit eine falsche Politik getrieben und keine Stärke gezeigt. Der Redner wies dokumentarisch die schwächliche Haltung der zionistischen Führung, in allen entscheidenden Fragen nach. Diese Politik dulden, hieße aber nichts anderes als die Übertragung des Golus nach Palästina. Nicht nur England, auch den Arabern gegenüber versagten die zionistischen Politiker. Die Araber seien ein lebendiges Volk, das um materielle Güter nichts von seinen Ansprüchen aufgebe. Nur absolute Festigkeit und Aufgabe des Gedankens eines binationalen Staates könne die Araber zu aufrichtigen Vertragspartnern machen. Weder in der Einwanderungsfrage noch in der Behandlung des Transjordanien-Problems habe der offizielle Zionismus Erfolge erzielt. Dagegen verlange der Staatszionismus Revision der bisherigen zionistischen Politik, um Palästina allmählich in einen jüdischen Staat umzugestalten. Jüdische Mehrheit in Palästina, klassenkampfloser Aufbau des Landes, Transjordanien und eine eigene jüdische Legion seien die staatszionistischen Hauptforderungen. Aus Schutzjuden müssen sich selbst schützende Juden werden; die Juden brauchen vor allem eine eigene Legion. Dagegen bestehe die Politik der bisherigen zionistischen Führung im Verschweigen, Verzichten, Bagatellisieren und Zurückweichen. Der Staatszionismus sei Träger des ursprünglichen Zionismus, wie ihn Herzl verkündet hat. „Trumpeldor, sein Leben und Werk." Josef Kornhauser (München) sprach zum 16. Todestag Josef Trumpeldors innerhalb der staatszionistischen Organisation über: „Trumpeldor, sein Leben und sein Werk." Der Redner schilderte das Leben des Helden von Tel-Chaj, der den Ruf Theodor Herzls vernimmt und begeistert von der Idee, des Judenstaats sich unter die Fahne des Zionismus stellt, um sein Leben voll Glauben und Willen dem Aufbau von Palästina zu weihen. Trumpeldor fällt bei Tel-Chaj während der Verteidigung gegen einen arabischen Angriff. Die staatszionistische Jugendbewegung Betar (Brith Josef Trumpeldor) sieht in diesem jüdischen Freiheitskämpfer den Typ verkörpert, den zu formen der Betar als höchste Aufgabe betrachtet: einen nationalen Pionier, der in Disziplin und Opferbereitschaft Klasseninteressen dem Wohle unserer Gemeinschaft unterordnet, einen neuen Juden in seinem eigenen, auf religiöser Grundlage geschaffenen Staate. Gedenkstunde der Staatszionistischen Organisation am Sonntag, den 24. Mai Wir gedenken der Toten! Unsere Antwort auf die blutigen Unruhen in Erez Israel. Es spricht: Karl Rawicz, München, am Sonntag, den 24. Mai 1936, abends 20.30 Uhr im Sitzungszimmer der Gemeinde. Karten nur an der Abendkasse. Ortsgruppe München des i ü d. Frauenbundes. Nächster Hausfrauen-Nachmittag: Dienstag, den 19. Mai, 4 Uhr, bei Schwarz. An diesem Nachmittag werden von fachkundiger Seite Kurzreferate über „Frauenturnen und Gymnastik" gehalten. Nächster Bibelkurs: Montag, den 25. Mai, 4 Uhr, Sitzungssaal. Alfred Hofeller & Co. ■■■■ Bankgeschäft M ö n ch e n ^^^B Neuhauserstr.il i^^Hl Telefon 11496 u. 13554 (Pschorrbräu-Bierhallen) Erholungsbedürftige für Krumbach. Im Heim in Krumbach können erholungsbedürftige; Frauen in den Monaten Mai und Juni zu mäßigen Preisen bei streng ritueller Verpflegung noch Aufnahme finden. Anfragen an Frau J. Baerwald, Pettenkoferstraße 37/11. Telephon 51071. Zionistische Ortsgruppe MÜndien 5<ilossersir.2/l Tel. 53 052 Nächste Abfahrten nach Palästina Die hiesige Vertretung der PALESTINE EXPRESS CO. im Reisebüro Carl Bierschenk Nachf., Karlsplatz 3, gibt folgende Abfahrten nach Palästina für die nächsten 4 Wochen ab Triest und Genua bekannt: ab Triest ab Genua Dampfer Palestina........15.5. — Esperia ........ — 16.5. Galilea.........20.5. — Tel-Aviv.......' . 22.5. — Marco Polo.......23.5. — Gerusalemme......27.5. — Palestina........29.5. — Esperia ........ — 30.5. Galilea......... 3.6. Tel-Aviv........ 5.6. — Marco Polo......, 6.6. — Gerusalemme......10.6. — Palestina ........ 12.6. — Esperia ........ — 13.6. Galilea.........17.6. — Vortrag von Dr. Georg Josephthal. Die Ereignisse in Palästina — Was wird aus der jüdischen Jugend in Deutschland? Am Samstag, den 23. Mai, spricht nach langer Zeit wieder Dr. Georg Josephthal, der Leiter des deutschen Landesverbandes des „Hechaluz", in München. Der Redner ist mit der jüdischen Gemeinde Münchens besonders stark verbunden, da hier seine öffentliche Tätigkeit ihren Anfang genommen hat. Seitdem hat Dr. Josephthal an den Wichtigsten Aufgaben, welche heute dem Judentum in Deutseh- Blaue Karte für Hilfe u. Aufbau. Wir machen darauf aufmerksam, daß alle Gemeindemit* glieder, die noch keine blaue Karte besitzen, in den nächsten Tagen besucht werden. Wir bitten jeden Einzelnen dringend, eine Karte zu erwerben und einen den Verhältnissen entsprechenden Beitrag zu zeichnen-

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