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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1936-03-01 · 5 (1.3.1936) · p. Seite 101

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
12 (1936)
Issue
5 (1.3.1936)
Date
1936-03-01
Page
Seite 101 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 5 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 101 dete eins der schmerzlichsten Ereignisse seines Lebens, daß er diese menschlich so aufschlußreiche Briefsammlung nicht der Öffentlichkeit zugänglich machen konnte. Seitdem aber liegen in der Jubiläums-Ausgabe von Mendelssohns Briefen sogar zwei Ausgaben dieser Brautbriefe vor: das jüdisch-deutsche Original sowie eine hochdeutsche Übersetzung, die es sich zum Ziele setzte, „durch Beibehaltung charakteristischer Wortformen und bezeichnender syntaktischer Satzbildungen... etwas von der Patina zu bewahren, die den Originalen anhaftet". Die vorliegende Auswahl der Briefe hat nun einen dritten Weg gewählt: weder Original noch Ubersetzung, sondern eine wörtliche Umschrift in deutschen Buchstaben, die auch die hebräischen Einschiebsel meist in deutschen Lettern wiedergibt. In einem kurzen Geleitwort faßt Ismar Elbogen die bekannten Tatsachen dieser Verlobungszeit klar und klug zusammen. Aber wenn er den Text der Briefe zitieren will, dann... greift auch er nicht zu der vorliegenden Umschrift, sondern zu der Ubersetzung der Jubiläums-Ausgabe. Trotz dieses angedeuteten Einwands ist das hübsch ausgestattete Bändchen mit seinen schönen BiMbeigaben eine rechte Festtajgsgaibe; umd der Fünfzigerin rufen-wir dankbar den alten Geburtstagsgruß „Bis zu Huimdlertzwanzig!" zu. B.B.St. Reichskonferenz der polnischen Juden in Deutschland Am 9. Februar wurde die für drei Tage anberaumte erste Reichskonferenz der Vereinigungen polnischer Juden in Deutschland in dem mit den polnischen und jüdischen Farben geschmückten Großen Saal des Berliner Logenhauses feierlich eröffnet. An den Beratungen nehmen etwa 50 Delegierte als Vertreter von 35 Einzelorganisationen und Gruppen teil. Zu der Eröffnungssitzung waren eine Vertretung der Berliner polnischen Botschaft und des Generalkonsulats sowie Vertreter der jüdischen Spitzenverbände erschienen. Der Vorsitzende des Berliner Verbandes polnischer Juden, Isaak Kornfeld, begrüßte zunächst in polnischer Sprache die Vertreter der Botschaft und des Generalkonsulats, die durch ihr Erscheinen gezeigt hätten, daß sie den Angelegenheiten der polnischen Juden ihr Interesse entgegenbringen. Der Redner gab der Hoffnung Ausdruck, daß Seine Exzellenz der polnische Botschafter die in den Verbänden organisierten polnischen Staatsbürger auch weiterhin in seine persönliche Obhut nehmen werde. TJer Verband sei überzeugt, daß sein Kontakt mit den Behörden der Republik Polen in Deutschland auch in Zukunft eng und herzlich bleiben wird. In deutscher Sprache fortfahrend, hieß der Vorsitzende den Präsidenten der Reichs Vertretung der Juden in Deutschland, Rabbiner Dr. Leo Baeck, den Vorsitzenden des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden, Kammergerichtsrat a. D. Leo Wolff, sowie die Vertreter der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, des Centrai-Vereins der Juden in Deutschland, des Jüdischen Volksbundes, der Adaß Jisroel und des Verbandes der Synagogen für soziale Arbeit willkommen. Auch über die Grenze hinweg richte sich der Gruß dieser Tagung an das Vaterland der Versammelten, an die polnische Republik. Unter stürmischem Beifall der Versammlung wurde auf Antrag des Präsidiums die Absendung eines Huldigungstelegrammes an" den Präsidenten der Republik Polen, Prof. Moscicki, beschlossen. Das Telegramm hat in deutscher Übersetzung folgenden Wortlaut: Die erste Konferenz der Organisationen und Vereinigungen der polnischen Juden in Deutschland übermittelt dem hochverehrten Präsidenten der polnischen Republik den Ausdruck ihrer Ergebenheit. Sie empfiehlt sich seinem väterlichen Wohlwollen und gibt gleichzeitig ihren besten Wünschen für das Wohl und die Größe Polens Ausdruck. - Im Anschluß daran wurde an Nahum Sokolow in seiner Eigenschaft als Ehrenpräsident des Weltverbändes polnischer Juden im Ausland eine Begrüßungsdepesche in hebräischer Sprache gesandt, in der der Wunsch ausgesprochen wird, daß auf der Arbeit Sokolows für Volk und Land weiterhin Segen ruhen möge.. ...... Betr. Altersversorgung Wir weisen darauf hin, daß Sie sich in allen Fragen der eigenen oder der Versorgung Ihrer Familienangehörigen zwecks kostenloser und für Sie unverbindlicher Beratung an uns wenden können. Wir machen Ihnen, wenn Sie uns genaue Altersangaben und Ihre Wünsche mitteilen, sorgfaltig ausgearbeitete Vorschläge für Leibrentenversicherungen. Nehmen Sie unsere Beratung durch erste Fachleute unverbindlich in Anspruch. Familienschutz E.V. Beratungsstelle für Altersversorgung Berlin W8,Taubenstr.35 / A2 Flora4417,4418 Geschäftsstelle für München Franz Landauer, Königinstraße 85/1 Telefon 31330 Die Reihe der Begrüßungsansprachen eröffnete der Vertreter des polnischen Generalkonsulats in Berlin, Konsul Dr. Kruczkiewicz, der der Versammlung herzliche Glückwünsche überbrachte. Er betonte, mit welchem Interesse die Behörden der Republik Polen die Bemühungen der Organisationen der polnischen Staatsbürger außerhalb der Landesgrenzen verfolge. Durch diese Organisationen entstehen zwischen den polnischen Staatsbürgern ein einigendes Band und die Möglichkeit gegenseitiger Hilfe und Annäherung, gleichzeitig aber die Möglichkeit einer leichteren Zusammenarbeit mit den polnischen Behörden, auch außerhalb der Landesgrenzen zugunsten des Ansehens und Nutzens des polnischen Staates. Ich glaube, so sagte der Konsul, daß Ihre jetzt entstehende Organisation sich diese Ziele als Aufgaben stellen wird, und in dieser Hoffnung wünsche ich Ihren Beratungen guten Erfolg. Der Präsident der Reichsvertretung der Juden in Deutschland, Rabbiner Dr. Leo Baeck, hielt an die Tagung folgende Ansprache: Namens der Reichsvertretung der Juden in Deutschland entbiete ich Ihnen, den Vertretern der polnischen Juden in Deutschland, die in unseren Gemeinden ihren Platz, einen gleichberechtigten und gleichverpflichteten Platz, zu eigen haben, herzliche Grüße und Wünsche. Uns alle eint jüdisches Leben und jüdisches Bewußtsein. Jüdisches Bewußtsein und jüdisches Leben steigt und fällt immer mit der Lebendigkeit des Wissens darum, daß von uns Juden ein Besonderes verlangt ist. Ob wir dies so, wie altes proübergebt Hausverwaltungen an die Firma Sa, A C K E R M A MÜNCHEN, Ritter von Epp-Platz 9 Telefon 12502, 12587* 13394 Erste Referenzen! Beratung bei Immobilien . Verkäufen

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