Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 4 (15.2.1936)
- Date
- 1936-02-15
- Page
- Seite 82 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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82 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung- Nr. 4 |g) Samt Seide und Wolle Seit 1845 ffeschÜi'ackVoH, haltbar und preiswert bei HA I M ANN - am Schillerdenkmal Jüdischer Turniiiul ^8|MM#^ - | SPORTABZEICHEN | .Dä'e°-P:oläÄ€'iidiiF€ktion. -München teilt' uns mit: Das (neue) Reacä'ssportabzeiöbeh -kann' von Juden nicht erworben werdein! und darf;; falls es schon erworben sein sollte, von Juden nicht getragen .werden- ' | SKIMEISTERSCHAFTEN Nachdem der württembergische Landesverband des RJF seine SMmeisterschtften' auf, den 16. Februar verlegt hat, finden die bayrischen und Münchner Skimeisterschaften am 23. Februar statt. Meldeschluß:, nunmehr 1/. Februar. Sonstige Atisschreibung bleibt:. x .; .;■,__ . : 1 HALLENWETTKÄMPFE | Am 30. Janwar fanden in.der Turnhalle (interne Hallenwettkämrife'; statt; ■ welche sehr gut besucht waren und bei denen aoisgezeichnete Leistuihigen erzielt wurden selbst bei Berücksichtigung der nicht idealen Anlauf- und Auifsprungverhältnisse. Die Ergebnisse waren:., - Hochsprung ohne Anlauf: Senioren 1. Schwarzschild 1,35 an, ß. Goldifanb Erwin 1,30 m, 3. Baß Jos. 1,25 m, 4. Lehanann' 1,25 aii berührt. Lugend Ä 1. Schwed 1,30 m, 2. Silbermann 1,20; m, 3. Pändrik 1,05 rii . " , . VHocusprung . mit" An-lauf: Senioren 1. Baß Jos. 1,50 in und Sohwarzscbild 1,50. m, 2. Baar, Gersinsky J. und Lehmann je 1,45 m. .. lugend A I Schwed 1,45 m, 2.. Silbemnainn 1,35 m, 3. Altmann LSO^m. We-it'.s'p rung vom Stand: Senioren: 1. Sohwarzschdld 2,73 -m,-. 2. Baß Jos. 2,52 ,m,. 3. Helfeld II 2,46 m, 4. GoMfarb Erwin 2,39 in.; : - - fl. «ILBERTHAIT & €©• : KAUFING-BRSTR ASSE 1© Das Haus für hübsche Geschenke in Uhren Schmuck Silberwaren Kultusgeräte Tägliche Ersparnisse ■ -, ■. \ ■' V durch täglichen Einkau! von ------------- Lebensmitteln — Textilien — *"*•«• •-— Haushaltartikel bei KLEINPREISE : ^Ny^nphenburgerstr. 128, * TU. 62471 *, Lieferung frei Haus Jugend A 1. Schwed 2,40 m, 2. Silbermann 2!,17 m, 3. Pindirik 2,12 m. Alte Herren 1. Dr. Kahn, 2,20 m, 2. Gerson 2,07 rii; FUSSBALL Gegen den JTSV. Nürnberg spielte 'die Schülermannschaft 1 : 1 'unentschieden, während die 1. Mannschaft mit 1 :8 unterlag.__ FECHTEN Von einer früheren jüd. Verbindung erhielten w;ir vollständiges : Schlägeruirad SäbeMeohtmaterial mit allem Zubehör überlassen. Es besteht also letzt dde Möglichkeit, eine. Fechtriege einzurichten. Interessenten wollen sich an der' Geschäftsstelle melden. ( Voranzeige! Voranzeige! '. | ACHTUNQ! | Am "Samstag, 7. März 1936 ist eine Veranstaltung des Turnvereins/ mit turnerischen und -künstlerischen Darbietungen" geplant. •Näheres im der nächsten Nummer! Haltet Euch «dien Abend frei! | GESELLIGES ZUSAMMENSEIN | ' Nachdem die Veranstaltung am 9. Februar allseitigen Beifall gefunden und gezeigt hat, daß ein Bedürfnis für .unsere Mitglieder besteht, auch außersportlich zusajnmenzu'kommen; wird 'ein zweites geselliges Zavsaimmensein am Sonntag, 23. Februar ab 16 Uhr in der Turnhalle . stattfinden. Bücherschau Rudolf Frank, „Ahnen und Enkel". Jüdische Buchvereinigung Berlin 1935 (zugleich erschienen im Verlag Erwin Loewe, Berlin). „Muß unbedingt Schluchzen sein, wenn gedichtet wird? Ist leicht und heiter sein ,unjüdisc:h'?" fragt Frank im Vorwort seines leichten, heiteren Prosabuchs, das, im Gegensatz zu den fast ausschließlich tragisch beschwerten, .ernsten Werken der neueren jüdischen Literatur in Deutschland, nicht verdüstert und belastet, sondern erhellt und befreit. Dieses, Leichtsein 'mußte um so schwerer sein, als Franks Geschichte 'gerade 'in unsere für die Juden schweren Tage fällt; aber sein Vorhaben wird ihm erleichtert, da er selber von der schwereloseren Art des westdeutschen Juden ist und fast nur ebensolche westdeutschen Juden auftreten und. erzählen läßt. Denn nicht nur Frank erzählt: die Geschichte einer Gruppe jüdischer Auswanderer auf der Fahrt „von Bingen nach Birma" 1935, sondern auch diese Auswanderer erzählen: Geschichten an Freitag-Abenden von (ihren Ahnen, während der Seereise und während der Siedlung. Bewußt nimmt Frank Motiv und Form von Goethes „Unterhaltungen' deutscher Aus-, gewanderten" aiuif; es soll hier kein Vergleich angestellt, aber ein Unterschied' festgestellt werden': der heitere Erzählertori Franks durchweht auch die traurigen Episoden, und alles ist sehr flüssig, manchmal etwas dünnflüssig erzählt. Mit dieser raschgleitenden Erzählungstechnik und der Form der Rahmengeschichte erreichte Frank, daß er ein ungewöhnlich reichhaltiges Material an Erzählungsstoff und Menschengestalten in sein knappes Buch zusammendrängt. Und trotz des Piaudertönis, der eigentlich niemals beschreibt, wirket, diese vielen Menschen sehr' lebendig. Wir sehen sie vielleicht deshalb so deutlich, weil wir sie so deutlich, hören, sowohl das Dutzend Auswanderer, vom Frankfurter Theaterregdsseur und Binger Arzt bis zur: rundlichen Fleischwarenverkäuferin Und zum vergoldungss'üchtigen Lackierer, ebenso wie die Figuren der eingelegten Erzählungen aus drei Jahrhunderten jüdischen Schicksals. Und so ist ein besonderer Vorzug des Buches, daß es in diesen Erinnerungen der Enkel an die Ahnen ganz unaufdringlich eine mosaikartige Kulturgeschichte der Juden Fortsetzung Seite 90