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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1936-02-01 · 3 (1.2.1936) · p. Seite 54

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
12 (1936)
Issue
3 (1.2.1936)
Date
1936-02-01
Page
Seite 54 (sequence 6)
Language
German
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54 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung |**~*__" i/"'-^sTt/ LAND LP PtS^söfev-..-- - m m * iJ :ßte«;>- IlFD ■"H^r-v-. ULR —l^r VERHEIBSUNG ■7ti DER ERSTE PALASTINA-TONFILM Ein Fox-Movietone-Film der Urim Palesiine Film Co. Ltd., Jerusalem, hergestellt im Auftrag des Keren Hajessod Jerusalem. ERSTAUFFÜHRUNG IN MÖNCHEN Samstag, den 8. Februar 1936, 20 Uhr Saalbau, Germaniastr. 20 Geschlossene Vorführung für die Freunde des Keren Hajessod Ansprache: Dr. Franz Meyer, Berlin Mitglied d. Reichsvertretung der Juden in Deutschland Karten zum Preise von RM 1.50 und RM 2.— nur gegen persönliche Einladung bis4.Februar im Büro der Zionistischen Ortsgruppe erhältlich. 2 öffentliche Aufführungen Samstag, den 22. Februar 1936 und Sonntag, den 23. Febr. 1936, 2015 Uhr Saalbau, Germaniastr. 20 Preise der Plätze: RM 1.— 1.50 und 2.—. Für Jugendliche bis zu 15 Jahren ermäßigte Karten in beschränkter Anzahl. Vorverkauf: Zionistische Ortsgruppe, Schlosserstr. 2/i (Telefon 53052) und Ewer-Buchhandlung ZIONISTISCHE ORTSGRUPPE MÜNCHEN PALÄSTINA-FILMSTELLE der Zionistischen Vereinigung für Deutschland die Jünger... Die ganze Welt wird deutsch werden!.....Das ist mein Patriotismus!" Das ist sein Patriotismus — und sein Heimweh, dieses Heimweh eines Menschen zwischen den Völkern ,und keiner hat es schöner gesagt als Heinrich Heine, als er niederschrieb, was vor kurzem wieder in tausend Herzen klagend aufzuckte: „Ich hatte einst ein schönes Vaterland —" Das schreibt dieser Heinrich Heine, der sein älteres Vaterland, die heiligen Bindungen der Väter, mit der Taufe aufgab, der das böse Wort von dem „Entreebillett in die europäische Kultur" geschliffen hat. Aber diese Bindungen ließen ihn nicht los. Der junge Mensch, der sich in Hamburg und Berlin noch für eine jüdische Renaissance begeisterte, der Dichter des „Rabbi von Bacharach", wirft zwar die Bindungen an das Judentum weg — und spürt sie immer wieder an seinem Herzen zerren. Der da nach den Pogromen von Damaskus die Zeitungsfehde gegen diese Barbarei eröffnete, hat ähnliches erlebt, wie Theodor Herzl in sich in eben diesem Paris erfuhr, als man in den Straßen „A mort les juifs" brüllte. Aber für Heinrich Heine ist sein Judentum noch eine Angelegenheit rein des Geistes und Glaubens, nicht des Volks. Er ist der Assimilant von reinem Wasser. Und so bleibt ihm sein Judentum nicht eine Heimat, in die der schwer Getroffene heimkehren kann, so ist es für ihn nur eine Möglichkeit, sich angstvoll dorthin zu flüchten. Seine Umkehr in den Jahren der Matratzengruft ist keine Heimkehr, sie ist Flucht eines völlig Gebrochenen. Aber das schöne Herz schlägt nun ä:i dem Gleichtakt mit jenen anderen Herzen, die sich ihres Judentums nicht schämten. Und so vermag es die Melodien zu hören, die sein Volk singt, wenn auch manchmal die „frechen Reime eines Spottgedichts" die Angst vertreiben sollen, die er sich eingesteht. „Hebräische Melodien" singt er, Bilder hoher Ahnen beschwört er — und wunderschöne Worte über die Bibel stehen in seinen Briefen...... Dann kömmt der Tod und löscht die Maske seines Lebens aus und enthüllt das Gesicht seines Todes. Ein alter, armer Jude liegt vor uns, einer der nicht begriff, daß er nur im Dienen jene Freiheit häte finden können, für die er sein Leben lang kämpfte. Die Totenmaske Heines ist ein Schicksalsgesicht —, das Gesicht eines Heimatlosen, den das Wesen und der Weg seines Volkes trotz aller Wehr nicht losließen. Sie lassen keinen von uns los. Martha Wertheimer. Judaica im „Groden Herder" Vor fünf Jahren hat tdier Verlag Herder in Freiburg i. Ba\ die Neuauflage seines großem Konversationslexikomis begonnen, Emde vorigen Jahres wurde sie abgeschlossen: zwölf Bände und ein Welt- und Wirtsdhaiftsatlas. Das sind 180 000 Stichwörter und 20 000 Bilder (in allen Techniken der Wiedergabe). Da zwei Drittel des „Großen Herder" seit 1933 erschienen' sind, stellt er das erste seit der Umwälzung vollendete Groß-Lexikon idlar. Sachlich umid zuverlässig wiie über alles gibt er dem Leser Auskunft über die neue deutsche Staatsaiutffassunig wie übelr die Anschauungen urad Einrichtungen1 der national-sozialistischen PaTtei, die schließlich auch der deutsche Staatsangehörige jüdischen Volkstums 'kennen' muß. Sehr geschickt wurde in den folgenden Bänden ergänzt, was die vier ersten noch nicht enthielten. Das gilt aber nur vom Inhalt. In der Bewertung der Erscheinungen dies modernen Lebens 'brauchte -diese katholische Enzyklopädie nichts nachzuholen. Die Frontstellung gegen Liberalismus und Marxismus, gegen Aufklärung, Materialismus und Intellektualismus ist, wenn ajwöh 'häufig mit anderen Argumenten, dSe gleiche wie die der herrschenden Macht in Deu/tschiland. Selbstverständlich ist in vielen Fällen 'die Stellungmahme der katholischen Kirche vermerkt, wenn sie von ihr abweicht. Diese Neuauflage will nämlich kein bloßes Nachschlagewerk sein, sondern eine wirkliche Enzyklopädie — sie äst ein Weitgebäude geworden, das nicht nur die «katholische Welt interessieren muß, eine Art Synthese aus Thomas von Aquino und der Neuscholastik einerseits und den Diderot und d'Alembert andererseits. Es ist tatsächlich ein neuer Lexikontyp entstanden, vorbildlich in redaktioneller Hinsicht, in der Anordnung und Gliederung der Stichworte, in der

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