Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 1 (1.1.1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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, . ■•_ , . ( V; ._. _ , _ - ' ■■■ ■ . . ■ '6 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 1 Die fltuttet Von UTattfrcb Stucmann Jobvc, btt Vtatytvoinb Rattert ums ^aus, Unfec (Dfcn tfl falt.;!&©mm, roic lofd>en bit %et$c aus, £>ann fd>lafen xoiv halb. tybtt, bit %ta\>tn fd>rei'n auf bem E)ad>, %inb, bu I5d>eljl im «Ccaum.; MTeinc (Scbanfcn ftnb cu^'Ios unb u>ad>, Sic öetflerii im 2vaum. XOunbt um tDunbc fd>Ius mit bic Seit, Unb mein ©d>eitel ifl grau. %inb, mein fd>Iafenbc6, weißt nid>ts »on Heib, £>cin Gimmel ijl blau. Steine Scubec in 3is*ael \. kneten unb formen bas lanb, tDie es il>ncn I>eU'ger 23efel>I 3n bie ^erjen gebrannt. XOatte gebulbig mein ~&nabt unb fei J&art unb bereite ötd>, 23is bie trüber rufen berbei £>en 3fintj{len unb mid>. %inb, bann finb unfere Cagc niebt leer, Heimat 3iel>t in uns ein. 2td>, bann toerben bie XXafytt nid>t mc^vf Salt tpie biefc |>iec fein. Aus dem Gedichtband „Herkunft und Gesinnung" Erich Reiss Verlag, Berlin 193 S nen ist, den Anforderungen entspreche, die nach dem Ausgeführten gestellt werden müssen. Es ist betrüblich, sagen zu müssen, daß es sich erwiesen hat, daß neue Dichter nicht an den Tag kamen, von denen es, nach den ernsten früheren Maßstäben, und im Vergleich zur außerjüdischen bedeutsamen Produktion, darum zu reden lohnte, weil sie vermöge ihrer Fprm und seelischen Haltung Dauer haben; auf keinem Gebiete des Dichterischen. Es hat sich erstaunlicherweise ergeben, daß es im Sprachgebiet des Reiches nur wenige jüdische Dichter gibt Aber im Grunde ist das nicht verwunderlich; denn, rechnen wir irgendeine deutsche Stadt von der Einwohnerzahl der gesamten jüdischen Bevölkerung Deutschlands, so werden wir oft nicht einen bodenständigen Dichter in ihr finden. Strengem künstlerischem Urteil genügen nur die neuen Gedichtbücher von Karl W o 1 f s k e h 1, Ludwig Strauß und Manfred Stur mann, vielleicht noch das nachgelassene von Goldschlag, obwohl auch er noch zu viel modische Abhängigkeit zeigt, und wenige Prosaseiten von anderen. Fast alles übrige ist Epigonen- oder Tendenzwerk, zum Teil aus dritter Hand und nicht „aus dem Grund" . gewachsen, sondern aus gelesenem Papier, manchmal sogar Holzpapier, und es wäre in normalen Zeiten wohl 'niemals gedruckt worden, es sei denn von Sedbstkosteraverlegern; ge- . schweige denn, daß ernste Schriftleitungen es hätten einer Besprechung für wert gehalten. Denn bloße Verse sind noch keine Gedichte. Kunst kommt von Können und nicht vom Wollen. Dieser banale Satz darf gerade in unserer Lage nicht vergessen werden, weil das ein immer tieferes Herabsinken zur Folge hätte; selbst wenn sich ergäbe, daß wir überhaupt der Schöpferischen uns bar erklären müßten in unserem Not- . stand. Aber wir brauchen Heilung unserer seelischen Not; sie kann nur kommen aus echtem Kunstwerk in einer einmaligen unmittelbaren Form, denn nur sie bewegt uns. Warum sollte es nicht auch unter uns nationalen, vom" engeren oder weiteren. Bekanntenkreis liebenswürdiger Autoren gepflegten Kitsch geben, der bekämpft werden muß! Und selbst durch die schwerste Judengesetzgebung wird einer nicht zum Dichter, wenn er es nicht zuvor schon gewesen ist. Wir können zum Schicksal den. Dichter nicht fordern, deir uns not tut, sondern müssen geduldig warten, daß die Vorsehung uns einen schicke, der das künde, was wir fühlen, der unser Mund sei, zugleich mit unserer Klage und Aussprache und unserem Trost. Aus der Gemeinde München Bibelkurs des Frauenbundes Der Bibelkurs beginnt wieder am Montag, 13. Januar, pünktlich 5 Uhr. Thema: I. Buch Mose, Kapitel 22—25. Sitzungssaal der Kultusgemeinde. Schulungskurse für Jugendführer Die Reihe der in München von der Israelitischen Kultusgemeinde gemeinsam mit dem Ortsring der jüdischen Jugendverbände und der Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung (Frankfurt) veranstalteten Schulungskurse für Jugendführer wird mit folgenden Veranstaltungen fortgesetzt werden: 11. u. 12. Januar: Professor Dr.* Martin Bube r, Frankfurt a. M.: Bibelkurs, „Das Buch Jona"; 15. u. 16. Februar: Gemeinderabbiner Dr. Max Grünewald, Mannheim: Geschichtskurs, „Die Bibel als Geschichtsquelle"; 18 u. 19. April: Ober rabbiner Dr. Josef Carlebach, Altona: „Das Wesen des Midrasch". Außerdem wird im März womöglich Herr Direktor Karl Adler, Stuttgart, einen Sing- und Musikkurs abhalten. Auskünfte über alle vorgesehenen Veranstaltungen sind von Herrn HansLamm, München 22, Schließfach, zu erhalten. Die Teilnehmerzahl an dem Bibelkurs von Herrn Professor Dr. Martin Buber ist auf 50 festgesetzt worden. Die Ausgabe der Teilnehmerkarten, ohne die der Besuch des Kurses keinesfalls möglich ist, erfolgt über die Jugendbünde. Gemeinsame Feier der jüdischen Bünde Die jüdischen Jugendbünde Münchens veranstalten Ende Januar eine gemeinsame Feier, deren Programm.