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Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern · 1935-12-15 · 11 (15.12.1935) · p. Seite 31

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Journal
Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern
Volume
1935
Issue
11 (15.12.1935)
Date
1935-12-15
Page
Seite 31 (sequence 2)
Language
German
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3i Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern Nr. il gung im Judentum begründet. — Auf seinem eigenen Gebiet hat das Judentum Unerhörtes geschaffen bzw. der Welt vermittelt. Aber auch für die Gestaltung der materiellen Kultur haben die Juden Außerordentliches geleistet. Selbst Gobineau, der Begründer der modernen Rassenlehre, spricht mit großer Bewunderung von den Leistungen der jüdischen Rasse. 4, Jüdische Rassenhygiene. Wenn man die Gesetze von Aufstieg und Abstieg der Rassen, wie sie oben dargestellt wurden, betrachtet, so kommt es dem Beobachter zu Bewußtsein, daß die Erhaltung der Juden vom rassekundlichen Standpunkt aus ein einzigartiges Phänomen darstellt. Zur Erklärung dieser Erscheinung kann man folgende Punkte angeben: 1. Relative Reinhaltung. Das jüdische Gesetz hat in alten Zeiten eine Vermischung mit fremdem Blute ziemlich ausgeschlossen. Das Judentum hat auch nie danach gestrebt, Proselyten in großer Zahl zu gewinnen. Da die jüdische Rasse weniger in ihrer körperlichen als in ihrer geistigen Form gepflegt wird, werden Proselyten. die nur aus äußeren Gründen öder durch Zwang zum Judentum kommen, vom jüdischen Schrifttum abgelehnt; denn diese stellen eine Störung des Erbgutes der jüdischen Rasse dar. In bezug auf sie bestehen alle diese Gefahren, die oben für Rassenmischung angegeben sind. Anders liegt die Sache bei den wenigen Proselyten, welche aus eigener Überzeugung trotz vieler Hindernisse und Schwierigkeiten, die ihnen ja von den Juden selbst bereitet werden, sich der jüdischen Gemeinschaft anschließen. Bei ihnen muß vorausgesetzt werden, daß ihr geistiges Erbgut der Geisteshaltung der jüdischen Rasse ziemlich entspricht; ihr Eingehen in die jüdische Gesamtheit wird infolgedessen .licht zu jenen Dissonanzen führen, die gerade im Geistigen bei der Rassemischung entstehen. Auch die körperlichen Merkmale der Juden werden durch diese Blutmischung einzelner wenig betroffen, da ja nach heutiger Erfahrung die jüdischen Rassenmerkmale dominant sind, d. h. beim Zusammentreffen mit entgegengesetzten Körpermerkmalen anderer Rassen diese meist überdecken; darum konnten sich die wenigen Proselyten der jüdischen Gemeinschaft auch leicht assimilieren. 2. Fortdauer der Auslese im Sinne der Höherwertigkeit. Der Abstieg der Rassen nach Entwicklung hoher Kultur wurde oben hauptsächlich damit begründet, daß innerhalb der Völker die geistig höherstehende führende Rasse durch Verminderung ihrer Fruchtbarkeit allmählich zurückgedrängt wird, während die minderwertigen Teile des Volkes aufsteigen. Im Judentum ist trotz hoher geistiger Kultur diese Erscheinung bis zum letzten Jahrhundert nicht aufgetreten und auch heute noch zeigt sie sich nur in einem Teil der westeuropäischen und amerikanischen- Judenheit. Im Judentum hat von jeher ein geistiges Ausleseprinzip geherrscht. Die nohe Achtung vor den Gelehrten hat bei der Gattenwahl von jeher eine große Rolle gespielt. Geistig hochstehende Menschen kamen daher — im Gegensatz zu den übrigen Kulturvölkern — relativ frühzeitig zur Ehe; sie handelten ja in höherem Grade als die anderen nach den diesbezüglichen Vorschriften des jüdischen Gesetzes. Und gerade die geistig hochstehenden Männer des Judentums, die Thoragelehrten, zeichneten sich von jeher durch Kinderreichtum aus. Daraus wird man verstehen, warum die geistigen Anlagen des jüdischen Volkes nie verkümmerten, sondern vielmehr in vollem Umfange erhalten blieben. Das geistige Ausleseprinzip hat auch nicht, wie man vielleicht annehmen könnte, zu einer Verkümmerung der körperlichen Anlagen geführt. Gerade die Erfahrungen der Gegenwart (ostjüdische Einwanderer in Amerika, deutsche Chaluzim in Erez) zeigen, daß die körperlichen Mängel im Erscheinungsbild der Juden zum größten Teil auf Lebensweise und Erziehung zurückzuführen sind; das Erbgut auch in körp.erlicher Beziehung ist gut. Es ist aalzunehmen, daß der Ausleseprozeß in bezug auf die körperlichen Merkmale schon in ältester Zeit (zur Zeit der Landbesitznahme und später) außerordentlich weit fortgeschritten war, so daß aus dem körperlichen Erbgut, das den Juden in die Diaspora mitgegeben wurde, bereits die Schwächen weitgehend ausgemerzt waren. Zwar wurde durch die einseitige Betätigung im Mittelalter und in der Neuzeit das körperliche Erbgut in den einzelnen Generationen nicht zur vollen Entfaltung geführt, aber vorhanden blieb es doch und tritt bei entsprechender Lebensweise und Schulung in kurzer Zeit wieder in Erscheinung. 3. Ausmerze der Minderwertigen. Zum Ausharren in der jüdischen Gemeinschaft gehören seit zweitausend Jahren hohe Einsicht in das Wesen des Judentums und bedeutende Willenskräfte. In jedem Zeitalter blieben nur die Zähesten dem güdischen Volke treu und so wurde fortdauernd minderwertiges Erbgut ausgemerzt. Es ist daher nicht verwunderlich, daß dem gebliebenen Sche'- erith Jisrael Willensstärke und Zähigkeit in ganz besonderem Maße zu eigen ist. 4. Erhaltung des Keimplasmas. Es ist doch noch nicht voll geklärt, wieso sich am jüdischen .Volkskörper nicht jene Alterserscheinungen zeigen, wie sie oben durch den „Zerfall des Keimplasmas" erklärt werden. Man steht vor der außerordentlichen Tatsache, daß innerhalb des gesamten Judentums das Keimplasma der alten Rassen in unverminderter Frische durch Jahrtausende erhalten wurde. Nun wurde als Begründung für den Zerfall des Keimplasmas angegeben, daß bei den Kulturvölkern sich die Lebensweise in den wesentlichsten Punkten gegenüber derjenigen geändert hat, die in der Zeit der Auslese gültig war; infolgedessen ist ja jene störende Inkongruenz zwischen der Lebensweise und dem Keimplasma entstanden. Es gibt daher für die abweichende Erscheinung beim Judentum nur eine Erklärung. Die T h o r agesetze haben für die Juden eine ganz bestimmte ihrer Art angemessene Form des Lebens gesichert und nachteilige Einflüsse auf das Keimplasma ausgeschaltet. Sie haben Jahrtausende hindurch in den wichtigsten Punkten das Leben des jüdischen Menschen in jenen Formen erhalten, die seinen Erbeigenschaften entsprechen. Unter diesem Gesichtspunkt gewinnt die Behauptung der Thora von den jüdischen Gesetzen: hem chajehem w'orech jomehem, eine ganz besondere Bedeutung. Es ist nicht schwer, aus diesen Bedingungen des jüdischen Volkes in rassischer Beziehung Folgerungen für eine jüdische Eugenik zu ziehen. Es sind ja vielfach Gesichtspunkte, die ohnedies heute viel erörtert werden: Frühehe, Kinderzahl usw. Eine besondere Beachtung verdient die Erfahrung, daß die Teile des jüdischen Volkes, die im Bereiche der westeuropäischen Kultur leben, schon seit mehreren Generationen jene Verfallserscheinungen zeigen, von welchen das Judentum so lange verschont blieb. Es ist leicht zu erkennen, daß gerade das Abweichen vom jüdischen Gesetz und damit die Aufgabe einer den jüdischen Rassen artgemäßen Lebensweise die Hauptursache ist. Der Versuch der Assimilation mußte zu Verzerrungen und Verkrampfungen führen; daß eine wirkliche Vollassimilation als Jude für den Juden ausgeschlossen ist, dürfte jedem klar sein, der meinen Ausführungen bis hierher gefolgt ist. Eine Hauptforderung für die Gegenwart muß deshalb sein: Rückkehr zum volljüdischen Leben nach den Gesetzen der Thora, Loslösung von nichtjüdsichem Denken und nichtjüdischer Betrachtungsweise. Daß für das Judentum wichtig ist, .auch bei der Gattenwahl eugenische Gesichtspunkte zu berücksichtigen, bedarf keiner Frage, der Schulchan Aruch stellt ja bereits derartige Forderungen auf. Allerdings wird eine jüdische Rassenpflege nicht rein körperliche Gesichtspunkte in den Vordergrund stellen. Daß auch sonst die jüdischen Gesichtspunkte andere sind, wie die der nicht jüdischen Rassenhygieniker, mag z. B. folgendes Beispiel illustrieren. Rabbi Jehuda Hachassid, der um 1200 lebte und in seinem Werke Sefer Chassidim außerordentlich viele Gedanken gerade zur Gattenwahl bringt, empfiehlt z. B. Ehepartner aus Proselytenfamilien. Sein Gedanke dürfte etwa folgender sein: Menschen, die in der damaligen Zeit schwerster Verfolgung des Judentums sich trotzdem dem Judentum anschlössen, müssen gerade in hohem Maße jenes Erbgut besitzen, das den Grundcharakter der jüdischen Seele bestimmt.

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