Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern · 1935-12-15 · 11 (15.12.1935) · p. Seite 30

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern
Volume
1935
Issue
11 (15.12.1935)
Date
1935-12-15
Page
Seite 30 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/9934493-9934523-9934537--396-2743737
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

(Mitteilungen Des IflOtfrtjen fefjreroerems für Schriftleitung: Max Adler, München 1935 München, 15: Dezember Nr.. 11 Eskimo Mongolen Malaien Vererbungslehre und Rassenkunde des jüdischen Volkes Von J. B. H i r n h e i m e r, Würzburg (Fortsetzung und Schluß) 3. Rassenkunde des jüdischen Volkes. Zunächst eine Ubersichtstafel über die Rassen der Welt (entnommen aus.Weinert, Die Rassen der Menschheit). linke, schwarze Linie mittlere Linie rechte, gelbe Linie Neger Europide Indianer Hottentotten Hindu-Indide Buschmänner Polynesier Pygmäen Ainu Negrito Dravida Melanesier Weddide Tasmanier Wedda Australier Von diesen Rassengruppen interessiert uns nur eine, die der Europiden, welcher alle Menschen angehören, aus welchen sich die Völker Europas und Vorderasiens zusammensetzen. Die Hauptarbeit der speziellen Rassenkunde ist aber "'heute in Deutschland den Untergruppen der Europiden zugewendet. So unterscheidet man als Bestandteile des deutschen Volkes sechs Rassen: die nordische, fälische, westische, ostische, ostbaltische und dinarische Rasse. Unter diesen ist die nordische die wertvollste, die ursprünglich schöpferische des Volkes. Sie wurde aber im Laufe der Geschichte gemäß der im vorigen Abschnitt geschilderten Entwicklung, starfc>.zurückgedrängt. Rathenau hat schon 1906 den Gedanken geäußert, daß eine „Notifikation" Europas' für die Erhaltung der Kultur notwendig sei. In der Tat ist man in der Gegenwart bestrebt, den nordischen Einschlag im deutschen Volke nach Möglichkeit zu verstärken.'- An der Bildung des jüdischen Volkes sind vor allem zwei Rassen beteiligt, die man heute als die vorderasiatische und die orientalische R a s s e bezeichnet. Wie bereits der berühmte Rassenforscher Luschan feststellt, stehen beide Rassen in engster Beziehung zu zwei Rassen, die auch im deutschen Volke vorhanden sind. Die vorderasiatische Rasse ist nach Luschan ziemlich identisch mit der dinarischen, die orientalische Rasse mit der westischen Rasse. Außerdem dürfte im jüdischen Volke auch ein starker hamitischer Einschlag .vorhanden sein. Rassisch verwandt mit den Juden sind z. B. die Armenier, die Hethiter, die Sumerer (welchen die ältesten Kulturen des vorderen Orients zugeschrieben werden). Die Genannten sind sämtliche Vorderasiaten. Ferner die Araber, die Assyrer, die Phönizier, die Philister, die Amoriter, welche der orientalischen Rasse angehören. Man liest auch zuweilen von einem negerischen und mongolischen Einschlag im jüdischen Volke. Es sind aber nur einige wenige Individuen, welche eine solche Annahme überhaupt denkbar machen. Verschiedene Rassenforscher weisen darauf hin, daß solche Abweichungen viel besser durch die Annahme von Mutationen erklärt werden können. Wir sind ja überzeugt, daß überhaupt alle Rassen durch Mutationen aus einer einzigen U r r a s s e'entstanden sind; es muß also möglich sein, daß ähnliche"Mutationen immer wieder einmal auftreten wie jene, welche in grauer Vorzeit zur Abspaltung einer, neuen Rasse geführt haben.' Ähnlich dürfte es sich auch mit dem nordischen Einschlag verhalten, obwohl die Zahl der blauäugigen ■ und blonden Juden nicht allzu klein ist. (Nach manchen 10 Prpz.) . Man nahm an, daß die Juden schon in ihreV Frühzeit mit nor-;| disohen Völkern in Verbindung gekommen seien. Die Uber-? zeugung,; daß die nordische Rasse die große Kulturacnöpferin ist, führte dahinein den alten Kulturen Einflüsse nordischer Menschen zu suchen. Die Amoriter z. B. sollten trotz ihrer semitischen Sprache nordischer Herkunft sein. Als Beweis brachte man z. B., daß der König der Amoriter sich als Herr der Schwarzköpfe bezeichnete, wonach die Herren- Schicht, der er angehörte, blond gewesen sein müsse! Als man entdeckte, daß die amoritische Kulturschicht auf einer viel älteren Kulturschicht der Sumerer sich aufbaute, hielt man diese für Angehörige der nordischen Rasse. Die. Gesichter der Sumerer auf alten Skulpturen zeigen aber deutlich das typische Gepräge der vorderasiatischen- Rasse. Auch von " großen Persönlichkeiten des Judentums hört man oft, daß sie nordischer Herkunft gewesen seien. So soll z. B. David blonde Haare gehabt haben (zufolge einere phantasievollen Ubersetzung des Wortes „Adoni"). Die Blondhaarigkeit und Blauäugigkeit unter den Juden sind m. E. keineswegs Anzeichen nordischer Blutmischung; vielmehr ist anzunehmen, daß blond oft in schwarzen Rassen als Mutation auftritt. Wo infolge des Einflusses der Umgebung blond geschätzt wird (z.B. in Europa), verstärkt sich die Zahl der Blonden infolge der darauf gerichteten künstlichen Auslese bei der Gattenwahl. Daß durch Mischehen und durch Proselyten nordisches Blut in irgendeinem nennenswerten Maß in das Judentum gekommen sei, widerspricht allen geschichtlichen und statistischen Feststellungen. Eher kann ostisches Blut in das Judentum gelangt sein (Chazaren, russische Proselyten). Das Blond mancher Juden mag auf diesen ostischen Einschlag zurückzuführen sein; besonders wenn Kurzköpfigkeit und kurze Beine gleichzeitig auftreten, liegt die Vermutung nahe. An den Bildern heutiger Juden sehen wir deutlich, daß selten eine der ursprünglichen Rassen, aus denen sich die Juden zusammensetzen, rein zum Durchbruch kommt. Lange, hat man die Juden als eine einheitliche Rasse betrachten wollen. Das geht natürlich nicht. Aber sie bilden ein Rassegemisch ganz bestimmter Prägung, das sich deutlich von anderen Menschengruppen abhebt. Der sogenannte jüdische Typ ist allerdings nach Ansicht mancher Rassenforscher mehr in den Weichteilen und in der Mimik des Gesichtes begründet, die mehr mit Lebensanschauung und Gemütslage zusammenhängen als mit den unveränderlichen Merkmalen der Rasse. ' Über die körperlichen Merkmale der Rassen hier zu sprechen, dürfte wenig Sinn haben, da sie nur im Zusammenhang mit Bildern erfaßt werden können. Deshalb nur "einige Worte über die geistigen Merkmale der jüdischen Rasse. Schäle ich heraus, was man wirklich über die Grundrasseh des jüdischen Volkes aussagen kann, so ist es etwa folgendes: die vorderasiatische Rasse besitzt ein außerordentliches Einfühlungsvermögen in fremde Seelenzustände. Daraus entwickelt sich einerseits die große kaufmännische Begabung, die ja bei den Armeniern, dem Grundtyp der vorderasiatischen Rasse, noch stärker ist als bei den Juden; ferner dürfte die große Begabung für die Schauspielkunst aus dem gleichen Ursprung stammen. Jedoch sind beide Eigenschaften mehr eine Folge von Verdrängungen und Umformungen eines viel tieferen, die ganze jüdische Geschichte erfüllenden Phänomens. Claus bezeichnet in seinem Buche „Rasse und Seele der Völker" den vorderasiatischen Menschen ais den Er lös;ungs-menschen; den Menschen, der dauernd darnach strebt, sich selbst in die Sphäre des Geistigen zu" erheben und zugleich seine Mitmenschen mit emporzuzieHeri. Moses und die Propheten sind die Blüten dieser Geisteshaltung, die ihre Fortsetzungen in den großen Talmudgelehrten, Chassidimrabbis — aber auch in den vielen Juden finden, die ihr Leben einer Idee opferten, welche die Menschheit erlösen soll. D e r o r i e ntalische Typ bildet nun gerade in diesem Zusammenhang eine glückliche , Errpnz.ung des Vo r d er as ia ten. Der orientalische 'Typ!'• gipfeft im Offenbarungsmenschen, der überall das hinter den Dingen? Stehende erlebt, den das Streben erfüllt, die Wert als Einheit zu erfassen, ihre Geheimnisse zu erfahren. Die Verbindung beider Typen hat d i e Ve r g e i s t'i -

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.