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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1935-12-15 · 24 (15.12.1935) · p. Seite 537

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
11 (1935)
Issue
24 (15.12.1935)
Date
1935-12-15
Page
Seite 537 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 24 Bayerische Israelitische Gememdezeitung 537 bau Oranienburger Straße hielten; vor allem die Betrachtungen Täublers gehen weit über den Rahmen eines Geschäftsberichtes hinaus und schreiten von der Darlegung rein praktischer Gesichtspunkte zur Erörterung des wissenschaftlichen Grundproblems fort, zur Beantwortung der Frage, was die Geschichte der Juden in Deutschland überhaupt zum Ausdruck bringen wolle. Von den wissenschaftlichen Beiträgen selbst seien besonders als umfassendere Arbeiten von grundsätzlicher Bedeutung hervorgehoben: ein Entwurf zur Schaffung des noch fehlenden Urkundenbuches für die mittelalterliche Geschichte der Juden in Deutschland und die Herausgabe eines solchen urkundlichen Quellenwerkes, des Erfurter Judenbuches. Der 1926 zuletzt erschienene Jahrgang ist interessant, weil er ganz besonders die verschiedenen Arbeitsgebiete erkennen läßt; er bringt Beiträge aus Staatsarchiven, Abhandlungen zur. Personen- und Materialienzur Familiengeschichte, Akteninventare aus Gemeinden mit Darstellung einer Kultusentwicklung, Nachrufe auf bedeutende jüdische Historiker, die mit dem Gesamtarchiv in enger Verbindung standen. Das darin enthaltene Verzeichnis der Gemeinden und Siedlungen, die bis dahin ihre Archivalien an das Gesamtarchiv abgetreten hatten, weist bereits über 360 Namen auf. Der neue Jahrgang der Mitteilungen, der anläßlich des 30jährigen Bestehens erscheinen soll, wird zeigen können, wie seitdem diese Zahl gestiegen ist, wie die Auskunftserteilung über geschichtliche rechtliche und personelle Fragen sich vermehrt hat und wie besonders seit dem Einsetzen der Familienforschung die Tätigkeit der Archivleitung in außerordentlichem Maße zugenommen hat. In wissenschaftlicher Hinsicht wird sicherlich der neue Jahrgang nicht hinter seinen Vorgängern zurückstehen. Der Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden, der selbstverständlich gleichfalls eine Zentralsammelstelle für Arohivalien und Kultgegenstände aus den bayerischen Gemeinden bildet, erhielt kürzlich die Anfrage von Seiten einer Verbandsgemeinde, in welcher Weise Archivalien gesammelt und geordnet werden sollen, um sachgemäß aufbewahrt zu werden. Die historische Kommission des Verbandes will aus diesem An- 4Üd)tet galten XOaä)t deines 01 befiellt iä> mir, Liemes £id>t erhellt t^> mix, VOifyt il>v aw3> we&xvegen? — ^etlge Jlitytcx galten XOad>t, &eud>tm in btx bxmVltn Ha^t (£»ottce XOutibexwtQtn. IRalte tDmbc xvefyen £ier, UTeiitc iltd>t3>ett flcbett £ter: XOcfyt mir weiter,.TDm&e! 3ft <uid> wenig Q>1 im Ärag, 3mmer bleibt es bod> genug, £>af* es TOunfcer run&e. 3<tfob Jif4>mann 2tusöcm^cbrdifd;cttfibccfeQtt)onl£.S.<C. laß ein zweckentsprechendes Merkblatt entwerfen. Sie wird damit auch eine nützliche Vorarbeit für das Gesamtarchiv der Juden in Deutschland leisten. Diesem selbst kann man gelegentlich seines Gedenkjahres nur wünschen, daß das Verständnis für seine Bedeutung zu fortschreitender praktischer Unterstützung führen und ihm nicht bloß zahlreiches neues Material für seine Bestände, sondern auch ausreichende finanzielle Mittel für ihre, die jüdische Geschichte bereichernde wissenschaftliche Verwertung zur sicheren Verfügung stellen möge. Die Staafszionisfische Organisation K a r e s k i in München Die staatszionistische Organisation veranstaltete am 1. Dezember ihre erste Kundgebung in München im Museums-Saal, die sehr gut besucht war. Redner war der frühere Vorsitzende der Berliner Gemeindevertretung, Direktor Kareski. Er kritisierte zunächst scharf die mangelnde Folgerichtigkeit in in die führenden und verantwortlichen Gremien der Juden in Deutschland. .Es fehle an ernsten Entschlüssen zu Taten bis in die führenden und verantwortlichen Gremien der Juden hinein. Als vor Jahresfrist von staatszionistischer Seite die Ansicht vertreten wurde, daß unsere Lage sich bald erheblich verschärfen würde und wir mit einer Liquidation der wesentlichen Teile des deutschen Judentums im nächsten Jahrzehnt rechnen müßten, wurde diese aus ernsthaftesten Überlegungen und Sorgen entstandene Einsicht allseits als unerlaubte Schwarzmacherei angefochten. Leider,müsse man heute eine noch schnellere Entwicklung erwarten; auch die Reichsvertretung sei unvorbereitet gewesen. Weder für die Öffnung Palästinas noch für Vermögensliquidation und praktische, auf lange Sicht angelegte Transierierung wurden geeignete und rechtzeitige Vorbereitungen getroffen. Der Redner nannte in diesem Zusammenhang interessante, erfolgreiche Parallelen aus der Nachkriegsgeschichte, aus denen praktische Möglichkeiten zur Lösung dieser Fragen ersichtlich wurden. Verwunderlich sei bei alledem das Stillschweigen der Gemeinden, die doch in Bälde unter dem jüdischen Ausverkauf katastrophal zu leiden hätten. Immer wieder tauche dabei das Problem der Führung auf, da offensichtlich die Leiter der jüdischen Organisationen bei allen vergangenen Verdiensten weder in der geistigen Erfassung der Situation, noch praktisch den Wandlungen unserer Existenz sich gewachsen zeigten, wobei die zionistische Bürokratie nicht auszunehmen sei. Kareski erläuterte dann in großen Zügen die Lösung die die staatszionistische (revisionistische) Bewegung zur Rettung des deutschen Judentums als allein möglich ansieht: die energisch betriebene, großzügige und systematische, vor allem anderen drängende Verbringung der Massen, insbesondere der mittelständischen Kreise, nach Palästina. Eine entscheidende Aktivierung der Führung der deutschen Juden allein könne vielleicht noch die Folgen der bisherigen Versäumnisse vermeiden. Das alte zionistische Ziel, Herzls Staatszionismus, ist allerdings Vorbedingung einer ausreichenden Lösung. Das jüdische Volk kann nie auf seinen historischen und staatsrechtlichen Anspruch auf West- und Ostjordanland zusammen verzichten. Es braucht auch keinem eingeborenen Bewohner Palästinas die Heimat zu nehmen. Vorsichtige Berechnungen der Fassungskraftdes historischen Palästina ergeben Zahlen, die allen jüdischen Notwendigkeiten gerecht werden könnten, wenn die Juden erst wirklich über die Erschließung des Landes zu bestimmen haben. In diesen Fragen haben freilich die Vertreter der Juden im letzten Jahrzehnt entscheidend versagt, sie sind am eigenen Jüdischer Kulturbund in Bayern Ortsgruppe München Dela Liipinskaja am £1., 22. und 23. Dezember im Museum Marionettenbühne Münchner jüdischer Künstler am 4. Januar

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