Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 22 (15.11.1935)
- Date
- 1935-11-15
- Page
- Seite 489 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 22. Bayerische Israelitische .Gemeindezeitung 489;"• Q Ii,- Gemeindesitzung Am 7. Novernlber fand die erste gemeinsame Sitzung von Vorstand und Gemeindevertretung der Israelitischen K'ültusgemeinde München, nach Erlaß der Reichsgesetze, vom 15. Seiptemiber statt. Der Vorsitzende der- Gemeindevertretung Rechtsanwalt Dr. Regensteiner wies in einleitenden Worten auf die Bedeutung dieses Zeitpunktes hin und besonders auf dem Aufruf der Reicfrsvertretung, hinter den sich die Münchner Gemeinde ohne Einschränkung stellt. Er skizzierte die einzelnen Aufgaben des Tages, u. a. iauf den, Gebieten der Schulfrage und des Palästina-Aufbaus und stellte an die Spitze aller Forderungen, die nach Einigkeit, Selbstzucht, jüdischer Haltung und Opferbereitschiaft. 'Die in der Münchner Gemeinde traditionelle Einigkeit solle immer mehr zur Niederlegung der Parteiischranken führen. Die Ausführungen, des Vorsitzenden wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Anschließend erfolgten die Ergänzungswahlen zweier Ausschüsse, bei denen von Olberstlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer mit herzlichen Worten des Dankes und Abschiedes der Auswanderung des praktischen Arztes Hrn. Dr. August Feuch-twanger gedacht wurde. — Nach einem umfassenden Referat des Herrn Justizrat Dr. Oestreich beschloß die Gemeindevertretung einstimmig, entsprechend einem Vorstandsbeschluß, die freie Kantorstelle Herrn Jakob H o h e n e m s e r (Worms) anzubieten, der neben den kantoralen Funktionen 'auch die eines Religionslehrers ausüben soll. —Herr Dr. Marschütz gab eine Erklärung ab, in welcher er die Gemedndeführung ersuchte, weitere Ausschau nach einem Jugendrabbiner zu (halten. — In seiner Eigenschaft als Finanzreferent berichtete J.-R. Dr. Oestrich über Lage und Entwicklung der Gemeindefinanzen im.letzten und laufenden Steuerjahr. In der eingehenden Aussprache wurden auf die immer stärker zu'erwartenden einschneidenden Auswirkungen der Abwanderung verwiesen. — Rechtsrat i. e. R. Dr.Weiler (berichtete in einem umfassenden Referat über Fragen der Auswanderung, der Umschichtung und der Darlehenskassen. Er erörterte dabei außer der Palästinawanderung auch verschiedene überseeische noch unzureichend geklärte Siedkingspläne. Besonders befaßte er sich, wlie auch die Diskussionsredner, mit den Fragen der Winterhilfe. Die Opferbereitschaft, die diese schwere Stunde von uns erfordere, sei bisher noch nicht von allen Gemeindemitgliedern im notwendigen Umfang gezeigt worden. Einigkeit herrscht bei Gemeindevorstand und .Gemeindevertretung darüber, daß es notwendig sei, die Winterhilfe unserer Gemeinden so unbürokratisch und reibungslos wie nur möglich zu gestalten, größte Sparsamkeit solle obwalten, um die eingehenden Beträge ungekürzt den Bedürftigen zuzuführen, die Betreuung dürfe nicht engherzig sein, sie müsse vielmehr vom Geist der größten Loyalität und Menschlichkeit getragen werden. — Die arbeitsreiche Sitzung wurde vom Vorsitzenden mit Dankesworten für die (allseitige rege Mitarbeit geschlossen.: Lehrkurse der Gemeinde '•!•.*' .... Die in der vorigen Nummer der Gemeimde-Zeitlumg durch Sonderfoeilage angezeigten Lehrkurse haben her gönnen. Neuanmeldumigen an den Kursen von Dr. ,W e r-: Unsere 4 Standard-Leistungen: WINTER-MÄNTEL flott im Schnitt, vorzüglich in Qualität in den Hauplpreislagen: RH. 48.-, 58.,- 68.-, 78.- S E F E L D E R Gegründet 1S78 ner C ahn mann (Zur inneren Problematik des modernen Judentums) und Rabbiner Dr. Bruno Finkel scher er. (Der Kampf um die Erhaltung der Eigenart tin der jüdischen Geschichte) durch; die Gemeinde- Kanzlei. Iwria, Darlehenskasse in München Die I w r i a D a r 1 e h e n s k a s s e in München ist eine Einrichtung, der Wirtschaftshilfe, keine Wohltätigkeitsanstalt. Sie kann daher von jedem Mitglied der Kültusgemeinde München in Anspruch genommen werden, ofhne daß der Darlehenssucher das bedrückende Gefühl zu haben braucht, eine Unterstützung zu fordern. Die Kasse gewährt Darlehen in mäßiger Höhe — in der Regel .bis zu RM. 1000.— zu produktiven Zwecken gegen entsprechende Sicherheit unter Berechnung sehr mäßiger Verwaltungskosten. Darüber hinaus sind die iauf rechtlichem und kaufmännischem Gebiet wohl erfahrenen Geschäftsführer in besonderen Fällen wenigstens zur Erteilung geschäftlicher Ratschläge auch dann bereit, wenn die Gewährung eines Darlehens nioht in Frage kommt. Die Geschäftsführung der Kasse warnt dringend davor, die Kasse erst dann in Anspruch zu nehmen, wenn die Geschäftslage des Gesuchstellers schon derartig ist, daß auch bei Gewährung des Darlehens Aussicht auf Gesundung des Unternehmens nicht mehr besteht oder die notwendigen Unterlagen für den gewünschten Kredit nicht mehr geboten werden können. Der in vorübergehender Bedrängnis befindliche Geschäftsmann wende sich vielmehr rechtzeitig und vertrauensvoll an die Geschäftsführer. Er kann versichert sein, daß er bei diesen Verständnis und Wohlwollen, selbstverständlich bei vollster Verschwiegenheit, finden wird. Geschäftsstunden: Dienstag und Freitag %9—11 Uhr, Herzog-Max-Straße 3/1.. Führ er Schulungskurs Karl Adler in München. Karl Adler, der Leiter der Jüdischen Kunstgemeinschaft in Stuttgart, gab in München einen dreitägigen Sing- und musikpädagogischen Führerschulungskurs, verbunden mit zwei Gemeinschaftssingen und zwei Sabbatfeiern, an welchen viele Hunderte von Mitgliedern der Münchener Bünde teilnahmen. Während in den Offenen Singen, die. Herr Dr. Josef Marschütz, als Vertreter der Kultusgemeinde und Ortsring- Der^trumpfMen ~. I %amStadius sar I ^Hr^ , Schwanthaler* H; RauM«tr 1 gegenüber Imperiattheater atrass« 133 - H BayerSTr.1 -^W Max.Schoenemann «ra83B *&* M