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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1935-11-15 · 22 (15.11.1935) · p. Seite 490

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
11 (1935)
Issue
22 (15.11.1935)
Date
1935-11-15
Page
Seite 490 (sequence 8)
Language
German
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490. Bayerische Israelitische Gemeindezeitüng Nr. 22 Ii ll^* Kürschner- Pl II II II II I meister Augusten'str. 85, Ecke theresienstr. Ffcrnruf 58160 ihr Berater in allen inla RlftlffCII Zeitgemäße Preise Vorsitzender, mit Grußesworten eröffnet hatte, vor allem eine Fülle deutscher .und tiebräischer Weisen ..gelernt wurden und an ihnen schon den jüngsten gezeigt würde, was es heißt, ein Lied ri'chtijg einzuüben und mitzusingen, führte Direktor Adler in (Jen,.musik0ädagogischeri Arbeitsgemeinschaften tiefer ein in die wesentlichen Grundbegriffe und' Voraussetzungen jeden Musizierens und wies den Weg zur Weitergabe des Erlernten an die bündischen Gruppen. Mit Beispielen und praktischen Übungen förderte er in wenigen Stünden die Teilnehmer so weit, daß gemeinsam an das Erlernen einiger nicht einfacher Weisen, gfegangeh werden könnte. Uber das Künstlerische hinaus wären die mit Karl Adler zusammen verbrachten Stunden menschlich .von größtem Gewicht, weil er den Kleinsten so. gut wie den Führern einen nachhaltigen Begriff davon vermitteln konnte, Reiche .Hingabe, welche Gespanntheit und welche Konzentration richtiges Singen und Musizieren — wie jedes ernsthafte Schaffen — von uns verlangt und daß Schulung hier unerläßlich ist. Der Gemeindevorsitzende Oberstlandesgetf chtsxat Dr. Neumeyer hatte beim Oneg-Schabbat herzliche Worte, der Begrüßung gesprochen und beim Abschluß des Gesamtktirses — unter stürmischem dankbaren Beifäll der jugendlichen Teilnehmer — des Wunsches der Gemeihdeführung auf baldige Fortsetzung des Kurses Ausdruck gegeben. H a n s, L a m m sprach beim Oneg-Schabbat den. besonderen Dank der Jugend an die Kurs-Veranstalter, die Mittelstjeile für jüdische Erwächsehenbiidung (Frankfurt), die Israelitische Kultusgemeinde und den Ortsring der jüdischen Jugendverbände München, sowie vor allem an Karl Adler selbst. wollen Freude schenken.., dann einen Pelz aus der reichen Auswahl von Qualitätspelzen des K ü rsch n ermeisters PELZ-REISS Kaufingerstr. 26 denn dieser Name bürgt für Qualität! Vor 650 Jahren. Ein Gedenktag aus der Geschichte der Juden in München. In diesen Tagen (12. Oktober) jährte sich zum 650. mal das in allen Werken der jüdischen Geschichte in Deutschland verzeichnete Ereignis der Vernichtung der Juden in München im Jahre 1285. Der klassische bayerische Geschichtsschreiber Johannes Turmair, genannt Aventinus (1477—1534) registriert den Hergang aus den Quellen in seihen Annales Boiorum (Lib. VII, cäp. X, num. 11) folgendermaßen: „____. Aulici atque praetöres ducis impetum (sc. pöpuli) compescere conantür ..____consülturique Judaeis .eos in fahum lapideum, Synagpgam nuncupant, commigrare i'ubent. Quo cum Hebraei confugissent, fit acrior tumultüs. Popülus cöhvolat.....centum et octogihta Judaeos una cum tehiplo igne concremont." Synagoge und Judenbad standen im 13. Jährhundert nach der Überlieferung auf dem Platz des heutigen Hauses Nr. 6 der Landschaftsgasse. Näheres über den Anlaß zu der Katastrophe des Jahres 1285 findet man in der berühmten und schönen Geschichte Münchens des Bürgermeisters Michael v. Bergmann aus dem Jahr 1783 (Seite 41), ferner in der „Geschichte der Juden in Baiern" von Jbh. Christ. Freiherrn von Aretin aus dem Jahr 1803 (Seite 18 f.) und in dem reich illustrierten dreibändigen Werk des Jesuiten Mathias Rader „Heiliges Bayerland" (1714,. Bd. Ii, Seite 322 "f., mit der charakteristischen blattgroßen Illustration), außerdem in den späteren, allgemein zugänglichen Geschichtswerken von Bayern (Riezler, Doeberl etc.). Mehr als ein Erinnerungsvermerk soll hier nicht geboten werden; die Lektüre der eben genannten vier alten Darstellungen (Aventin, Bergmann, Aretin, Räder) ist beklemmend genug. Zu einem neuen kunstgerechten historischen Miniaturbild der Ges'era vom 12. Oktober 1285 ist heute nicht die Zeit. F. Jüdisches Wirtschaftsleben im arabischen kulturkreis. Referat über den Vorträg von Prof H. Cohen in den Lehrkursen der Mürichener Gemeinde. Unsere Kenntnis der Geschichte ist bis zu einem gewissen Grade zufallsbedingt, sie hängt davon ab, wieviel Material aus jeder Zeit sich auf die Gegenwart erhalten hat, welche Interessen die uns erhaltenen Geschichtsschreiber hatten und wie geschickt sie zu schildern verstanden. Die äußere Geschichte der Juden im arabischen Reich der Abbasiden, bisher ein nahezu unerforschtes. Gebiet, ist im Laufe der letzten Jahre durch die Funde in der Genisa und die Herausgabe noch unbekannter arabischer Autoren erheblich erweitert worden. So konnte Herr Prof. Dr. Arthur Cohen im Rahmen der Lehrkurse der Israelitischen Kultusgemeinde einen Vortrag über das jüdische Wirtschaftsleben im arabischen Kulturkreis unter den Kalifen halten, der das der jüdischen Allgemeinheit noch fremde Material in wirtschaftsgeschichtlicher Beleuchtung vorführte. Die Masse der Juden ernährte sich im Morgenland durch Handwerke — in Palästina waren sie vor allem Färber — jedoch auch durch allerlei Handel, z. T. mit seltenen und wertvollen Gegenständen. Die Geschichte zweier jüdischer Finanzhäuser in Bagdad und Kairo, über die wir näheres wissen, zeigt eine ungewöhnliche und unerwartet vielseitige Entwickelung des Geldgeschäftes, das im. Kalifenreich durchwegs in den Händen der „Ungläubigen", der Christen und Juden (und Perser) lag. Aber gleichzeitig ergibt sich ein. großer Unterschied vom modernen Bankgeschäft, während Ähnlichkeiten nur mit den Hofagenten der merkantilistischen Zeit bestehen. Man darf in diesen „Firmen" nicht die Vorläufer des Große Auswahl Zeitgemäße Preise Mäntel Kleider Complets Böcke Blusen» Strickwaren Morgenröcke o p e - z> - i a 7 .: :.g: e s: c ~ h ä f t für Damenmoden OPPENHEIiUEB^ Pachanerstraße O (neben Cafe Ungerer)

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