Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 21 (1.11.1935)
- Date
- 1935-11-01
- Page
- Seite 474 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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474 Bayerische Israelitische 'Gemeindezeitung Nr. 21 TITCH-KACFM 4I¥]V Reichenbachstraße 3, erster Stock Qualitätsstofle für Damen und Herren Bekannt billige Preise. ..... sehen Auswanderer und durch die Geschichten, in welchen jene ihr Erleben und das ihrer Ahnen gestalten. „Nur was wir gestalten, kann, uns befreien." Es ist unser aller Umwelt und Vorwelt, die sich hier spiegelt, eine befreiende Absage an Kopfhängerei und Lebensüberdruß, ein stärkendes Erinnern, eine natürliche Lebenshilfe. Der Roman. „Ahnen und Enkel" von Rudolf Frank wird Ende November den Mitgliedern der JBV zugeleitet. Die Geschäftsstelle «der JBV befindet sich Berlin W 15, Pariserstr. 7 Gh. Eine jüdische Geschichte von Felix A. Theilhaber. Von Felix A. Theilhaber, dem bekannten jüdischen Schriftsteller erscheint ' zu Ohanukkah im Verlag Kedem, Berlin-Charlottenburg, eine jüdische Geschichte. Der erste Band trägt den Titel „Kampf um Gott, Volk und Land". Der zweite Band heißt: „Kampf um die Heimat". Diese Geschichte ist im soziologischen Sinn verfaßt und wird nach der Eigenart der Abfassung und auf Grund der vielen neuen Funde und Gesichtspunkte, die überall klar und allgemeinverständlich vorgetragen werden, das größte Aufsehen erregen. „Die Reiche Israel und Juda." — Ein zweiter Band der Biblischen Geschichten für die Jugend von Joachim Prinz. Als zweiter Band der für die Jugend neu erzählten biblischen Geschichten ist im Erich Reiß-Verlag, Berlin, soeben, in derselben gefälligen Ausstattung wie der im vorigen Jahr veröffentlichte erste Band das die Erzählungen aus der Königszeit nach dem Tode Salomos umfassende Buch „Die Reiche Israel iind Juda" erschienen. Bei Einhaltung aller dem Stoff gegenüber gebotenen Distanz ist es dem Erzähler womöglich hoch besser als in dem bereits in fünfter Auflage erschienenen ersten Band gelungen, die Gestalten und Ereignisse jugendlichem Verständnis nahezubringen und ein echtes, fesselnd geschriebenes Jugendbuch zu schaffen. Daß die Ergebnisse der Ausgrabungen in Sebastie bereits mit in die Darstellung verflochten wurden, ist ein Beispiel für ihre Lebendigkeit. Zahlreiche Tuschezeichnungen von Heinz Wallenberg und eine durch charakteristische Bilder und graphische Figuren belebte Zeittafel fügen sich dem Text gut ein. Mosche Ibn Esra aus Granada. Weltliche Dichtungen.. Herausgegeben von Dr. Heinrich Brody. 440 Seiten Ouart. in Halbpergament RM. 28.— Schocken-Verlag, Berlin 1935. Mosche Hm Esra (1055—1138) bildet zusammen mit seinen Zeitgenossen Je-huda Halevi und Schlomo Ibn Gabirol das vielgerühmte Dreigestirn der hebräischen Dichtung Spaniens. Gleichwohl fehlte -bisher eine zuverlässige Ausgabe seiner Dichtungen. Nach jahrelangen Vorarbeiten legt nunmehr Dr. Heinrich'Brody, der Leiter des „Forschungsinstituts für hebräische Dichtung", in einem stattlichen und besonders schön gedruckten Band die gesamten weltlichen Dichtungen des Dichters vor. fec.,!*- ur Strumpfwaren und Wasche empfiehlt sich die #ßmUMPF-TANTE HAN S R EINEMANN Färbergraben ßj gegenüber Knagge & Peitz Der Band enthält alles, was von der weltlichen Dichtung Mosche Ibn Esras bekannt ist und auffindbar war: Diwan, Gürtelgedichte, Briefe und die Homonymendichrung Sefer ha-Anak. Der Herausgeber, konnte 2 nahezu vollständige Diwan-Handschriften benutzen und außerdem zahlreiche Genisa-Blätter und Handschriften, in denen einzelne Stücke der Dichtungen enthalten sind, zur Herstellung der Texte heranziehen. Vom Sefer ha-Anak haben ihm, von vielen Fragmenten abgesehen, zwölf vollständige Handschriften vorgelegen. Auf die Orthographie und die Vokalisatiön der Texte ist äußerste Sorgfalt verwendet worden. Erklärungen, Stellennachweise und textkritisohe Bemerkungen werden in einem besonderen Bande erscheinen. Goethe und das Alte Testament. Von Landgerichtsrat Raimund Eberhard. Wien (Verlag Dr. Heinrich Glanz) 1935. Trotz vieler Vorarbeiten ist dieses Buch geeignet, eine Lücke in der Goethe-Literatur auszufüllen. Das erste Mal wird hier in ebenso erschöpfender wie lebendiger Weise dargetan, wie das Alte Testament Goethe auf seinem ganzen Lebenswege begleitete, schon den Geist des Knaben formte und noch das Denken des Greises entscheidend beeinflußte, in allen seinen Dichtungen wie ein ständiger Unterton mitklingt und in Goethes Werk biblische Sprache widerhallen, biblische Bilder aufleuchten', biblische Motive hervortreten läßt. So ist dies Buch nicht nur bedeutsam für die Goetheforschung, sondern zugleich auch für die Geschichte des Einflusses der Bibel auf die Weltliteratur. In) beiden Richtungen aber ist sie von Wichtigkeit gerade heute angesichts der häufig genug ausgesprochenen Abneigung gegen die heiligen Schriften des Alten Testamentes. Dieser entgegenzutreten, war auch der wichtigste Beweggrund des Verfassers, wie er das selbst in der Vorbemerkung zu seinem Buche ausspricht: „.... Aus Liebe einerseits zu dem Alten Testament, dem ich die tiefsten religiösen Eindrücke meiner Jugend und meines Jünglingsalters verdanke, und das mir auch heutein meinem 55. Lebensjahre noch. unendlich teuer ist, und sodnnn aus Liebe zu Goethe, der mir immer mehr zu einem Freund, Tröster und Wegweiser geworden ist. Aus Schmerz über die schmachvolle Verunglimpfung und Verketzerung des Alten Testamentes, wie sie in weiten Kreisen unseres Volkes und nicht nur bei unseren Radikal-Antisemiten eingerissen ist. So soll denn dieses Buch eine .Rettung' im Lessingscnen Sinne sein, in dem aufgezeigt wird, wie'die"Religiosität Goethes, dieses währhaften Deutschen und zugleich WeltWMsen — trotz gelegentlicher Ausfälle auf das Alte Testament — bis in die letzten Fasern seines Wesens in diesen:-erhabenen Menschheitsbuche verankert gewesen ist. Ebenso wie Goethe aber, ist unser ganzes deutsches Volk durch das Alte Testament hindurchgegangen, und zwar , durch viele . Jahrhunderte hindurch. Der Einfluß alttestamentlicher Religiosität ist einfach nicht mehr aus der Geistesgeschichte des deutschen Volkes herauszustreichen, wie er auch nicht aus der Religiosität Goethes herauszustreichen ist. Mit dem Alten Testament aber steht und fällt auch das Neue Testament, das, wie jedes Blatt von ihm zeigt, mit allen Fasern im Alten Testament verwurzelt ist." Aus diesen Grundgefühlen erwuchs dem Verfasser auch die Kraft zu einer Arbeit, deren Genauigkeit dieses Werk zu einem rühmlichen Beispiel echten Gelehrtenfleißes erhebt. Die beigegebenen Tafeln ergänzen den Text aufs glücklichste. Bertold Bretholz, Geschichte der Juden in Mähren im Mittelalter. Erster Teil: Bis zum Jahre 1850. Brünn (Verlag. Rudolf Rohrer) 1934. 8°. 163 Seiten. '•; " , •'• $V. Quellen zur Geschichte der Juden in Mähren vom XL bis zum XV. Jahrhundert (1067—1411)» Bearbeitet von Pro f. Dr. Bertold Bretholz (Schriften der Gesellschaft für Geschichte der Juden in, der Cechoslovakischen Republik!. Bd. I). 8°. XXVI, 308 Seiten, Prag (Taussig & Taussig) 1935. Im Jahre 1912 erschien bei Duncker & Humblot das Grundwerk von Prof. Bretholz „Geschichte, Böhmens und Mährens, bis zum Aussterben der Premysliden (1306)". Das war vor dem Zerfall Österreichs. Die saubere Methode von Bretholz