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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1935-11-01 · 21 (1.11.1935) · p. Seite 465

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
11 (1935)
Issue
21 (1.11.1935)
Date
1935-11-01
Page
Seite 465 (sequence 11)
Language
German
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NrL 21 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 465 Max Schloß als ausgezeichneten Vertreter der letzten Generation der Juden in Deutschland und rühmte vor allem seine aufopfernde Tätigkeit für die Gesamtgemeinde. Des weiteren sprachen Herr Komm.-Rat Dann, der den Festabend vorbereitet hatte, in seiner Eigenschaft als Synagogenkommissär. Herr Dr. Mayer für alle Vereine der Gemeinde, Frau Epstein für den Frauenverein, Herr Lehmann für den Sportverein. Herr Max Schloß dankte in bewegten Worten. Bei einem anschließenden bescheidenen Abendessen im geschmückten Bibliotheksaal der Gemeinde gedachten noch die Herren Cramer, Friedmann und Untermayer des Jubilars in heiterer Weise; auch dieser Teil der Feier klang in eine Ehrung für den verdienten Mann aus. Aus dem Verbände Zahl der jüdischen Schüler an den höheren Lehranstalten in Bayern Einer amtlichen Übersicht zufolge stieg die Zahl der Schüler an den höheren Lehranstalten Bayerns im Schuljahr 1935/36 um 1741 auf 49 377 Schüler und Schülerinnen. Von ihnen waren 1,16 Prozent jüdischen Bekenntnisses gegen 1,46 Prozent im Vor jähr. Die Zahl der jüd. Schüler verringerte sich um 17,41 Prozent. Kultusgemeinde Windsheim. Herr Lehrer Samuel Strauß, der viele Jahre als treuer Führer und Lehrer seiner Gemeinde Generationen in die jüdische Lehre eingeführt und unterwiesen hat, ist am 26. September in Altengronau im Alter von fast 80 Jahren entschlafen. Mit Wehmut und Dankbarkeit gedenkt die Gemeinde des teueren Dahingeschiedenen, dem sie ein treues Gedenken bewahren wird. Aus der Pfalz Bad Dürkheim. 8 0. Geburtstag. Am 30. Oktober 1935 vollendet Herr Reallehrer i. R. Ludwig Strauß in Bad-Dürkheim in seltener körperlicher und geistiger Frische das 80. Lebensjahr. Der Jubilar ist seit 28 Jahren Vorstand der Kultusgemeinde Bad-Dürkheim, seit 15 Jahren Vorsitzender des Raboinatsfoezirks Bad Dürkheim-Frankenthal und seit 18 Jahren Schatzmeister des Verbandes der isr. Kultusgemeinden der Pfalz. Die Gemeinde Bad-Dürkheim, der Rabbinatsbezirk und der Verband werden unter den zahlreichen Gratulanten mit in vorderster Linie stehen. Denn Herr Strauß hat sich durch-seine unermüdliche, selbstlose und wertvolle Arbeit in allen seinen Ämtern große und bleibende Verdienste um das pfälzische Judentum erworben. Es ist kaum glaublich, aber wahr, daß er es 'fertig gebracht hat, im hohen Alter von 77 Jahren seine Wirksamkeit noch zu steigern. Seit dem Wegzug des Kantors Schatz im Frühjahr 1933 versieht er nämlich auch das Vorbeteramt in der Gemeinde; nie fehlt er bei einer der so zahlreich gewordenen Sitzungen und Reisen des engeren Ausschusses des Verbandes. Herr Strauß, der früher auch in der politischen Gemeinde eine führende Rolle spielte und viele Ehrenämter bekleidete, lebt seit dem Umschwung zusammen mit seiner treuen, nun bald 79jährigen Gattin nur noch seiner Familie und dem Judentum. Er gehört zu der alten Garde aufrechter Lehrerpersönlichkeiten, deren Stolz ihr Beruf, deren Stärke ihr Charakter und deren Größe ihr reines Menschentum ausmacht. Wir wünschen dem vorbildlichen Manne in großer Verehrung ein gesegnetes Alter in unwandelbarer Rüstigkeit und Gesundheit ad meo w'essrim schono! Aus dem Reiche Die Arbeit der jüdischen Lehrhäuser Die jüdischen Lehrhäuser in- und außerhalb Berlins kündigen ihre Pläne für das kommende Wintersemester an. Aus ihnen ist zu entnehmen, daß die Arbeit nach den Erfahrungen des vergangenen Jahres in erheblichem Maße erweitert und intensiviert worden ist. Neben dem Jüdischen Lehrhaus in Berlin und der Lehrstätte Ch. N. Bialik der Berliner Zionistischen Vereinigung wird im Und jetzt:, lleiiscIioiiciiWiiiteruiaiifcl flott im Schnitt — gut in der Qualität und vor allem: richtig im Preis! KOSENFELHER kommenden Winter auch das Rambam-Lehrhaus, das sich auf gesetzestreue und orthodoxe Kreise stützt, seine Arbeit fortführen. In dem Programm sind Einzelvorträge führender Persönlichkeiten des gesetzestreuen Judentums, eine Vortragsreihe mit Aussprache, Arbeitsgemeinschaften und Lernkurse für die jüdische Jugend vorgesehen. Die Einzelvorträge befassen sich zum Teil mit der Lage des gesetzestreuen Judentums in der. Gegenwart, die übrigen Veranstaltungen bringen Wissensmäßiges aus jüdischer Geschichte und - Literatur. In dem Vortragszyklus des jüd. Lehrhauses Berlin „Eigenwelt und Umwelt im Werk jüdischer Gestalter" wird Herr Dr. Ludwig Feuchtwanger-München die Gestalten Jakob Wassermann und Franz Rosenzweig, der Redakteur der Jüd Rundschau, Herr Robert Weltsch, die Persönlichkeiten Theodor Herzl und Achad Haam behandeln. Die jüdischen Lehrhäuser in Mannheim, Köln und Frankfurt a. M. haben ebenfalls ihre Tätigkeit begonnen. Lehrerausbildung für Palästina Als eine große Schwierigkeit bei der Vorbereitung für Berufe in Palästina hat sich das Fehlen von Einrichtungen bemerkbar gemacht deren Ziel eine fachlich-hochwertige Ausbildung von Lehrkräften für Palästina ist Das Bedürfnis nach gut ausgebildeten Lehrern, die aus Deutschland kommen und die mit der Kultur und der Mentalität des deutschen Juden vertraut sind, ist gerade heute im Lande größer denn je. Andererseits sieht eine große Anzahl junger Menschen ihre Aufgabe in einer pädagogischen Arbeit in Palästina und sucht eine Ausbildungsstätte, die nicht nur allgemein jüdisches und fachliches Wissen vermittelt sondern in deren Mittelpunkt die Heb r äis i e r un.g des Denkens und des Lehr-1 Stoffes steht. Mit dem erfolgreichen Besuch einer solchen. Lehrstätte ist die Garantie für eine ersprießliche Fortsetzung und einen Abschluß der Ausbildung in Palästina ohne Zeit- und Energieverlust durch Sprachschwierigkeiten gegeben. Mit der Gründung der Lehrervorbereitungskurse in Bres- 1 a u ist nun in begrüßenswerter Weise diesem Mangel Abhilfe geschaffen worden. Das Wesentliche und Charakteristische dieses Seminars ist, daß hier erstmalig der fachliche Stoff — zunächst in allen judaistischen Fächern — in hebräischer Sprache übermittelt wird. Unter der pädagogischen Leitung von Dr. J. R a b i n erteilen neben dem Leiter der hebräischen Sprachschule J. Reznicov vor allem die Dozenten des jüdisch-theologischen Seminars und die ersten Fachkiäfte der jüdischen Schulen in Breslau Unterricht in Hebräisch (Grammatik, Konversation, Literatur, Literaturgeschichte), Bibel, Mischna. Agada, jüdischer Geschichte, Weltgeschichte. Pädagogik, Psychologie, Naturwissenschaften, Englisch und Arabisch durchzuführen. Die Ausbildungszeit ist auf zwei Jahre berechnet. Das Wintersemester beginnt am 1. November. Neuanmeldungen werden noch entgegengenommen. Anschrift: Dr. J. Rabin, Breslau, Wallstraße 14. S. SChrGi blüBSChillGII neu u. gebraucht Bürobedarf Büromöbel A. BRUCK, Sonnensir. 12, Inh. R. Lewin. Tel-10786

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