Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 20 (15.10.1935)
- Date
- 1935-10-15
- Page
- Seite 435 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nf. 20 Bayerische Israelitische (jemeindezeitung 435 Hockey in Würzburg. Über die Wettspiele, welche unsere Damen- und Herrenmannschaft am 22. September in Würzburg austrugen, wird uns 'berichtet: Würzburg JTSV Daraea : München JTSV Damen 1:0 (0:0). Die Münchener Damen, 'die ihr erstes Wettspiel lieferten, gaben den spielenfahreneren Würzburgerinnen einen gleichwertigen Gegner 'ab. Gegenüber den gefährlichen Angriffen des sehr guten Würzburger Sturms stand die Münchener Verteidigung Bühler-Fromm wie eine Mauer und Meß keinen Ball in die Nähe des Tores. Frl. Landecker, die Münchener Mittelstürmerin 'baute gut auf, sie war sicher die beste Spielerin am Platze. Der Münchener Sturm kombinierte auch gut, vor dem Tor konnte sich ain besten Frl. Friedsam durchsetzen. Dias einzige Tor fiel kurz nach Halbzeit, als die Würzburger Mittelstürmerin Fels gegenüber der Hintermannschaft durchdrang. Trotz großen Eifers gelang den Münohenerinnen der Ausgleich nicht, während die Verteidigung weitere Würzburger Erfolge sicher verhinderte. Die Mannschaft stand1: Sachs; Bühler, Fromm; Zickel, Landecker, Wallach; Ulimann, Friedsam, Bretzfelder, Feuchtwanger, Klein. Würzburg "Herren .: München Herren 2:0 (1:0). Das Spiel war auf dem Sandboden sehr schnell, abwechslungsreich und ziemlich hart. Der Münchener Sturm krankte an seiner alten Schwäche des zusammenhanglosen Spiels; lediglich der Rechtsaußen trug besonders in der zweiten Halbzeit zahlreiche gefährliche Angriffe vor, aber keinen konnte der Innensturm erfolgreich abschließen. Die Hintermannschaft war gut auf der Hut; bei noch etwas mehr Aufmerksamkeit wären die beiden Gegentore zu vermeiden gewesen. Bei den Würzburgern war die Verteidigung hervorragend, der Sturm besonders vor dem Tor sehr gefährlich. Nach dem ganzen Eindruck der Würzburger Mannschaft war der Sieg verdient. Den Münchenern machte der ungewohnte Sandboden viel zu schaffen. Die Münchener Mannschaft spielte in folgender Aufstellung: Weiß; Zickel, G. Schwarzhaupt; Stern, N. Schwarzhaupt, Bloch; Rosenberg, Cassirer, Binswangen Fiajians, Süsser; Ersatz: Fichteiberger. Über die Fahrt nach Würzburg gibt uns eine der Teilnehmerinnen nachfolgende Schilderung: Als die Hockey-Damen und -Herren und ein Teil der Fußballmannschaft mit dem Omnibus, einem pfundigen Mercedes- Diesel, abfuhr, war strahlender Sonnenschein. Wie hätte es auch anders sein können, wenn die Münchener Damen ihr erstes Spiel hatten. Die Fahrt war ein ziemlich windiges, aber doch sehr schönes Vergnügen. Nach der ersten Viertelstunde kamen die ersten Butterbrote zutage und bald rückte ein Mädel mit der Ziehharmonika heraus. Jetzt wurde es erst lustig. SChnaderhüpfel und andere bayerische Lieder wurden gesungen. Auch die Fußballer stimmten mit ihren Bässen ein und bald war die Brücke zwischen den Fußballern und1 den Hookeyleuten geschlagen. Eine Freundschaft wurde geschlossen und der alte Erbhaß begraben. Es war nett, wie jeder seihe Leckerbissen austeilte. Niemand wollte etwas allein genießen. Herr Beer, der Leiter vons Janze, machte uns auf die Schönheiten der Strecke aufmerksam und verteilte gleichzeitig ausgezeichnete Hörnohen. Plötzlich machte es hupp-hupp und der Wagen ging nicht mehr. Wer etwas vom Autofahreni verstand oder verstehen wollte, stieg aus und sah sich neunmalklug den Schaden an. Die Ölleitung war gebrochen; erst nach einer Stunde konnten wir die Fahrt fortsetzen. Bald tauchten die Weinberge von Würzburg auf und als wir in die Stadt kamen, wurden wir von den dortigen Hockeyleuten empfangen. Jeder Mittag- und Abendtisch SCHÜTZEIN STRASSE 6/II Eingang Luitpoldstraße im Hause Hut-Löwenthal Behagliche, angenehme Räume Alleferste gepflegte Küche Telefon 52944 Ida und Josef Marx Billige Herren-Wi nter-Mäntel 38.- 48.- und 58.- Unsere Wertvollen Hausmarken 68.- 83.- und 98.- Die erstklassigen TORY- Mäntel 115.- 135.- unJ 165.- BAMBERGER&HERTZ Die zuverlässigen Kleiderfachleute der Fahrtteilnehmer wurde von den Einheimischen ins Quartier geleitet. Dieser Punkt Quartier war ein Kapitel für sich. Wir wurden wie Prinzessinnen und Prinzen untergebracht und verpflegt. Unsere Gastgeber waren schrecklich nett, wir mußten alle so schrecklich viel essen; es war einzigartig, wie wir aufgenommen waren. Auch die Heimfahrt war schön, wenn auch düe Vorfreude nicht mehr mitwirkte. Wir sangen viel, einmal machten wir eine Bierpause und es war ziemlich spät, bis wir in die Klappe kamen. Aber eine solche gemeinsame Fahrt ist manche Strapaze wert und wir sind unserem Verein dankbar, daß er sie uns ermöglichte. Hoffentlich klappts zum nächstenmal nach Frankfurt. Elli Bühler. Schach. Der Beginn der Winterspielzeit wird durch ein Simultanspiel des Siegers aus dem Winterturnier eingeleitet. Herr Blumenfeld wird am 17. Oktober gegen 20 Gegner gleichzeitig spielen. Die Anmeldefrist für das Klassenturnier läuft an diesem. Abend ab. Der Sieger gilt als Vorkämpfer des Vereins und hat diesen evtl. in auswärtigen Kämpfen zu vertreten. Bücherschau „Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen" September 1935. Soeben ist die neue Nummer des „Korrespondenzblattes über Auswanderungs- und Siedlungswesen" erschienen, das der Hilfsverein der Juden» in Deutschland herausgibt. Dieses Mitteilungsblatt des Hilfsvereins, der bekanntlich die jüdische Auswanderung (mit Ausnahme von der nach Palästina) betreut, wind von den Interessenten stets mit Spannung erwartet, denn es spiegelt die vielseitigen Erfahrungen wider, die der Hilfsverein — dessen Korrespondentennetz sich über die ganze Erde erstreckt und der tausende von Auswanderern berät — gesammelt hat. Die neue Nummer ist noch vielseitiger als die bisher erschienenen Hefte; sie zählt, trotz des niedrigen Preises von 1 RM., 109 Seiten in Quartformat. 76 Länder werden behandelt, und zwar besonders eingehend: Belgien, Frankreich, Großbritannien, Holland, Luxemburg, Polen, Portugal, Rumänien, Spanien, Tschechoslowakei, Türkei, Indien, Japan, Mandsöhuko, Iran (Persien), Kanada, Vereinigte Staaten, Mexiko, Argentinien, Brasilien, Chile, Ecuador, Kolumbien, Paraguay, Venezuela, Südafrika, Australien. Es wird auch über die allgemeinen Verhältnisse und die Aussichten für zahlreiche Berufe — Akademiker. Techniker, Kaufleute, Handwerker, Arbeiter usw. — berichtet. Besondere Sorgfalt wird der Erörterung der Möglichkeiten landwirtschaftlicher Siedlung zugewandt. Den diesbezüglichen Für HAND- UND VIBRATIONSMASSAGE rufen Sie ALFRED LEW Telefon 50469 ärztl. gepr. Masseur