Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 17 (1.9.1935)
- Date
- 1935-09-01
- Page
- Seite 367 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 17 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 367 düng schwieriger technischer Mittel arbeitete — am bekanntesten sind die kompdiziierten Anlagen der Siloah-Teichs und die Salomonischen Teiche —, erwies sich bis in die letzten Jahre als technisch schwierig. Die neue Leitung führt das Wasser aus großer Ferne herbei; vom Flusse .Tarkon nahe bei Petach Tikwah. Es scheint noch nicht festzustehen, ob sofort der Gesamtbedarf gedeckt werden kann. Die Verlegung der Rohre vom Eintritt ins Gebirge an sowie im Weichbild der Stadt hatte, wie alle Reisenden der letzten zwei Jahre bemerkt haben, große Verkehrsstörungen im Gefolge, da der FeLsboden, auf dem Jerusalem erbaut ist, in den Straßen aufgestoßen und zum Teil gesprengt werden mußte. Man hofft, daß der Zuzug nach Jerusalem mach Lösung der Wasserfrage erheblich zunehmen wird. .....; .; i ■;. i i : Die neue Sepfuaginfa-Ausgabe Ein Grundwerk der Bibelforschung vollendet Septuaginta — Id estVetus Testamentum Graece iuxta LXX interpretes, ediddt Alfred Rahlfs Bd. I: 1234 Seiteo. — Bd. II: 943 Seüten; Stuttgart (Privilegierte Württembergische Bibelanstalt) . 1935; Preis der beiden Bände inGanz- . leinen RM. 12.— Die neue eben erschienene Ausgabe der alten jüdischen! Übersetzung des Alten Testaments ins Griechische ist eine gewaltige Leistung der Bibeliforschung. Im Auftrag der Stuttgarter Bibelanstalt übernahm Professor Alfred Rahlfs, der Schüler des großen Göttinger Philologen Paul de Lagarde, im letzten Kriegsjahr die dringende Neubearbeitung, die sich absichtlich <auf die Zugrundelegung der drei wichtigsten Septuaginta- Handschriften beschränkte. Nach der -außerordentlichen Arbeit von fast zwei Jahrzehnten (ist das Werk im Jahr 1935 vollendet und Megt in einem prachtvollen Druck in zwei starken Bänden vor. Die elementare Wichtigkeit des griechischen Textes für die intimere und genaue Kenntnis der Bibel ist auch .innerhalb der jüdischen Forschung unbestritten. Die LXX war ein rein jüdisches Werk und stand bei den Juden anfangs in hohem Ansehen. Sie ist für die Erhaltung und Ausbreitung des Judentums von der größten Bedeutung gewesen, da sie die fern vom Stammland in der Diaspora lebenden Juden in ständiger Vertrautheit mit der Tora und den übrigen heiligen Schriften Melt. Als sie dann vom Ende des ersten nach-christlichen Jahrhunderts an, der christlichen Propaganda den Boden bereitete, wurden die Juden ihr bald entfremdet. Sie schufen sfich eine neue griechische Übersetzung der Bibel; Aquila, ein griechischer Proselyt und Schüler Akibas übertrug jeden einzelnen Bestandteil des Textes ohne Rücksicht auf den Geist der griechischen Sprache, damit kein Partikelchen eines Buchstabens verloren ging. Die Septuaginta ist heute für die biblische Textforschung unentbehrlich. In diesen Blättern ist dieses Problem des ursprünglichen Textes in gemeinverständlifcher Form anläßlich derrÜbernahme des Codex Sinaiticus durch das Britische Museum (Gemeinde-Zeitung vom 1. März 1934: S. 81—83) ausführlich behandelt worden. Wer Mischna. Gemara. Mrdrasch oder Targum gelernt hat, kennt die Bedeutung der griechischen Sprache auch für unser klassisches außerbiblisches Schrifttum, namentlich für das Verständnis des Talmud. Es sind rircht die annähernd 4000 griechischen Vokabeln des Talmuds allein, die man allenfalls aus den Wörterbüchern von Levy und Krauß entnehmen kann, sondern es ist der neue Geist der rabbinischen Graecität, in die man eingedrungen sein muß, wenn das Talmudlernen über die rein religiöse Handlung hinaus auch eine philologisch-historische Kenntnis des Textes vermitteln soll; eine unerschöpfliche Fundigrube der hier vorhandenen großen kul- . turhistorischen, SDrachwissenschaftlichen und religionsgesetzl'ichen Merkwürdigkeiten ist das noch heute unerreichte zweibändige Werk von Samuel.Krauß.'„Griechische und lateinische Lehnwörter im Talmud, Midrasch und Targum" (Berlin 1898/99). Diese rabbinische Graecität aber geht'ihrerseits auf den griechischen Text der Bibel zurück und ist ohne die Septuaginta nlioht verstehbar. HERREN-ANZUGE Zuverlässig, elegant und reißverschlossen! 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Oktober Nachdem die erste Palästina-Reise in diesem Herbst nach kurzer Zeit ausverkauft war, veranstaltet die ZOG zu denselben Bedingunigen eine zweite Fahrt, für die noch Anmeldungen angenommen werden. Die Ausreise aus Tniest erfolgt am 9. Oktober mit der „Galilea", Fahrpreis München-Haifa-München ermäßigt auf RM. 260.—. Hinfahrt gemeinsam, Aufenthalt im Lande und Rückreise beliebig. Anmeldungen werden sofort an die ZOG München, Schlosserstraße 2, Telefon 53 0 52. erbeten. Palästina-Amt Sprechstunde des Palästina-Amtes ist täglich, Montag mit Freitag von 4—5 Uhr, Theatinerstraße 30/1. Es wird dringend gebeten, diese Zeiten einzuhalten. Hebräische Sprachkurse Ab 11. September nimmt die Sprachschule wieder ihre regelmäßige Tätigkeit auf. Ein Anfängerkurs für idiese Zeit ist in Vorbereitung und erbitten wir Anmeldungen hierzu, wie zu allen übrigen Kursen schriftlich an das Büro der ZOG. München. Schlosserstraße 2/1. Ausbüdungsmöglichkeiten im Haus und Garten. Jungen jüdischen Menschen die Schwierigkeiten 'des heutigen Lebens tatkräftig zu erleichtern, hat sich das Landheim von Frau Hedwig Hirschfeld, München 55, Villenkolonie Groß »hadern, Gartenstraße 11, zum Ziel gesetzt. In gesunder Umgebung, nur zehn Minuten vom Hochwald entfernt, kömnen junge Töchter sich in friedlicher Stille auf das Leben vorbereiten, Haushalt und Gartenbau von Grund auf erlernen, sich FÜR ÄRZTE! Krankenblätter Dermatographen Ringbücher usw. Maiersche Papierhandlung Inh. Rud. Stern Fachgeschäft für Paspier- und Kbntoriedarf München, Karlstr. 8, Ecke Barerstrasse. Telefon57624