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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1935-09-01 · 17 (1.9.1935) · p. Seite 366

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
11 (1935)
Issue
17 (1.9.1935)
Date
1935-09-01
Page
Seite 366 (sequence 6)
Language
German
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366 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 17 DAS das Zeichen für den guten modernen Schuhl Deutsch-Amerikanische Schuhges .m.b .H Neuhauserstraße 7 und 6 Filialen sammen nüt dem üinksbürgerlichen Flügel der „Allgemeinen Zionisten", mit denen die Arbeiter stets den größten Teil des politischen Weges zusammengehen, haben sie eine erhebliche Mehrheit, die in vielen Einzelfällen noch der orthodoxen Arbeiterschaft („Hapoel Hamisrachi") unterstützt werden wird. Die innenpolitischen Auseinandersetzungen dürften steh vor allem um die Wiederwahl des bekannten englischen Chemikers Prof. Dr. Chajim Wetomann, der vor vier Jahren im Basel auf Betreiben der Revisionisten nach einer 13jährigen Diktatur gestürzt wurde, drehen. Die Frage seiner Wiederwahl dürfte im Falle sedner ernsthaften Kandidatur bei der Zusammensetzung dieses Kongresses ohne Schwierigkeiten positiv entschieden werden. Es fragt sich weiter, wie die Arbeiterschaft ihr starkes Übergewicht, das besonders auch in Palästina besteht, ihrer noch verbliebenen Gegnerschaft gegenüber, die sich aus dem rechten Flügel der „Allgemeinen Zionisten" und der orthodoxen bürgerlichen Partei „Misrachi" zusammensetzt, benutzen wird. Gerade bei der bürgerlichen Orthodoxie bestehen wegen . der fortschreitenden Säkularisierung Palästinas, die vor allem der Gegnerschaft bzw. Gleichgültigkeit der Arbeiterschaft religiösen Fragen gegenüber zugeschrieben wird, starke Tendenzen zum Anschluß an die „Neue Zionistische Organisation" der Revisionisten. Im übrigen dürfte die derzeitige Exekutive einer allzu heftigen Kritik kaum ausgesetzt sein: In einer wirtschaftlich befriedigenden Periode hat es die Kritik immer schwer. Außenpolitische Fragen Von den außenpolitischen Fragen steht im Augenblick die Frage des „Legislative Council" in Palästina, der schon im 3. Teil der „Palestine Order" von 1922 vorgesehen war. aber bisher immer verhindert werden konnte, im Vordergrund. Das Gerücht, daß der High Commissionar von Palästina seine gegenwärtige Urlaubsreise benutzt., um an diesem Sinne in London tätig zusein, und daß die Einführung dieser Institution für den Herbst vorgesehen ist, nimmt in arabischen und jüdischen Kreisen immer deutlichere Formen an. Es ist jedoch von beiden Seiten eine energische Boykottierung dieses Planes zu erwarten: Seitens der Zionisten, weil sie unter den gegenwärtigen Verhältnissen eine Majorisierung und überhaupt eine lästige Erschwerung ihrer politischen Arbeit fürchten, von den Arabern, weil ihre Teilnahme an dieser Körperschaft de facto die Anerkennung des Mandats und des Jewish National Home enthalten würde. Im allgemeinen ist die außenpolitische Lage der zionistischen Organisation durch die Person des derzeitigen Kommissars Sir Arthur Wauchope und durch die an den letzten Jahren erheblich verstärkte Machtposition des jüdischen Sektors in Palästina wesentlich günstiger, als die sehr deutlichen zentrifugalen und separatistischen Tendenzen gekennzeichnete innenpolitische Situation. 2. Die Entwicklung der jüdischen Bevölkerung in Palästina Die berufliche, wirtschaftliche, gesellschaftliche und geistige Einordnung der deutschen Einwanderung beansprucht LEO OPPENHEIMER Dachauer Strasse 9 RÖCKE, BLUSEN, DIRNDLKLEIDER MÄNTEL, KLEIDER, COMPLETS •. fortgesetzt das allgemeine Interesse. Eine neuere Übersicht über das Wachstum der jüdischen Bevölkerung in den Dörfern und Städten des Heiligem Landes bietet die folgenden für alle weiiteren Folgerungen wichtigen Zahlen: Das Wachsen der jüdischen Bevölkerung in den Städten 1922 1931 19341 Tel-Awiw 15 190 46 300 105 000 Jerusalem 33970 53 800 65000 Jaffa 4960 7 700 15 000 Haifa 6230 16 000 33 000 andere Städte 8 270 8 600 10 000 68 620 132 400 228 000 den Dörfern Petaoh Tikwah2 3 370 8 000 15 000 Reohobot 1240 . 3150 7 500 Chederah 560 2130 4 500 Rischon le Zion 1570 2 480 4 200 Herzliah _ 1220 4000 andere Dörfer 8 430 25 220 37 800 15 170 42200 73 000 1934 wanderten 42 359 Juden ein — 63 Prozent Männer und 37 Prozent Frauen3 — davon 4115 als Touristen, die nachträglich Aufenthaltserlaubnis erhielten. Es kamen mit Arbeiterzertifikaten 22 035 Personen. Handwerker mit 250 Lstrl. 1320, „Kapitalisten" 9702, angeforderte Verwandte 6879, Schüler, Rabbiner usw. 2423. Die natürliche Vermehrung der Juden im Jahre 1934 betrug 5247, d. i. 20,7 Prom. (Geburten 7666, d. d. 30,2 Prom., Todesfälle: 2419, d. h. 9,5 Prom.) gegenüber 21 815 der Nichtjuden, d. h. 1S,9 Prom. Die natürliche. Vermehrung der Juden in Erez Israel ist prozentual eine der größten des jüdischen Volkes. Im Jahre 1935 ist die in den Zahlen von 1934 sichtbare Entwicklung in raschem Tempo' fortgeschritten. 3. Wirtschaftliche Entwicklung Die Anglo Palestine Bank bringt demnächst neue 4K»prozentige Aktien in Höhe von 250 000 Pfd. Sterl. in London heraus, die hauptsächlich von Lloyds Bank übernommen werden. Ende 1934 hatte die Bank Depositen in Höhe von 6 329 447 Pfd. Sterl. ■ Der Reingewinn 1934 betrug 113 000 Pfd. Sterl., die Dividende 8%. — Acht kleinere Gesellschaften erhöhen ihr Kapital um 308 000 Pfd. Sterl. i * Auf einer Sitzung der Handelskammer in Jerusalem erklärte ein Regiierungsbeamter, daß sich Palästina, hauptsächlich dank der wirtschaftlichen Tätigkeit der Juden, nun bereits im dritten Jahr eines rapiden wirtschaftlichen Aufschwungs befinde. März 1935 befanden sich in den Banken des Landes Depositen in Höhe von etwa 16 Millionen Pfuinidw Im letzten Jahre stieg — im Vergleich zum vorhergehenden Jahre — der Import um 26%, die zirkulierende Geldmenge um 31%, die Einnahmen der Regierung um 73%, ihre Ausgaben um 19%, der Uberschuß in der Regierungskasse um 89%. Seitdem stiegen die Zahlen fortgesetzt. So hatte die Regierung im April 1935 einen Monatsüberschuß von etwa 265 000 Pfund Sterl. Selbst Post und Gerichtswesen werfen.hohe Überschüsse ab. Die hebräische Presse erhebt im Anschluß an diese Veröffentlichung von neuem den Ruf nach Erhöhung der Zahl der Zertifikate; denn überall ist der Mangel an Arbeitskräften fühlbar, nicht nur in den jüdischen Betrieben, sondern auch bei den öffentlichen Arbeiten. Dieser Mangel kommt am deutlichsten in der Heranziehung von arabischen Arbeitskräften aus dem Ausland (Transjordanien, Syrien, Irak, Ägypten) zum Ausdruck. * Der Hochkommissar von Palästina teilte amtlich , mit. daß die neue Wasserleitung in Jerusalem dm Oktober in Funktion treten wird. Die Bewältigung des Problems der Wasserversorgung Jerusalems, an der man schon in biblischer Zeit unter Anwen- 1 Die Ziffern für 1934 sind nur annähernd.. 2 Petach Tikwah wird jetzt zu den Städten gezählt. 3 Daher herrscht hier starker Mangel an hdratsfähigen jungen Mädchen.

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