Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 17 (1.9.1935)
- Date
- 1935-09-01
- Page
- Seite 365 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 17 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 365 Die Ei nwanderungen nach Palästina Anläßlich des 19. Zionisten-Kongresses 1. Die Hauptprobleme Ausführliche Berichte über 'den 19. Z'iomisten-Kongreß zwischen 20. und 30. August in Luzern bringen vor allem die „Jüdische Rundschau" sowie die J. T. A. (Jüdische Telegraphen- Agentur). Der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" übermittelt ihr Jerusalemer Mitarbeiter folgenden Situationsbericht anläßlich des Kongresses. Die Wahlen zum 19. Zionistenkongeß, der am 20. August ki Luzern begonnen hat, haben in sinnfälliger Weise das wachsende Interesse an der zionistischen Bewegung gezeigt. Während zum letzten Kongreß, der vor 2 Jahren in Prag stattfand, nur 840 000 Stimmen abgegeben wunden, denen 318 Mandate entsprachen, beteiligten sich diesmal 1250000 Menschen an den Wahlen, diiie 450 Mandate ergaben. Dieses Ergebnis ist nicht nur absolut, sondern auch relativ erheblich größer, da man bedenken muß, daß im letzten Frühjahr die zahlenmäßig erhebliche revisionistische Opposition die zionistische Organisation verlassen hat und daher in den diesjährigen Wahlziffern nicht erscheint. Die Revisionisten, ideologisch wurzelnd dn der allgemeinen europäischen Rückschlagsbewegung gegen den Sozialismus, wie sie besonders 4m italienischen Fascismus — dem politischen Vorbild des Revisionismus — ihren stärksten Ausdruck fand, haben edne eigene Konkurrenzorganisation, die „Neue Zionistische Organisation", geschaffen1, die ihren ersten Kongreß am 7. September in Wien abhalten wird. Die Einwanderungen nach Palästina Das wachsende Interesse ist vor allem durch die Entwicklung bedingt, die Palästina in den letzten 234 Jahren genommen hat. Unter dem starken Kapitalzustrom, besonders aus Deutschland, konnte sich die palästinensische Wirtschaft in einem Maße ausweiten, daß aus dem kleinen levantimischen Küstenstreifen plötzlich ein viel beachteter Faktor der Weltwirtschaft wurde. Diese Steigerung der wirtschaftlichen Kapazität Palästinas ist zugleich die Voraussetzung für die Steigerung der Einwanderurigs-Kapazität. In den letzten Jahren erreichte die Einwanderung Rekordziffern, die bisher als utopisch galten: 1933 wanderten 27 289, 1934 36 619 Juden ein und v@m Januar bis Ende Juni 1935 wurde die angesichts der Kleinheit des Landes phantastische Ziffer von 27 500 erreicht, d. h. es wandern gegenwärtig im Durchschnitt 4500 Juden monatlich ein. Nimmt man noch die starke und unkontrollierbare illegale Einwanderung von Juden und besonders auch von Arabern der Nachbarländer hinzu, so ergibt sich eine weitere Erhöhung dieser Ziffern. Diese Entwicklung Palästinas mußte um so mehr die Aufmerksamkeit der jüdischen Welt auf sich ziehen, als heute sonst infolge der Welt- Wirtschaftskrise fast überall die Grenzen gesperrt sind, und Palästina heute das einzige und ausschließliche Ziel für die Bedürfnisse der jüdischen Wanderungsbewegung darstellt. Erst in der letzten Zeit wurde in der Nähe von London eine erste sogenannte Hachscharah-Stelle (Hachschanah ist die landwirtschaftliche und handwerkliche Vorbereitung auf Palästina) geschaffen, die zunächst von etwa 20 jungen bürgerlichen Juden in Anspruch genommen wird: Wer die wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Saturiertheit des jüdischen Bürgertums in England kennt, wird d'ie qualitative Bedeutung dieser für die gesamte Stimmung symptomatischen Tatsache kaum unterschätzen können. Übergewicht der Arbeiterschaft Die Wahlen ergaben ein starkes Übergewicht der Arbeiterpartei, die fast 50 Prozent aller Kongreßmandate eroberte. Zu- MAGISTER KIRSCH der gute Likör, Magister München VII Der ttyuppfcQttin 3ur JErEldrung bcs nad>jtebcnben ©eöicbtes modj>tc folgenbe Semerfung nugltd) fein. 3n alten Synagogen, befonbers ldnbltd>en ©emetnben,jtnbetman,inetner$5eitenwanbeingcmaucrt, bisweilen ben fogen. £buppa=Stein. 2tn biefer Stelle fanben »ormals bie vtrauungen ftatt. Uber einem Freisformigen (Dmament iffc ber tüunfcb ITTafoI tarnt», „Viel ©lucf", cmgebauen, ©er Sinn ber Yüocte bilbet einen traurigfitmmenben (Segenfarj ju ber Catfatbe, ba§ bie ehemals blu* benben ©emeinben bis auf einen windigen 2icfl 3ufammengefd>mol$en ftnb. Bec bu mand)em trauten 25unbe ^Deinen ©ruf; binabgefebieft, 3n ber flumtn ergriffnen ^vunbe 23raut unb 25rdutigam beglucFt, 4>oIbec Stein, in tDitwentrauer iebnjl bu jetjt mit;Eran$ unb 2\nauf, 2ld>, nur eiftge 23eftbauer flreifen r'ur$ bein fcftafol tauw. 3a, bas waren febone Seiten 2lls bie Sd>ar im Sabbatftaat Still in feierlichem ©(breiten 5Diefem ^aufe ft'd> genagt. Wie fo oft bei frober Xüenbe Staut' fid> bier ber tttenfebenbauf, Unb man brückte ftd) bie ^>dnbe, Spra<b bir nad) bein JTtafol tauw. <?>at autb oft niebt 2iecbt bcbalten IDetn "üerbet^en, Ccoftesfcbilb, Sdj>ien es ben befebeibnen Gilten, Scbten ben iHnfeln es erfüllt, ifincs £ags galt rur$ <4:ntf<blie|5en — Ubcrmdcbt'gett @<bid:fals äauf! — Unb wie webes Slbfcbtebsgrujjen TDinFt es weitbin fcITafol tarnt». Sag, wer wirb bir jetjt erflattcn £)eine üebe, ba's gebridj>t? 23r6d:elnb f<beinfi bu, f>alb im Sd)atten, tltir ein trdnenbes ©efttbt. XDirb ber Ietjte 3UÖC bieten VOobl bas 25etf>aus balb $um Sauf? Sttodj>t's ber gute <5'tt »erbaten. ^>alt, bebalt bein fcttafol tauw. fönen Segen laj; midj> fpreeben, ©ib ben beinen mir baffir! Jtftoge nie in Jßr$ jerbreeben Jtieblos betne reine. 3ier. *tt64>te nodj> ob jungen Paaren Einmal geb'n bein Heulten auf. JTtir unb allen, bie ba fabren, StbenF bafur bein fcttafol tauvo. *tt. 2v. 3.