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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1935-07-15 · 14 (15.7.1935) · p. Seite 319

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
11 (1935)
Issue
14 (15.7.1935)
Date
1935-07-15
Page
Seite 319 (sequence 16)
Language
German
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Nr. 14 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 319 Nachdem die Bände II und III von „Bibel und deutsche Kultur" der Geschichte der deutschen Psalmenübersetzung gewidmet waren, bringt der diesjährige Band die im vorigen Jahre mit den Paulkuischen Briefen begonnenen Beiträge zur Geschichte der Verdeutschung des Neuen Testaments zum Abschluß. In übersichtlicher Anordnung führen 209 Seiten Tabellen eine Fülle der verschiedensten Übersetzungen — alt- und mittelhochdeutscher, niederdeutscher, niederländischer, angelsächsischer — von ausgewählten Perikopenabschnitten aus dem Neuen Testament vor Augen. Für die Weihnachtsgeschichte (Luc. 2, 1—14) sind es 74, für die Hochzeit zu Kana (Joh. 2, 1—'11) 75 Texte; ferner sind aufgenommen aus den Evangelien: Matth. 2, 1—12, Matth. 9, 1—8, Joh. 5, 1—9; aus dem Ebstein: Acta 2, 1—11, Jacob. 3, 14—18, I Petr. 4, 12—14, Apocal: 14, 1—5. Die Übersetzungen reichen von der gotischen Bibel des 4. Jahrhunderts bis zu der Lutherschen letzter Hand von 1546. Den Tabellen sind 33 Seiten „Bemerkungen" vorausgeschickt mit Einzelbeobachtungen zu den Texten, namentlich solchen, die für die Erkenntnis der Verwandtschaftsverhältnisse der einzelnen Übersetzungen wichtig sind. Eine besondere Abhandlung beschäftigt sich mit einer Hamburger Handschrift vom Jahre 1504, deren Evangelientext in sehr charakteristischer Weise von dem Wortlaut der ihr zugrunde liegenden gedruckten hochdeutschen Bibel abweicht; und zwar so, daß diese Abweichungen der Sprache Luthers nahestehen und wir mithin in dieser Handschrift ein Glied der Übersetzungstradition zu sehen haben, von der auch Luther, trotz aller genialen Selbständigkeit, gedächtnismäßiig beeinflußt gewesen ist. — Den Schluß des Bandes bildet ein von 3 Bildtafeln begleiteter Beitrag zur Kunstgeschichte, in welchem bisher unbekanntes Material aus der Fülle der mittelalterlichen Illustrationen der zehin Gebote ordnend und sichtend vorgelegt wird. Auch dieser Band wird nicht nur in allen fachlich interessierten Kreisen, sondern darüberhinaus bei allen denen, die an der deutschen Bibelgeschichte Anteil oehmen, lebhaften Anklang finden. „Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland" im sechsten Jahr. Mit ihrem soeben erschienenen neuem Hefte ist die von Prof. Dr. Ismar Elbogen, Prof. Dr. Aron Freimann und Rabbiner Dr. Max Freudenthal herausgegebene „Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland" in das sechste Jahr ihres Bestehens getreten. Das neue Heft zeigt wieder, in wie hohem Maße diese Zeitschrift, die die einzige ihrer Art in Deutschland ist, mit ihrem streng wissenschaftlich orientierten Bemühen, Material zur Geschichte der Juden in Deutschland heranzutragen und in objektiver Betrachtung im den richtigen Zusammenhang einzureihen, zugleich auch die in dieser Zeit besonders wichtige Aufgabe erfüllt, den Mitlebenden einen aus Erkenntnis gewonnenen Halt . zu gewähren. Im einleitenden Aufsatz würdigt Max Freudenthal das Wirken des vor kurzem verstorbenen Historikers und Bibliothekars der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde, Dr. Bernhard Wachstein. „Zur Geschichte der Juden in Konstanz" liefert Heymann Chone einen sich auf das Gerichtsbuoh des Konstanzer „Amman-Gerichts" stützenden Beitrag, der besonders bemerkenswerte Tatsachen aus dem Geschäftsleben der Juden im Mittelalter aufzeigt. In einer Studie „Antisemitismus im Mittelalter" weist Raphael Straus gegenüber dem bekannten Buche des Münchener Historikers Wilhelm Grau nach, daß der Versuch, in einer von bestimmten Wertungen ausgehenden Doktordissertation das jüdische Problem eines ganzen Zeitalters zu erfassen, kein der voraussietzungslosen Wissenschaft dienendes Ergebnis haben kann. Bernhard Brilling berichtet über das Bestehen einer jüdischen Buchdruckerei, von der Druokwerke bisher allerdings noch nicht aufgefunden wurden, in dem niederschlesischen Städtchen Auras. Die Beiträge von Fritz Pinkuss, der über den Theoretiker der Judenemanzipation Saul Ascher schreibt, und von Jacob Mann, Cincinnati, der Briefe des Oettinger Rabbiners Katzenellenbogen aus der Zeit der französischen Revolutionskriege mitteilt, waren für das Sonderheft anläßlich des 60. Geburtstages Prof. Ismar Elbogens bestimmt. Weitere Arbeiten veröffentlichen Arno Kapp über „Jüdische Meßmakler und Kleinhändler in Leipzig" und Gustav Samuel über „Die Namensgebung der westfälischen Judenschaft von 1808". Miszellen und Buchbesprechungen schließen das Heft ab. Geschäftliches Herr DipL-Ing. M. E. Fulda, Heizungsanlagen, Adalbertstr. 96, empfiehlt sich für die Ausführung von Heizungsanlagen aller Systeme, sowie für Reparaturarbeiten. S.Inserat! HEMDEN¬ WOLF seit 1896 MÜNCHEN 55 Loisachstraße 3 empfiehlt sich zur Anfertigung tadellos sitzender Herrenwäsche nach Maß aus eigenen und gelieferten Stoffen. Reparaturen werden angenommen. Anfrasr. durch Postkarte erbeten. 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Gegen Kaution. Bis RM. 10.000 zur Verfügung. Zuschr. unter Nr. 4512 an d. i\nz.-f\bt. cLBL

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