Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 13 (1.7.1935)
- Date
- 1935-07-01
- Page
- Seite 295 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 13 Bayeriscfie^Israelitisclie Gemeindezeitung 295 Schülers) im /Rahmendes Stundenplans unter Aufsicht von Lehrkräften ausgeführt. 3, Auf nähme von Grabstein-Inschriften auf jüdischen Friedhöfen Die Gesellschaft für jüdische Familienforschuing (Berlin W9, TirpitzrUfer 22) versendet ein von Rabbiner B. Brilling abgefaßtes Merkblatt für die Aufnahme von Grabstein-Inschriften auf jüdischen Friedhöfen. Das Merkblatt hat folgenden Wortlaut: Eine wichtige Quelle für die Feststellung von Daten unserer Vorfahren sind die Mazewoth, die Grabsteine der jüdischen Friedhöfe. Für die Zeit vor 1812 (und an manchen Orten und zu manchen Zeiten noch bis ins späte 19. Jahrhundert hinein) sind sie eine sichere und gewisse Quelle, da die Sterine gewissermaßen Urkunidenwert haben. Da mit Recht zu befürchten ist, daß im Laufe der Zeit die Grabsteine immer mehr verwittern und unlesbar werden und so diese wichtige Quelle allmählich zu versiegen droht, ist es an der Zeit, heute eine Bestandsaufnahme der Grabsteine und damit eine Sicherstellung der auf ihnen befindlichen Urkunden vorzunehmen. " Daraus ergibt sich, daß die jüdischen Gemeinden als die Inhaber der jüdischen Friedhöfe im Interesse ihrer eigenen Geschichte und der Vorfahren ihrer Gemeindemitglieder gewissermaßen die moralische Verpflichtung haben, diese Bestandsaufnahme, soweit es in ihren Kräften Steht, zu unternehmen. •Es ist selbstverständlich, daß diese Arbeit nur durch solche Personen vorgenommen werden kann, die im Besitz eines gewissen Maßes jüdischer und hebräischer Kenntnisse sind. Dies wären in erster Linie die jeweiligen Gemeindebeamten, eventl. auch Schüler mit nebräischen Kenntnissen oder sonstige daran interessierte Personen, die diese Arbeit (wenn möglich ehrenamtlich) vielleicht in den Ferien machen könnten. Vor Beginn der Arbeit ist festzustellen, ob zu den betreffenden Friedhöfen auch schon Register vorhanden sind, sed es beiden Gemeinden, sei es bei der Chewra kadischa. sei es bei Einzelpersonen. Diese * Register erleichtern selbstverständlich die Arbeit. ' Außerdem muß vor Beginn der Arbeit noch eine Numerierung der Grabsteine (womöglich mit wetterfestem Anstrich) stattfinden, damit jederzeit die" Steine an Hand der Nummer wieder aufgefunden werden können. Die Arbeit selbst besteht also in folgendem: 1. Numerierung und Zählung" der Grabsteine. 2. In den meisten Fällen dürfte noch vor der Entzifferung eine gewisse Säuberung der-Grabsteine (sei es durch Abwaschen, Bürsten, Abreiben usw.) notwendig sein. 3. Jeder Grabstein ist auf einem besonderen Blatt abzuschreiben. Vorder-und Rückseite des Grabsteins sind dabei zu berücksichtigen. Die Inschriften sind wortgetreu und, wenn möglich, nach der Zei'lenanordnung der Grabsteine aufzuzeichnen. (Schwer lesbare und verwitterte Stellen können mit dem Finger auf dem Grabstein naoh- - gefühlt werden.) - 4. Alle Grabsteine vor 1812 sind zu photographieren sowie auch — je nach ^Maßgabe der Mittel — wichtige spätere Grabsteine. 5. Aus diesen einzelnen Grabinschriften ist ein Buch anzufertigen. Die Daten und sonstigen Angaben können dabei ■ mit den Angaben im Sterberegister oder Maskirbuch oder ', sonstigen Quellen verglichen werden. 6. Diese Zusammenstellung wird zweckmäßig in drei Exemplaren hergestellt, von denen das eine für das eigene Ar- . . chiv' der Synagogengemeinde, das zweite für das Archiv der Gesellschaft für jüdische Familienforschung. Berlin W 9, Tirpitz-Ufer 22, das dritte Exemplar für das Gesamt- LEO OPPENHEIMER Dachauer Strasse 9 RÖCKE, BLUSEN, DIRNDLKLEIDER MÄNTEL, KLEIDER, COMPLETS archiv der deutschen Jude^ Berlin N 24, Oranienburger Straße 28, bestimmt ist. Mit der Fertigstellung dieses Grabsteinregisters, das in kleineren Gemeinden ja nicht allzuviel Zeit in Anspruch nehmen dürfte und das in keiner Gemeinde fehlen sollte, werden die Zeugen einer Vergangenheit auch für die nachkommenden Geschlechter gerettet und der Gefahr der Vergessenheit entrisr sen sein. (Die Arbeiten sind natürlich am besten im Frühjahr oder zu Beginn der warmen Jahreszeit auszuführen.) 4. Zum Tode von Franz Mendelssohn. „Die Familie Mendelssohn hat zwei außergewöhnliche Männer hervorgebracht: den Philosophen Moses Mendelssohn und den Musiker Felix Mendelssohn — und außerdem noch eine Reihe redlicher Arbeiter..." so etwa sagte Franz von Mendelssohn einmal in festlicher Stunde. Es war im Jahre 1929, als man in Dessau den 200. Geburtstag des jüdischen Philosophen und Bibelübersetzers Moses- Mendelssohn feierte — damals vereinigten sich Juden und Christen in der wunderschönen alten Synagoge von Wörlitz, die einst Fürst Friedrich Franz mitten in seinem Parke für „seine Juden" erbaut hattet Der diese Worte sprach — einst Mitglied des Herrenhauses, seit 1931 Ehrenpräsident der Handelskammer und Seniorchef des Bankhauses Mendelssohn & Co. — gehörte nicht mehr der jüdischen Glaubensgemeinschaft an.' Es ist ein uns allen wohlbekanntes, ebenso merkwürdiges wie für uns Heutige besonders lehrreiches Kapitel jüdischer Geistesgeschichte in Deutschland* wie die Kinder Moses Mendelssohns, für die der Vater einst diefünf Bücher Mosis ins Deutsche übertragen hatte, dem Judentum den Rücken kehrten, weil, wie Abraham Mendelssohn einmal an seine Tochter Fanny schrieb, „das Christentum die Glaubensform der meisten gesitteten Menschen ist". Auch Franz von Mendelssohn stand der Glaubensgemeinschaft seines Urahnen — er stammte in gerader Linie von Mendelssohns ältestem Sohne Joseph ab — ebenso fern wie sein Vater und Großvater. Aber dieser Mann war sich seiner Abstammung durch sein ganzes arbeitsreiches Leben hindurch wohl bewußt; er empfand sie weder als Ruhm noch als Makel, sondern leitete aus ihr die Verpflichtung zu doppelter Leistung und doppelter Hilfe. Durch seinen Namen bleibt der nun Verewigte — gegen den Willen seiner eigenen Väter —mit dem jüdischen Volk verbunden. _ B.B.-Str. JiUlischer Turniniil S)M»rfverciii Jugend-Sporttag am 16. Juni 1935. Die Ausscheidungen für den Jugendtag fanden bereits am- Sonntag, den 26. Mai und 30. Mai 1935 statt und kamen in jeder Leichtathletikdisziplin, zu welchen 300 Jugendliche mit ca. 900 Meldungen angetreten waren, die 5 Besten in die Entscheidung, während bei den Spielen sich folgende Resultate ergaben: Seit 1845 SälUtj Sßidfi Ulld W0ll6 gesctaackvoll haltbar und preiswert bei; HAIMANN am ScMllerdentoal