Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 13 (1.7.1935)
- Date
- 1935-07-01
- Page
- Seite 293 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 13 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 293 sönlichkeiten des deutschen Zionismus konnte der Redner ein besonders klares und aufschlußreiches Bild von den Fragen geben, die vor dem kommenden Zionistenkongreß die zionistische Bewegung beherrschen. Schulungskurs über „Die Grundlagen des Palästina-Aufbaus". Als Einleitung zu der Vortragsreihe hielt am 18. Juni Frl. Dr. Hertha Lieber ein Referat über die historische Entwicklung der Palästina - Kolonisation. Indem die wichtigsten Versuche und Ansätze seit den ältesten Zeiten in den allgemeinen geistesgeschichtlichen Rahmen gestellt wurden, ergab sich eine sehr lebendige Anschauung von den Grundlagen, auf denen das heutige jüdische Palästina steht. Mit den Bedingungen des heutigen Palästinaaufbauwerkes selbst werden sich die nächsten Vorträge beschäftigen, die vierzehntägig stattfinden. Der nächste Vortrag wind „Die politischen und rechtlichen Voraussetzungen des Palästina-Aufbaus" behandeln; Referent ist Dr. Kurt Licht, Mannheim. Der Termin wird noch bekanntgegeben. Die Teilnahme ist nicht nur den bisher angemeldeten Teilnehmern, sondern allgemein möglich. Eine Teilnahmegebühr wird nicht erhoben. Tagung Bayerischer Zionisten in München. Am Sonntag, den 7. Juli, versammeln sich in den Räumen der Gemeinde in München Vertreter der zionistischen Ortsgruppen und Arbeitsgemeinschaften Bayerns zu einer Besprechnung der Arbeit und einer engeren Zusammenfassung innerhalb des bayerischen Gruppenverbandes. Von der Leitung werden aus Berlin an der Tagung R.-A. Benno Cohn (Z.V.f.D.), Dr. Josef Weiß (Jüdischer Nationalfonds) und Dr. Georg Josephsthal (Hechaluz) teilnehmen. In den verschiedenen Kommissionen wird der Stand der allgemeinen zionistischen Arbeit, der Fonds, der Jugend- und Palästinaarbeit besprochen und Richtlinien für die weitere Entwicklung gegeben werden. Hebräische Sprachkurse München. Der starke Andrang zu allen Kursen hält weiterhin an. Bei genügender Beteiligung wird jetzt wieder ein neuer Anfängerkurs gebildet. —■ Ein neuer Kurs für Mittelschüler findet jeden Mittwoch von 6—7 Uhr statt. Weitere Anmeldungen dazu können noch angenommen werden. Anmeldungen zu allen Kursen werden an das Büro der ZOG, Schlosserstraße 2 (Tel. 53 0 52), erbeten. Die Sprechstunde des Leiters Dr. M. Ehrenkranz findet jeden Montag von 2—3 Uhr im Büro der Ortsgruppe statt. Chug Iwri. Der Chug Iwri trat am 15. Juni zum erstenmal zusammen. Der Besuch und auch die Anteilnahme am Gespräch war sehr befriedigend. Das behandelte Thema „Zum jüdisch-arabischen Problem" wind auch den nächsten Zusammenkünften zugrunde gelegt werden. Diese finden zunächst zweimal monatlich statt. Das Ziel des Chug Iwri ist, Menschen mit guten hebräischen Sprachkenntnissen Gelegenheit zur Vervollkommnung im Sprechen auch über schwierigere Gegenstände zu geben. Die Teilnahme ist nicht an den Besuch der Kurse gebunden., sondern steht jedem, auch in der sephardischen Aussprache Ungeübten offen. Die nächste Zusammenkunft ist am Samstag, den 13. Juli, 19 Uhr, im jüdischen Jugendheim, Herzog-Rudolf-Straße 1. ♦ Ernst Mosbacher verläßt München Im Herbst dieses Jahres wird Ernst Mosbacher, der in den Münchener Kiüturbundveranstaltungen des öfteren zu hören war und sich beim Publikum großer Beliebtheit erfreute, die Stelle des 1. Heldentenors am Stadttheater in Bern antreten. Der Künstler ist in letzter Zeit auch außerhalb Bayerns bekannt geworden; so erzielte er in Innsbruck, wo er die Tenorpartie in Haydns „Jahreszeiten" sang, urad in Salzburg, wo er am Stadttheater als Don Jose in „Carmen" gastierte, große Erfolge, Silberne Hochzeit. Herr Nathan Adler und: Frau Jenny Adler, geb. Tannenbaum, Schäftlarnstraße 66, können am 10. Juli 1935 das Fest der silbernen Hochzeit feiern. 80. Geburtstag. Am 4. Juli kann Frau Lucie HöObstädt er (Jägerstr. 2/1), die frühere Inhaberin eines Damenhutgeschäftes, in voller geistiger und körperlicher Frische ihren 80. Geburtstag feiern. Aus bayerischen Gemeinden Bamberg. In dem von Mitgliedern der ZOG. und geladenen Gästen überfüllten Saal des Jugendheimes sprach- Herr Dr. Schloßberg, Berlin, über: „Jüdisch-nationale Zukunft oder Liquidation." Herr Strauß, der die Versammlung eröffnete, gedachte in schlichten, ergreifenden Worten des Hinscheidens von Shmarja Levin und zeichnete in kurzen Strichen das Leben und Wirken dieses Großen in Israel. Herr Dr. Schloßberg, dessen Vortrag als ein Höhepunkt der bisherigen Veranstaltungen der ZOG. bezeichnet werden kann, verstand es, in packender Weise dieses aktuelle Thema nach jeder Seite hin zu beleuchten und die hieraus resultierenden Konsequenzen für die Juden anschaulich vor Augen zu führen. Das temperamentvolle Schlußwort von Fritz Stein gipfelte in einem flammenden Aufruf an die Zuhörer, der Kampfparole der zionistischen Idee treu zu bleiben, um in diesem Sinne auf die Gemeindepoliti'k einwirken zu "können. Umrahmt wurde die Veranstaltung durch ein stimmungsvoll vorgetragenes Duett der Brüder Palm und Rezitationen modern jüdischer Gedichte, von Fritz Ehrlich äußerst wirkungsvoll wiedergegeben. Aus dem Reiche 1. Bekanntmachung der Reichsvertretung der deutschen Juden über das Wehrgesetz. Die Reichsvertretung der deutschen Juden teilt mit: § 15 des Wehrgesetzes, der den aktiven Wehrdienst grundsätzlich an die Voraussetzung der arischen Abstammung knüpft, hat vereinzelt Zweifel darüber hervorgerufen, inwieweit die jetzt stattfindende Musterung und Aushebung 1935 die deutschen Juden betrifft. Zur Behebung einer etwa hier bestehenden Unkenntnis gibt die Reichsvertretung der deutschen Juden folgendes bekannt: Der Wehrdienst, durch den die Wehrpflicht erfüllt wird, umfaßt sowohl 'den aktiven Wehrdienst als auch den Wehrdienst im Beurlaubtenstande. Arische Abstammung ist lediglich Voraussetzung für den aktiven Wehrdienst. Hieraus folgt, daß die deutschen Juden Dienstpflichtige im Sinne der auf Grund des Wehrgesetzes ergangenen Verordnung über die Musterung und Aushebung 1933 sind. Zu dieser werden jetzt erstmalig die Wehrpflichtigen der Jahrgänge 1914 und 1915. in Ostpreußen auch des Jahrganges 1910, herangezogen. Der Dienstpflichtige hat sich zur Musterung zu gestellen und jedem Einberufungsbefehl zum Wehrdienst Folge zu leisten. Da die deutschen Juden wehr- und dienstpflichtig sind, auch wenn sie nicht zum aktiven Wehrdienst herangezogen werden, haben TjtMUk Sie. die, (UiU B(uL-kt£idükä fr¥irV|fwr www^r ^TiWWWr ^rwwwww frVlfffffPfPV tHmuhen fatdtfaQet fhofii