Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 11 (1.6.1935)
- Date
- 1935-06-01
- Page
- Seite 243 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr/11 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung äußere Durchmessern 10, der äußere Umfang 313/7, der innere Umfang 30 und der innere Durchmesser 30/jt -= 210/a2 90/n. Die Dicke der Wand ist dann gleich der halben Differenz aus den beiden Durchmessern 34 (io_a6/1;l) — 5/22. Der abzuziehende Wert Vt, von dem. die Mischnat ha-middot spricht, kann sich demnach nicht auf die Dicke der Wand des ehernen Meeres beziehen; denn diese ist gleich 5/22. Vielmehr dient er nur zur formalen Gewinnung des Resultates 30 für den Umfang des inneren Kreises. Die Schwierigkeiten des obigen Bibelverses (I. Könige 7, 23 und Iii. Chronik 4, 2) sind in der jüdischen Literatur oft festgestellt worden. Es sind zahlreiche Erklärungen versucht worden, die z.T. recht geistreich und einleuchtend sind. Die Erklärung, die uns die Mischnat ha-middot gibt, behebt nicht alle Schwierigkeiten. Wir haben eher das Gefühl, daß nun erst recht neue entstanden sind. N In den 3 letzten Paragraphen des 5. Kapitels werden einfache, aber für die Geschichte der Mathematik nicht unwichtige Berechnungen in bezug auf das Kreissegment gezeigt. Wir kommen nun zum 6. und letzten Kapitel (4 Paragraphen) der Mischnat ha-middot. Dieses reiht sich den fünf vorhergehenden ganz natürlich an und man kann es als ihre Fortsetzung oder auch Anwendung betrachten. Es werden hier einige Angaben gemacht über die Maße der Stiftshütte und ihrer Teile. Dieses Kapitel bringt uns in mathematischer Hinsicht nichts Neues. Es ist mehr oder weniger identisch mit der Baraita di m lechet ha-mischkaa Die Mischnat ha-middot hat besondere Bedeutung für die Geschichte der Mathematik; denn es ist nachgewiesen worden, daß die geometrischen Kapitel aus der „Algebra" Alhwarazmi's, des größten arabischen Mathematikers (9. Jahrhdt), sehr große Ähnlichkeit mit ihr haben. Trotz der Verschiedenheit der hebräischen oind arabischen Sprache kann man zuweilen sogar von einer fast wörtlichen Übereinstimmung sprechen. Es kann mit Bestimmtheit vermutet werden, daß Alhwarazmi die Mischnat ha-middot: in irgendeiner Fassunggekannt hat und daß er sich bei der Abfassung seines Werkes von ihr hat beeinflussen lassen. Trotzldem ist nicht zu bezweifeln, daß Alhwarazmi,; hätte, er von der Mischnat ha^midot nichts gewußt,, selbst die dort vorgefundenen mathematischen Erkenntnisse festgestellt hätte; denn diese haben sehr elementaren Charakter und sind z.T. schon mehrere Jahrhunderte früher bekannt gewesen. Die Bedeutung, die die Mischnat ha-middot für uns hat, liegt auf anderem Gebiete. Sie ist nämlich das erste mathematische Lehrbuch in hebräischer Sprache. Ihr Inhalt zeigt uns, daß schon in der Zeit 200 d. ü. Z. bei den Juden eine ausgedehnte mathematische Schule bestanden hat, die im Laufe der späteren Jahrhunderte dauernd fortgesetzt und ausgebaut wurde. Seit jener Zeit haben sich Juden auf dem Gebiete der mathematischen Wissenschaften erfolgreich betätigt. Die Mischnat ha-middot findet ihre Nachfolger in den unvergänglichen Werken der jüdischen Gelehrten Abraham bar Chija, Abraham ihn Esra und Levi ben Gerson. Der Reisepaß einsf und jefzf Von Dr. Hans Taub. „Der Paß ist ein amtlicher Ausweis für Reisende." So heißt es in jedem Konversationslexikon. Wie das Reisen, hat auch der Paß seine Geschichte. Nicht immer ist der Paß, der uns in ferne Länder begleiten soll, ein Freudenbringer. Wehe dem Reisenden, wenn er nicht in Ordnung geht! Eine reizende Geschichte vom Ungemach des Reisepasses erzählt der junge Schopenhauer. Er hatte das Glück, die Welt zu sehen, ehe er über sie zum Nachdenken kam. Mit 15 Jahren durfte er seine Eltern auf einer großen Reise begleiten, die von Hamburg über Holland und Belgien nach Paris, von dort über Orleans und Bordeaux durch das ganze südliche Frankreich, die Schweiz nach Bayern führte. Im Juni 1804 wollte der Hofrat Heinrich Floris Schopenhauer mit seiner später als Schriftstellerin gefeierten Gattin und seinem ein halbes Jahrhundert später als Philosoph berühmt gewordenen Söhn Arthur in Simbach die österreichische Grenze überschreiten, als sich in Form eines ungültigen Reisepasses ein Unwetter über ^*^*M*®tm*t~**U*k* %aä)fä)<xt<t Von UTanfreb Bturmann %U9 bem (beben im Vetlag von i£ri<f> IXcies in 25erlm erfcf>tenenen (Bebifytbanb „<?>etftmft unb <5c1tnnung"«. SDer ll<£er ift tym no^> frembe« @»ebiet Unb bie Arbeit erbrudfenbe JLaft. XOenn ber HTittag brobelt im glw^cttbcn Äieb, üDan» lt<fy$t bcr Ädrper nacf> Äaft Unb traumlofem Schlafe entgegenfte|>t: $£x i# in ber J£anbfd>aft noö> (Baffc. 5Do3> ©eele ift offen für btefen beginn, ©ie ftä^>lt in i|>m, was noc|> vozity, ©ie reißt fyn jubeinb jur i£rbe fyn — XToty tft er bem Setjling gletc^. SDo3> fein ileben £at einen anbeten ©inn Unb fein TDille ein neues 33erei4>. -Salb fpürt er ben müben Äucr*en nityt me^r, Unb bie ©Twielen in feinet ^anb. Ott [errettet hinter bem Pfluge £er ©o aufregt wie nie, von ber ©onne verbrannt, Unb bieÖenfe wiegt in ben Rauften nid>tf3>wer, Iiis |>ätt' er md>ts anbres geFannt. ©o le^rt tyn bie ©$olle, fo reift tyn bie Seit, Unb bie tTTonbe vergeben im 5lug, ©ie I>aben tyn t>on ber Schlade befreit Unb burc|>giityt unb gehärtet genug. Vinn ifter wie guter Tt&et bereit, ilritt ©et$ling, ber Wurzeln fc^lug. 2>te 0d>ollen ber t>ater, fte warten auf tyn, Von jungen Rauften gebannt. 5Die t>or i^m gingen, ^amen auf i|>n, ÜDer 25oben ift ewigee 35anb. titv wirb tym gläubig emgegenjie^n Iiis trüber ber trüber im ilanb. >*s>. . *ZSL ^^^55^