Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 10 (15.5.1935)
- Date
- 1935-05-15
- Page
- Seite 222 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2727810-2728025-2728035--10079-2743388- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
222 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 10 Eigene Anfertigung Reparatur — Reinigen LEDERHOSEN GD n KJ U I I T L' AUGUSTENSTRASSE 85 l\ U IN M U I * ECKE TH ERESI EN STRASSE Leichenzug, in welchem man auch viele Angehörige nichtjüdischen Bekenntnisses bemerkte, gab Frau Lehmann das letzte Geleite. Nach ihrer Uberführung zum Friedhof Alzenau zeichnete Herr Lehrer Wechsler in kurzen Strichen, anschließend an den Vers des Hohenliedes ani ledodi wedodl Ii, die Eigenschaften der Verstorbenen, während der Gatte in rührenden Worten Abschied von ihr nahm. Bad Kissingen. Der Wohltätigkeitsverein (Chevrah) Bad Kissingen konnte in diesem Jahre die 75. Wiederkehr seiner 1860 erfolgten Gründung feiern. Das für die hiesige Gemeinde denkwürdige Ereignis wurde in der einfach, aber durch Grün und Blumen stimmungsvoll geschmückten Synagoge durch einen „Festgottesdienst" würdig gefeiert Nach einem MA TAUWU des Synagogenchores begrüßte der Vorstand der Gemeinde, Herr Nathan Bretzfelder, die erschienenen Gemeindemitglieder .und auswärtigen Gäste. Er gab einen kurzen Rückblick über die Geschichte und das Wirken des für die Gemeinde und die jüdischen Kurgäste Bad Kissingens segensreichen Vereines. Er benutzte die Gelegenheit, wirkungsvoll auf die zeitnahen Aufgaben des Vereins hinzuweisen und schloß mit dem Wunsche, daß die Feier des 100. Geburtstages in glücklicherer Stunde erfolgen möge. Die Rezitation des 113. Psalmes zwischen dem Kantor, Herrn Lehrer Steinberger, und dem Synagogenchor leitete über zur Festpredigt von Herrn' Bezirksrabbiner Dr. Ephraim. Unter Zugrundelegung der Psalmstelle Kap. 89 V. 3 Aulom chesed jibone „Die Welt besteht durch die Liebe", würdigte er die hohen Pflichten einer Chevroh gegen Arme, Kranke und Verstorbene. Der Redner richtete die Aufforderung an die Gemeinde, allseitig wie einstens in der Gründungszeit des Vereins, auch heute wieder die Verpflichtungen gauz in altjüdischem Sinne auf sich zu nehmen. Darauf folgte eine Seelenfeier für die verstorbenen Vorstandsmitglieder: Chorgesang ENOSGH kechpzier JOMOF v. Lewandowsky, El mole Rachamirn v. Baer, gesungen vom Kantor Herrn Lehrer Steinberger, und Psalm 16 mit Schlußchor Lochen somach Libi, vorgetragen vom Synagogenchor und Kantor. Besonders auch dieser letzte Teil der Feier übte eine tiefe Wirkung auf die Zuhörer aus. Mit dem gemeinsamen Gesang des Jigdal schloß der feierliche Gottesdienst. Mtüdhausen in Oberfranken. Herr Theodor Bruckheim in Mühlhausen L Oberfr. beging am 9. Mai seinen 60. Geburtstag. An diesem Freudentage nahm die Gemeinde, die Herrn Bruckheim zu größtem Dank verpflichtet ist, innigen Anteil, denn er bekleidet seit 16 Jahren das Amt des Kultusvorstandes in mustergültiger Weise und hat es verstanden, die Kultuseinrichtungen der Gemeinde trotz der, schweren Zeiten bis zum heutigen Tage aufrecht zu erhalten. Bad Dürkheim. In diesen Tagen war es Herrn Bezirksrabbiner Dr. Ernst. St ecke Imacher vergönnt, auf eine fünfundzwanzigjährige segensreiche Amtstätigkeit, im Rabbinatsbezirk Frankenthal zurückzublicken. Dieses Jubiläum fiel zeitlich zusammen mit seiner Verabschiedung von der Gemeinde in Bad Dürkheim, mit der er sich seit seinem Amtsantritt innig verbunden fühlte, und mit seiner Übersiedlung nach Ludwigshafen, um von dort aus in Zukunft seinem Rabbinatsbezirk und vor allem der größten seiner Bezirksgemeinden zu dienen. In dem Gottesdienste am Sabbat Rosch Cho- S. Levi nger Zigar ren . rühmlichst bekannt durch feine Qualität jetzt wieder Bayerstrasse 21 im Neubau Hotel Rheinischer Hof. y Gegründet .1886 ✓ Fernsprecher 54897 desch Jjar hielt Herr Dr. Steckelmacher seine Abschiedspredigt, während der Vorsitzende des Rabbinatsbezirks und der Israelitischen Kultusgemeinde Bad Dürkheim. Herr Reallehrer a.D. Ludwig Strauß, dem scheidenden Rabbiner den Dank und die Wünsche aller Gemeindemitglieder aussprach. Mögen Herrn Bezirksrabbiner Dr. Steckelmacher mit göttlicher Hilfe noch viele Jahrzehnte gesegneten Wirkens in seinem heiligen Amte beschieden sein! Jüdischer Turniiml S|»ortvcrciii Ostern in Stuttgart. Sportfahrt von Bayerns Hochebene ins Blütenmeer des Schwabenlandes. Die Fahrt nach Stuttgart war wieder einmal eine ganz große Sache. Schon Wochen vorher sprachen die Fußballer und die Handballspielerinnen von nichts anderem als von den Wettspielen zu Ostern in Stuttgart. Endlich war der langersehnte Ostersonntag da. Pünktlich 5 Uhr früh stand der blaue Omnibus am Hauptbahnhof-Südbau bereit zur Abfahrt nach der schönen Stadt im Neckartal. In froher Laune begrüßte man am Treffpunkt Herrn Julius Pick, den 1. Vorsitzenden des Vereins, dem es, wie er später betonte, eine große Freude sei, diese Fahrt mitmachen zu können, denn es sei für jeden eine besondere Ehre seinen Verein auswärts vertreten zu dürfen. Ferner sah man die beiden Abteilungsleiter, die Herren Freundlich und Orljansky, und natürlich die drei Mannschaften. Eine. Bequemlichkeit war die Fahrt mit dem Omnibus ganz gewiß nicht. Allein man vergaß im Hinblick auf das, was die beiden Tage bringen sollten, gern diese Unannehmlichkeit. Der goldene Humor aller Teilnehmer ließ die sechs Stunden Fahrt wie im Fluge dahineilen. Hier sei besonders „der Haschi" erwähnt, der die ganze Fahrt auf dem Schifferklavier spielend viel dazu beitrug, daß diese so kurzweilig war. Uber Augsburg fuhr man bei herrlichstem Wetter dahin. In Ulm wurde kurze Rast gemacht und das Münster gebührend bewundert. Weiter gings durch das schöne Land, durch frisches Grün und Blütenbäume zum Ziel — Stuttgart. Kurz war der Aufenthalt in dieser interessanten Stadt. Aber die wenigen Stunden waren wirklich schön, verschönert durch die Gastfreundschaft der beiden Stuttgarter Vereine, RJF und Hakaah. Zur Begrüßung hatten sich Herren beider Vereine eingefunden. Sogleich wurden die beiden Herrenmannschaften untergebracht (den Mädels wurden abends von der Hakoah die Quartiere zugewiesen) und zwaT in einer Weise — und dies ist wahrhaftig keine Phrase —, daß die Spieler sich gar nicht genug tun konnten in Begeisterung über die Unterkunft, die jeder einzelne gefunden hatte. Nach dem Mittagessen ging es mit dem Omnibus ins Feuerbacher-Tal zum RJF-Sportplatz. Im ersten Spiel des Tages standen sich die Alt-Herrenmannschaften gegenüber. .JTSV. München Alte Herren — RJF Stuttgart Alte Herren 4:1 (1:1). Nachdem die Münchener bald nach Beginn in Führung gegangen waren, gelang es Stuttgart durch Strafstoß den Ausgleich zu erzielen. Nach der Pause schälte sich eine leichte Überlegenheit der. Münchener heraus, die durch drei weitere Tore zum Ausdruck kam. JTSV. München Damen — RJF Stuttgart Damen 5:1 (3:0). Unsere Damenhandballelf konnte in Stuttgart ihr zweites Spiel bereits zu einem Erfolg gestalten. Die Stuttgarter RJF- Damen mußten die technische Überlegenheit unserer Mannschaft anerkennen, was besonders hoch einzuschätzen ist, wenn man das überaus harte, fast unerlaubte Spiel der Stuttgarter Damen in Betracht zieht. Von den Münchener Damen ragte vor allem Frl. Gustein hervor, die von den fünf Toren allein vier schoß. Außerdem ist die Leistung von Frl. Lindauer als Mittelstürmerin und Frl. Perles als Mittelläuferin hervorzuheben. Seitens der RJF-Damen war Frl. Schattenfeld gut, die auch den Ehrentreffer für Stuttgart erzielte.