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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1935-05-15 · 10 (15.5.1935) · p. Seite 221

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
11 (1935)
Issue
10 (15.5.1935)
Date
1935-05-15
Page
Seite 221 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 10 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 22 eben begonnenen Anfängerkurs gebildet, so daß für Anfänger ohne Vorkenntnisse nun zwei Kurse bestehen: 1. Montag und Mittwoch 21.15 bis 22.15 Uhr, 2. Dienstag und Freitag 18 bis 19 Uhr, . beide Herzog-Rudolf-Straße 1, Rückgebäude. Ferner wird ein neuer K i nd e r k u r s gebildet, für den weitere Anmeldungen baldigst erbeten werden. Anfragen und Anmeldungen werden an die Zionistische Ortsgruppe, Schlosserstraße 3/1, erbeten, Telephon 53 0 52. Die Sprechstunde des Leiters, Herrn Dr. Ehrenkranz, findet in Zukunft jeden Montag von 14—15 Uhr im Büro der Ortsgruppe statt. Palästinaaufbau und Zionistische Organisation Zur Schekel-Aktion 5694/5 Die Ereignisse* der letzten Jahre haben das Schicksal des deutschen Judentums unlöslich mit der Zukunft Erez Israels verbunden. Einem großen Teil der deutschen Judenheit hat Palästina in seiner schwersten Zeit Halt. Aufrichtung und Hoffnung auf eine glücklichere Zukunft gegeben. Viele Tausende von deutschen Juden haben sich seit dieser Zeit zionistisch organisiert, viele Tausende sympathisieren aus einer neuen Erkenntnis mit dem Zionismus. Aber gerade^bei Menschen, in deren Blickfeld Palästina erst in den letzten Jahren gerückt ist, trifft man vielfach die Meinung, das jüdische Palästina sei von selbst geworden. Sie vergessen, daß es ohne die Tätigkeit der Zionistischen Organisation ein jüdisches Nationaliheim in Palästina nicht gäbe. Es war die umwälzende Erkenntnis Theodor Herzls, daß die Judenfrage in ihrer Eigenart nur durch jüdische Selbsthilfe gelöst werden kann. Um dem jüdischen Volk wieder eine einheitliche Führung und einen Willen zu geben, schuf er die zionistische Organisation und als Tribüne des Volkes den Zionistenkongreß, von der aus es schon 1897 „die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina" mit Nachdruck und Würde verlangte. In unermüdlicher. Arbeit hat die Zionistische Organisation seither die völkerrechtliche Anerkennung des jüdischen Volkes und seiner historischen Verbundenheit mit Palästina erkämpft und damit die politische Möglichkeit des Aufbaus der nationalen Heimstätte und der Einwanderung geschaffen. Durch die hingebungsvolle und opferfreudige Aufbauarbeit ihrer Pioniere ist das Land neuem Leben erschlossen worden. Wie in der Vergangenheit, wird die Zionistische Organisation auch in Zukunft Baumeisterin des jüdischen Palästina bleiben müssen. Gerade in dieser Zeit wirtschaftlicher Blüte muß sie darüber wachen, daß der Grundgedanke der jüdischen Nationalheimstätte unverletzt und rein bleibt. Nur eine kraftvolle Zionistische Organisation kann in der politischen Entwicklung das Lebensinteresse des gesamten Volkes, so den Anspruch auf Verstärkung der Einwanderung mittelloser Arbeiter, mit Nachdruck und Erfolg vertreten. Noch auf Jahre hinaus wird ihre Kraft, erforderlich sein, um den Aufbau zentral zu leiten und das landwirtschaftliche Fundament zu stärken. Den Kampf gegen die Auswüchse und Schattenseiten der gegenwärtigen Wirtschaftsblüte, die überaus gefahrvolle Bodenspekulation, die Vernachlässigung der Landwirtschaft, den Zug vom Land in die Stadt, den Kampf um jüdische Arbeit und die Durchsetzung der hebräischen Sprache kann nur eine geschlossene Zionistische Organisation führen. Gegenwärtig wendet sich die Zionistische Organisation an weiteste Kreise mit der Aufforderung, den Sch ek el zu erwerben, der den erwachsenen Zahlern das Wahlrecht zum Zionistenkongreß gibt. Die Schekelaktion hat den Zweck, zu zeigen, in welchem Umfange heute das Judentum dieses Ausbauwerk stützt und prägt. Der Schekel ist weit mehr als ein Mitgliedsbeitrag. Mit ihm bekennt sich jeder, der den wahren Sinn des zionistischen Aufbauwerkes erfaßt hat, zu ihm und zu der Zukunft des jüdischen Volkes. Erst wenn sich gezeigt hat, MAGISTER KIRSCH der gute Likör, Magister München VII daß der überwiegende Teil der Judenheit hinter der Zionistischen Organisation in ihrem Kampfe steht, wird sie fähig sein, die gewaltigen Aufgaben ganz zu erfüllen, die ihr in unseren Tagen gestellt sind. Reich sbund jfid. Frontsoldaten Landesverband Bayern Ortsgruppe München. Kameradschaftlicher Abend am Montag, den 20. Mai 1935, in der Gaststätte Schwarz, Schlosserstraße 2. Fordern Sie auch die Kameraden Ihres Bekanntenkreises auf, den; Abend zu besuchen. Aus der Gemeinde Augsburg Die von der Augsburger Gemeinde veranstalteten Konzerte jüdischer Künstler fanden am 14. April 1935 ihren Abschluß mit einem Symphoniekonzert des Münchener Kulturhundorchesters unter der Leitung seines Dirigenten Erich E r c k. Den Mittel- und zugleich den Höhepunkt des Programmes bildete die Wiedergabe des Klavierkonzertes in a-Moll von Robert Schümann durch Liselotte Weiß. Die Pianistin wurde dank ihrer ausgezeichneten Spieltechnik und natürlichen musikalischen Begabung den großen Anforderungen dieses herrlichen Konzertes in hohem Maße gerecht. Die Impulse, die von der Solistin iausgingen, übertrugen sich auch auf - das begleitende Orchester trotz der durch die Raunwerhältnisse außerordentlich ungünstigen Aufstellung des Flügels. Auf dem Programm standen noch Mozarts g-Moll und Beethovens B-Dur-Symphonie. Da diese beiden Werke auch in München zu Gehör gebracht wurden, erübrigt sich eine eingehendere Besprechung. Die schnellen Sätze kamen erheblich besser zum Erklingen als die langsamen, in denen der melodische Fluß öfters hinter den rhythmischen; Elementen zurücktreten mußte. Auch hätte die Dynamik reichter schattiert sein dürfen, besonders in der Adagio-Einleitung zur Beethovensymphonie, wo gleich das pp des Beginnes zu kräftig ausfiel. Das alles fällt aber gegenüber der Freude, das Kulturbundorchester hier gehört zu haben, nicht so sehr ins Gewicht. ' Vir wünschen der kulturellen Arbeit, die Herr Erck überi ommen hat, vollen Erfolg. Zum Heimgang von Sigmund Landauer. Am Freitag, den 3. Mai, versammelte sieb ein großer Kreis teilnehmender Freunde und Verehrer kurz vor Sabbateingang um die Bahre eines ehrwürdigen Greises unserer Gemeinde. Herr Si g m m n d Landauer, der letzte Sohn des Firmengründers der altbekannten Weberei M. S. Landauer, Augsburg, war in seinem 90. Lebensjahr zum „Ewigen Sabbat" einberufen worden. Der Grabrede des Herrn Bezirksrabbiners Dr. Jacob lag der Bibelivers zugrunde: „Morgen ist ein neuer Tag; da wird Dein Platz leer sein!" Es kam darin die berechtigte Trauer zum Ausdruck ob der großen Lücke, die der Tod dieses wegen seiner Schlichtheit und Frömmigkeit allgemein hochgeachteten Mannes in Familie und Gemeinde gerissen hat. Der Verklärte gehörte zu jener großen Zahl deutscher Juden, die ihre vaterländische und menschliche Pflicht zeitlebens getan und namentlich der Wirtschaft große Dienste geleistet haben. Aufrecht war er seinen Weg durch das Leben gegangen, getreu seinem Grundsatz: „Ehre — nicht Ehren!" Sein Andenken wirdein gesegnetes sein. Aus bayerischen Gemeinden Alzenau in Unterfranken. Am 4. Tag Pesach verschied im 70. Lebensjahr Frau Lehrer Lehmann im Spessartdörfchen Eschau. Eine tapfere Lebensgefährtin schloß die Augen für immer. In Alzenau geboren, war es ihr Wunsch, auf dem dortigen Friedhof bestattet zu werden. Herr Bezirksrabbiner Dr. Bloch aus Aschaffenburg widmete der Verstorbenen am Sterbehause Worte des Gedenkens und der einzige Sohn, Lehrer in Wisloch, brachte die Gefühle der Dankbarkeit und Verehrung in längerer Ansprache zum Ausdruck. Ein stattlicher

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