Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 10 (15.5.1935)
- Date
- 1935-05-15
- Page
- Seite 220 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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22Ö Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 10 seitherigen Mitarbeiter, daß ihm noch recht lange die Körperkräfte erhalten bleiben mögen, um Wohltätigkeit zu üben in dem Sinne, wie er sie in seiner Familie von Jugend auf gesehen und seither in so vorbildlicher Weise geübt hat. * Rechtsanwalt Justizrat Leo Oppenheim er bittet uns, nachstehende Zeilen zu veröffentlichen: Dem Ernste der Zeit entsprechend möchte ich meinen bevorstehenden 70. Geburtstag nicht gefeiert sehen; wer mir eine Aufmerksamkeit zugedacht haben sollte, wende den Geldwert als Spende der Israelit. Krankenfürsorge e.V. für bedürftige Kranke zu. . Vermittlungsstelle für jüdische Wirtschaftshilfe. Der von der Zentralstelle für jüdische Wirtschaftshilfe in Berlin herausgegebene Vermittlungs dienst scheint in weiteren jüdischen Kreisen noch nicht genügend bekannt zu sein. Wir geben deswegen nachstehend den einschlägigen Teil eines von dieser Stelle herausgegebenen Berichtes wieder: Der Vermittlungsdienst der Zentralstelle für jüdische Wirtschaftshilfe hat die Aufgabe, Kapitateesuche und Kapitalangebote bekanntzugeben, um Angebot und Nachfrage zusammenzubringen und um den Neuaufbau von Existenzen durch Beteiligungen zu fördern. Der Vermittungsdienst erscheint einmal monatlich und wird sämtlichen Wirtschaftshilfestellen auch zur Verteilung an die jüdischen Gemeinden ihres Bezirks zur Verfügung gestellt. Die Gesuche und Angebote, die im Vermittlungsdienst kostenlos und chiffriert unter Einschaltung der bezirklichen Wirtschaftshilfestellen erscheinen, werden vor ihrer Bekanntgabe einer Vorprüfung unterzogen, um den Interessenten eine gewisse Gewähr für die Seriosität der Angebote zu geben. Dadurch unterscheidet sich der Vermittlungsdienst z. B. von Zeitungsanzeigen. Beteiligungsgesuche aus allen Branchen und in allen Kapitalgrößen werden vom Vermittlungsdienst veröffentlicht, ebenso wird er in Anspruch genommen für Kauf-, Miet- und Pachtgesuche von Geschäften.. Ferner umfaßt er eine eigene Abteilung für die Umsiedlung von Handwerksmeistern. Ihre Einrichtung ergab sich aus der sozialpolitischen Notwendigkeit, die Binnenwanderung von jüdischen Handwerksmeistern kleiner Gemeinden in mittlere und größere jüdische Gemeinden planmäßig zu fördern. So werden regelmäßig im Vermittlungs dienst Niederlassungsmöglichkeiten für jüdische Handwerksmeister bekanntgegeben und zwar nach zwei Richtungen. Einmal erfolgen Mitteilungen von Meistern selbst, die aus kleinen in größere Gemeinden umziehen wollen, weil sie in den Kleingemeinden1 ihr Auskommen nicht mehr finden. Zum andern werden Nachrichten von den in Frage kommenden Zuzugsgemeinden bekanntgegeben, in denen bestimmte Handwerksarten von jüdischen Meistern noch nicht vertreten sind, so daß begründete Aussicht besteht, daß sie bei Zuzug ihr Auskommen finden können. Durch diesen Vermittlungsdienst ist es gelungen, eine große Anzahl von Interessenten für Beteiligungen miteinander in Verbindung zu bringen und andere Existenzmöglichkeiten zu schaffen. Mit der Anknüpfung solcher Verbindungen zwischen den beiden Parteien muß die Zentralstelle für jüdische Wirtschaftshilfe ihre Aufgabe auf diesem Gebiet allerdings für erfüllt ansehen. Die letzte Entscheidung liegt nach genauer Prüfung aller Einzelheiten der Projekte bei den Interessenten selbst. Der Vermittlungsdienst erscheint allmonatlich meistens am 20. ds. Mts. und liegt immer am jüdischen Wohlfahrtsamt. Herzog-Max-Straße 5/1. Montag mit Freitag früh von 10—12 Uhr, nachmittags von 4—6 Uhr zur Einsichtnahme für Interessenten auf. Vereinsversammlungen. Im Anzeigenteile ergeht in üblicher Weise Einladung zu den Mitgliederversammlungen von fünf unserer Wohltätigkeitsvereine. Es entspricht der Zeitlage, wenn auch die jüngeren Mitglieder der Vereine ihre Anteilnahme an den Woihlfahrtsbestrebungen durch Besuch der Versammlung erweisen würden. Chewra Kadischa. Vom 1. Vorsitzenden der Chewra Kadischa wird mitgeteilt, daß mit der Phönix A.G. ein Versicherungsvertrag auf Leistung eines Sterbegeldes mit Wirkung vom 1. Mai 1935 abgeschlossen wurde. Der Vertrag liegt zur Zeit zur Genehmigung dem Aufsichtsamt vor; an die Gemeindemitglieder, welche der Versicherung beigetreten sind, ist deshalb nock keine weitere Mitteilung gelangt. An die verehrten Mitglieder-der Jüdischen Gemeinde in Mönchen Die Jüdische Blindenanstalt für Deutschland E.V. ist das einzige Institut in Deutschland, welches ausschließlich jüdische Bünde betreut. Im eigenen Heim, Berlin-Steglitz, Wrangelstr. 6/7, wird eine Werkstatt zur Erzeugung von Bürstenwaren unter Aufsicht eines sehenden jüdischen Meisters unterhalten. Die hergestellten Waren sind erstklassig, werden in der Provinz von dem Vertreter, Herrn Arthur Becker, und seinen Angestellten nach Katalog verkauft und frei Haus geliefert. Mit jedem Auftrag auf Lieferung von Bürstenwaren wird die Not der jüdischen Blinden gelindert. Es wird daher höflichst gebeten, den Vertreter berücksichtigen zu wollen und ihm Aufträge auf Bür-. stenwaren aller Art zukommen zu lassen. Die Insaßen der Jüdischen Blindenanstalt wollen Beschäftigung haben — bitte helfen Sie den jüdischen Blinden! Jüdische Blindenanstalt für Deutschland E. V, Jüdischer Frauenbund, Ortsgruppe München. Montag, den 3. Juni, St. Annasaal. Reitmorstraße. Aufführung: „Die vertauschten Rollen", Lustspiel von Francisco de Rojas Zorilla, in freier deutscher Übertragung von Ludwig Fulda. Mitwirkende: Kostüme und Dekoration: Lotte Schönberg-Ernst; Darstellung: Ines Frey. Eva Heymann, Elisabeth Springer, Ernest Frank, Alfred Obermaier, Bernhard Renka, Walter Ries, Heinrich Wieland. — Anfang 20 Uhr, Ende gegen 22.30 Uhr, Kein Wirschaftsbetrieb. — Karten zu RM. 1.50 und 2.80. Vorverkauf ab 15. Mai Ewer-Buchhandlung, Ottostraße, Zigarrenhaus Levinger, Bayerstraße. Zionistische Ortsgruppe München Jungzionistischer Arbeitskreis. Der Jungzionistische Arbeitskreis nimmt, nachdem die engere Zusammenfassung und Schulung der jüngeren, noch nicht in den Bünden erfaßten Zionisten als ein dringendes Bedürfnis empfunden wird, jetzt seine Arbeit wieder auf; die Leitung besteht ans Hermann Renka, Julius Friedmann, Heinz Löwenstamm. Das Arbeitsprogramm sieht einen regelmäßigen Oneg Schabbat, sowie einen solchen für Jüngere unter 16 Jahren, ferner eine Arbeitsgemeinschaft über zionistische Fragen vor. Genaue Ankündigungen werden brieflich erfolgen. Anmeldungen und Anfragen an das Büro der ZOG. Die Zehniahres-Feier der Hebräischen Universität Jerusalem wurde durch die ZOG. am 27. April begangen. Nach dem Vortrag des Largo aus dem Bach'schen Violinkonzert durch die •Herren .Bettsack, Salinger und iSarski gaib Herr Dr. M. J. Gutmann einen eindrucksvollen' Überblick über die bisherigen Leistungen der Universität und über die Hoffnungen, die die Juden aller Richtungen in der ganzen Welt auf diese einzigartige Hochschule setzen. Den 'Festvortrag „Palästina und die Diaspora" hielt Herr Dr. Ludwig Feuchtwanger. Der gute Besuch der sehr würdig durchgeführten Veranstaltung zeigte das große Interesse der weitesten jüdischen Öffentlichkeit an der Jerusalemer Universität jenseits aller weltanschaulichen Richtungen. Hebräische Sprachkurse München Die Entwicklung der Kurse in den letzten Wochen zeigt einen neuen starken Aufschwung der hebräischen Sprachbewegung in München. Die Anmeldungen zu allen Kursen gehen in so großer Zahl ein, daß die Bildung neuer Kurse ständig nötig wird. Zunächst wird ein Parallelkurs zu dem so-