Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 8 (15.4.1935)
- Date
- 1935-04-15
- Page
- Seite 175 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 8 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 175 dieser allgemeinen geistespolitischen Aufgabe, die ein selbständige Werte schaffendes Leben der orientalischen Völker — das eigene jüdische natürlich inbegriffen — vorbereiten soll, hat die hebräische Universität aber auch eine akut politische Bedeutung, .nicht nur eine binnennationale, sondern auch eine übervolklich, allgemein orientalische. Ihre Albsolventen, im Geist eines erwachten, seiner Sonderaufgabe im Aufbau der Welt bewußten Orients erzogen, sind die natürlichen Sendboten einer Annäherung der dem ähnlichen Milieu und dem ähnlichen historischen Augenblick entwachsenden Völker des semitischen Lebensraums, sie sind die Wegbereiter der heute fast hoffnungslosen Annäherung der einander nächstverwandten Völker, der Araber und der Juden. Und wie auch die Bewegungen der nächsten Zukunft in einem sich von der europäischen Bevormundung lösenden orientalischen Lebensraum heißen werden, ob sie unter dem Schlagwort Pan-Asien, Pan¬ Arabien oder aber Pan-Semitismus zusammengefaßt werden, der aktive Teil des Judentums, das aus dem Osten einst kam und in diesen, auch im übergeographischen Sinn erfaßten Osten zurückkehrt, muß gerade durch die höchste Schule der Zurückkehrenden gesichert werden. Nicht als Gegengewicht gegen das allmählich, aber unaufhaltsam ganz Asien organisierende Japan, sondern sozusagen als geistiger Vertragspartner desselben, der, in Europa geschult, die Sonderexistenz eines orientalischen Geistes erkennend, sein ihm ergebener Diener wird. Die Größe der Aufgabe ist heute unübersehbar, aber Art und Wegrichtung ist von vornherein erkennbar: von vornherein die Aufgabe der gemeinsamen Verteidigung der alten Überlieferungen und der unsterblichen — aber verfälschbären — Geisteswerte des Ostens gegen die technische Zivilisation, im Sinne einer Modernisierung und Neubefruchtung derselben. Die Voraussetzung dazu ist Umkehr vom Weg, der zur bedingungslosen Vergötterung des Westens führt und Abkehr vom Glauben, daß Fortschritt mit Losreißen von der Tradition identisch ist, und überdies Erkenntnis, daß es einen Geist All-Asiens gibt, dessen Teil der Geist des Judentums ist. In dieser dreifachen Erkenntnis liegt die Bedeutung der hebräischen Universität von Jerusalem eindeutig beschlossen. Ben-Gavriel (Jerusalem). Aus der Gemeinde München Predigt zum Gedächtnis an Maimonides am ersten Tag des Pesachfestes Am ersten Tag des Pesachfestes, Donnerstag vormittag, den 18. April, wird die Festpredigt dem Andenken an Maimonides, anläßlich seines 800. Geburtstages gewidmet sein. Hebräische Sprachkurse München. Der Leitung der hebräischen Sprachkurse ist es gelungen, in der Person des Herrn Dr. Mordechaj Ehrenkranz einen hervorragend qualifizierten Lehrer und pädagogischen Leiter der Kurse zu gewinnen. Nach langjährigen rabbinischen Studien und der Absolvieruug der hebräischen Lehrerbildungsanstalt des O'berrabbiners Chajes in Wien im Jahre 1923, hat sich Herr Dr. Ehrenkranz in mehrjährigem Unterricht in Jugendbünden, sowie an einer Sprachschule in der Tschechoslowakei eine gründliche pädagogische Erfahrung erworben. An den Universitäten von Prag und Berlin widmete er sich dem Studium der semitischen Sprachen- und vorderasiatischen Kulturgeschichte und besuchte außerdem die Hochschule für Wissenschaft des Judentums in Berlin. Zuletzt erteilte er hebräischen Unterricht in verschiedenen Schulen in Berlin und leitete den hebräischen Kreis der Zionistischen Vereinigung. Neben Herrn Dr. Ehrenkranz wird auch weiterhin Herr Abraham Shainerman als Lehrer tätig kein. Aufnahmen können in alle Kurse noch erfolgen. Die Teilnehmergebühr ist für zwei Wochenstunden 5 RM., für eine Wochenstunde 3 RM. monatlich. In besonderen Fällen kann Ermäßigung eintreten. »NACH MASS« in unserem Sinne: edla Stoffe und beste, nach Maßtarif 1 entlohnte Schneiderarbeit. Unsere Maß-Anzug-Preise: 145.- 165.- 185.- BAMBERGER »HERTZ die zuverlässigen Kleiderfachleute Die Kurse von Herrn Dr. Ehrenkranz finden im Raum der Hebräischen Sprachkurse, Herzog-Rudolf-Straße 1 Rückgbde., statt, die von Herrn Shainermann in den Räumer, des jüdischen Jugendheims, Herzog-Rudolf-Straße 1 Vorderhaus. Anfragen und Anmeldungen werden an das Büro der Zionistischen Ortsgruppe, Schlosserstraße 2, erbeten. Sprechstunde von Herrn Dr. Ehrenkranz ist jeden Donnerstag 1.30 bis 2.30 Uhr im Schulraum der hebräischen Sprachkurse. Zur Zeit hat der Unterrichtsplan der Sprachkurse folgende Gestalt. Neue Kurse sind in Vorbereitung. Kurse Ehrenkranz: 1. Kinderkurs, etwas Fortgeschrittene: Montag, 17.30—18.30 Uhr; Lektüre: Hamatchil. 2. Anfänger: Montag, 19—20 Uhr; Lektüre: Lehrbuch von Goldmann, Heft 2. 3. Etwas Fortgeschrittene: Dienstag, 14.30—16 Uhr; Lektüre: Lehrbuch von Percikowitch. 4. Weiter Fortgeschrittene: Dienstag und Donnerstag, 19—20 Uhr; Lektüre: Percikowitch, Hamatchil. 5. Fortgeschrittene: a) Dienstag, 20—21 Uhr; Lektüre: Die Gestalt des Chaluz in der neuen Literatur, b) Mittwoch, 20—21 Uhr; Lektüre: Erwartungen der Rückkehrenden aus Baibylon (ausgewählte Kapitel aus Esra, Jesaia, Psalmen, Chagaj und Malachi). Kurse Shainerman: la. Anfänger: Montag, 19—20 Uhr; Lektüre: Hamatchil. Ib. Anfänger: Montag 21—22-Uhr; Lektüre: Hamatchil. 2a. Etwas Fortgeschrittene: Montag, 18—19 Uhr; Lektüre Hamatchil. 2b. Etwas Fortgeschrittene: Mittwoch, 18.30—19.30 Uhr; Lektüre: Hamatchil. 3. Weiter Fortgeschrittene: Donnerstag, 20.30—22 Uhr; Lektüre: Hamatchil. 4. Weiter Fortgeschrittene: Donnerstag 19.30—20.30 Uhr; Lektüre: Hamatchil. 5. Fortgeschrittene: Mittwoch, 19.30—20.30 Uhr; Lektüre: Hebräische Novellen. 6. Weit Fortgeschrittene: Mittwoch 20.30—22 Uhr; Lektüre: Novellen. In allen Kursen werden Grammatik, Konversation und schriftliche Arbeiten gepflegt. Schul-Abschlußieier. Am letzten Märztag versammelte der Vorstand der Gemeinde wie alljährlich die schulentlassene Jugend um sich. Der Vertreter des Rabbinats, Herr Professor Klugmann, richtete zunächst Worte der Aufmunterung und des besinnlichen Rückblicks an die um ihn versammelten jungen Leute. Lehrer und Eltern. Dann dankte der Absolvent des Max-Gymnasiums,