Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 7 (1.4.1935)
- Date
- 1935-04-01
- Page
- Seite 154 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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154 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 7 SCHUHHAUS M. FLEISCHMANN München, theatinerstrasse m Spezialität: BALLY-SCHUHE Aus bayerisdien Gemeinden Fürth in Bayern — Gabriel Riesser-Stiftung Bewerbung-en um die Gabriel Riesser-Stiftung wollen umgehend mit den nötigen Zeugnisabschriften bei Herrn Rabbiner Dr. Behrens in Fürth i. B., Nürnberger Straße 29, eingereicht werden. Bayreuth. Bericht über die Erinnerungsleier zum 175jährigen Bestehen der Synagog Bayreuth mit der Ansprache des Präsidenten des Verbandes bayer. Israelit. Gemeinden befindet sich in diesem Blatt an besonderer Stelle. Aus der Gemeinde Bamberg ' Montag, 11. März 1935, führte die Zionistische Ortsgruppe im Jugendheim, auch vor einer großen Anzahl geladener Gäste, den Lichtbildstreifen „Purim in Tel-Awiw" vor. — Der darauffolgende Sonntag, 17. März, brachte zur Feier des Purimfestes in der von der Gemeinde gefüllten Synagoge eine Weihestunde der Jugend. Im Rahmen von musikalischen Darbietungen, Gesangsvorträgen, Sprechchören und der deutschen Erzählung der Esther-Geschichte in gedrängter From durch Mitglieder der Jugendbünde, stand die die Hauptgestalten des Buches Esther und die jüdische Jugend unserer heutigen Zeit in feindurchdachter Verbindung behandelnde Purimrede des Herrn Rabbiner Dr. Karten. Zum Schluß rief Fritz Stein, der Ortsringleiter der bündischen Jugend, zum Purimopfer auf und stellte damit die Jugend der Gemeinde in den Dienst der Wohlfahrtsarbeit der Gemeinde. — Bund der deutsch-jüdischen Jugend, jüdischer Pfadfinderbund Deutschlands und jüdischer Jugendbund hielten ihre Purimf eiern im Jugendheim; die, obersten Leitsatz bildende Solidarität fand in gegenseitiger Einladung ihren sichtbaren Ausdruck. — Aus Anlaß des Heldengedenktages erfolgte tags zuvor im Rahmen des sabbatlichen Hauptgottesdienstes die Gefallenenehrung durch eine stimmungsvolle Gedenkrede des Herrn Rabbiner Dr. Katten und Chorgesang. Die Ortsgruppe des R. J. F. war zahlreich vertreten. — An den Trauerfeierlichkeiten für S. Exzellenz Weihbischof und Domprobst Dr. Senger im Heinrichsdom, zu welchen das Metropolitankapitel Bamberg besondere Einladung hatte ergehen lassen, nahm eine Abordnung der Gemeinde teil. Jüdischer Turn- und Suortverciit Tennis-Abteilung 5. Plätze an der Marbach-Forstenriederstraße 1. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß jedes Mitglied der Tennisabteilung auch Mitglied des Turn- und Sportvereins sein muß. 2. Beiträge für die Tennisabteilung: für die ganze Spielzeit: Aktive Mitglieder....... . . . RM. 25.— Jugendliche unter 16 Jahren........RM. 15.— Passive Mitglieder..........RM. 5.— Ballgeld für Aufheber RM. —.40 für die Stunde; bei zwei Ballkindern RM. —.20 für die Stunde je Kind1. 3. Beitrag für den JTSV München: Erwachsene RM. 1.50, Jugendliche bis zu 16 Jahren RM. —.50 für den Monat. 4. Zahlung der Beiträge an die Geschäftsstelle oder auf Postscheckkonto MüncheirNr. 43 99. 5. Da auch heuer mit einer großen'Mitgliederzahl zu rechnen ist, wird, um einen geregelten Spielbetrieb zu ermöglichen, äußerste Disziplin verlangt. Jeder Spieler hat sich den Anweisungen der Spielleitung zu fügen. Die Damen werden ersucht, (Fortsetzung auf Seite 159) AUFRUF MUnchener jüdischer Organisationen zur Teilnahme an den Veranstaltungen des Kulturbundes. Der Jüdische Kulturbund in Bayern hat in dem ersten Jahr seines Daseins eine Fülle von Veranstaltungen auf dem Gebiet der Kunst und Wissenschaft, der religiösen Bildung und Unterhaltung geboten. Dem ernsten und nicht nachlassenden Bemühen seiner berufenen Leiter, an die in einer beispiellosen ungünstigen Zeit harte Proben der Beständigkeit und des gleichmäßigen Dienstes gestellt worden sind, ist von den jüdischen Kreisen, an die sich die Arbeit des Kulturbundes wendet, nicht mit dem Verantwortungsbewußtsein jenseits von persönlicher Lust und Unlust begegnet worden, das man in dieser Zeit berechtigterweise erwarten durfte. So sehen sich jüdische Organisationen heute veranlaßt, einen Aufruf an die jüdische Öffentlichkeit zu regerer und allgemeinerer Teilnahme an seinen Veranstaltungen ergehen zu lassen. Der Kulturbund hat die Aufgabe, im abgesonderten — nicht freiwillig abgesonderten — jüdischen Kreise Kultur zu pflegen und gleichzeitig durch Förderung jüdischer Künstler, deren unwegsame Lage bekannt ist, soziale Arbeit zu leisten. Diese Aufgäbe begegnet der großen Schwierigkeit: Der Kulturbund ist kein Verein! Nach den ihm von den Behörden auferlegten Richtlinien war es ihm bis jetzt nicht möglich, eine selbständige vereinsmäßige Organisation aufzubauer;; im besonderen ist ihm bis heute die Werbung von Mitgliedern verwehrt. Er ist also auf die freiwillige Anteilnahme der Gemeindemitglieder und deren waches Verständnis angewiesen. In der Bereitstellung eines entsprechenden Vortragsraumes, in der Bekanntgabe und Propagierung seiner Veranstaltungen sind überdies dem Kulturbund düe denkbar größten Widerstände entgegengestellt. Trotz dieser fast unüberwindlichen Schwierigkeiten hat der Kulturbund in einem reichen und hochstehenden Programm im abgelaufenen ersten Jähre seines Wirkens künstlerische und wissenschaftliche Leistungen vermittelt, die auch vor einer mit strengen Maßstäben messenden Kritik bestehen können. Wir nehmen dies zum Anlaß, zu einem größeren, aktiveren Verständnis für seine Arbeit aufzurufen, das sich in einem weit regelmäßigeren und zahlreicheren Besuch seiner Abende ausdrücken muß! Wenn Solidarität und Gemeinschaftsgefühl in diesen Zeiten sich nicht auch auf die Einrichtung des Kulturbundes erstrekken, und wenn die hier geforderte lebendigere Teilnahme an seiner Arbeit sich künftig nicht unterschiedslos auf alle Kreise unserer Gemeinde ausdehnt, hat der Kulturbund keine Existenzberechtigung. Die unterzeichneten Organisationen erblicken im Kulturbund kein vereinsähnliches Gebilde und keine Institution, die in Wettbewerb zu ihren eigenen Aufgaben, tritt. Sie betrachten es als ihre Aufgabe, den, Kulturbund als eine f ü r aJ 1 e jüdischen Kreise geschaffene E i n r i c h' t u n g in jeder Weise zu fördern. Sie b i 11 e n d a h e r ihre e i g e n e 11 M i t g 1 i e - der dringend, die Veranstaltungen des K u 1 - turb-un des-'rege und regelmäßig zu besuchen. Denn nur wenn dieser Aufruf o f f e n e Ohren findet, ist der Fortbestand des Kulturbundes gesichert. Jüdischer Frauenbund, Ortsgruppe München. Jüdischer Lehrerverein für Bayern, Bezirkskonferenz München. Jüdischer Turn- und Sportverein München. Reichsbund Jüdischer Frontsoldaten, Ortsgruppe München. Zionistische Ortsgruppe München.