Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 6 (15.3.1935)
- Date
- 1935-03-15
- Page
- Seite 125 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Bayerische Israelitische Gememdezeitung 125 M. SJDLSERTBLlV & CO. KACFINGBBSTBASSE lO Das Haus für hübsche Geschenke in Uhren Schmuck Silberwaren hat sich diese jüngste geistige Gestalt des deutschen Judentums zurückbegeben mit der soeben im Vortrupp - Verlag herauskommenden schwerwiegenden Veröffentlichung „Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie in der Neuzeit", wovon bisher nur Band I vorliegt. Dieser Band über die neuere jüdische. Religionssystematik ist weitaus das Beste, was Schoeps bisher geschrieben hat und wird in diesen Blättern demnächst ausführlich gewürdigt. Wir wollen Hans Joachim Schoeps hören, wie wir in den letzten Monaten eine Reihe eigenwilliger Geister, mit denen wir nicht übereinstimmten, hörten, so aufgeschlossen und aufmerksam wie jede-Persönlichkeit unter uns. die zuchtvoll und geschult etwas zu sagen hat. Gehör verdient. Verein Bikur Choulim München Am Samstag, den 2. Februar 1935, hielt der Verein Bikur Choulim seine ordentliche Generälversammlung ab. Der erste Vorsitzende, Herr L. Iram, gedachte zunächst der verstorbenen Mitglieder und erstattete sodann, über die Leistungen des Vereins im abgelaufenen Jahre Bericht. Der Kassier, Herr M. Felsen, gab den Kassenbericht bekannt. Nach kurzer Debatte sprach die Versammlung der zurückgetretenen Vorstandschaft den Dank und die Anerkennung für ihre Leistungen aus. Sodann wurde die Neuwahl vorgenommen und folgende Herren in den Vorstand gewählt: 1. Vorsitzender: Herr L. Iram, Fraunhoferstr. 27, Tel. 26055: 2. Vorsitzender: Herr J. Berger, Baaderstr. 59, Tel. 26062; Kassier: Herr M. Felsen. Rumfordstr. 38, Tel. 222/6: Schriftführer: Herr J. Mendler, Baaderstr. 21; Kassenrevisor: Herr J. Rosner. Ickstattstr. 13; Herr M. Weißbart, Albanistr. 6. Tel. 26441: Krankenvorsteher: Herr J. Landmann. Auenstr. 13, Tel. 23359: Herr M. Fleischer. Bergmannstr. 58, Tel. 73357; Gabbe: Herr J. Engelhard, Rumfordstr. 7, Tel. 24207; Herr H. Lewin, Augustenstr. 61. Es wird Aufgabe der neuen Vorstandschaft sein, in erster Linie die Finanzlage des Vereins zu stärken, damit sie allen Bitten und Gesuchen gerecht werden kann; von den Mitgliedern wird Verständnis für diese Aufgabe durch pünktliche Beitrasgleistung erwartet. Zionistische Ortsgruppe München Die Geschäftsstelle der Zionistischen Ortsgruppe München befindet sich ab Mitte März Schlosserstraße 2/1 (im Hause des Restaurant Schwarz). Telefon wie bisher 53 0 52. Hebräischer Chor. Es ist beabsichtigt, einen Chor zur Pflege ■des jüdischen Volks- und Kunstgesanges zu bilden. Anmeldungen dazu werden an die Z.O.Gr, erbeten. Jungzionistischer Arbeitskreis. Die Älterem des Habonim veranstalten anläßlich des 15. Todestags von Trumpeldor eine Ge- Tägliche Ersparnisse durch täglichen Einkauf von Lebensmittel — Textilien — Haushaltartikel bei KLEINPREISE Nymphenburgerstr. 12S * Tel. 62471 * Lieferung frei Haus denkstunde am Schafobat, den 16. März, nachmittags 4 Uhrv im Bibliöthekssaal der Gemeinde. Wir bitten um „zahlreiche Be-. teiligung. Heiterer Purimabend am 23. März Die Zionistische Ortsgruppe lädt alle Gemeindemrtgliecfer herzlich zu einem heiteren Kleinkunstabend ein, den sie anläßlich Purim am Samstag, den 23. ds., abends 8.15 Uhr, im Annasaal veranstaltet. Ein ausgewähltes Programm jüdischer Kunst wird einige Stunden fröhlicher Unterhaltung bieten. Näheres wolle man dem Inserat in dieser Nummer entnehmen. Palästina-Woche ..... In der von der Z.O.G. veranstalteten Palästina-Woche wußten vor allem die drei hervorragenden Redner: Dr. Siegfried Kanowitz (Tel Aviv), Rabbiner Dr. Joachim Prinz (Berlin) und, Dr. M i c h a e 1 - T r a ub (Berlin) die Gemeindemitglieder, die" 'sich zu allen" drei Veranstaltungen sehr zahlreich eingefunden hatten, zu fesseln. Dr. Kanowitz sprach hinreißend von der Gegenwart und .der Zukunft des? Palästina-Aufbaues; er hat die letzten zwei Jahre in Palästina selbst in leitender Stelle erlebt. Als junger deutscher Arzt kennt er die realen Tatsachen" und damit Größe und Gefahr der Stunde für die große jüdische Idee im Heiligen Land. Prinz zog den bis zum letzten Platz gefüllten Saal in den Bann seiner ungewöhnlichen Redekunst. Fürseine bitteren Erkenntnisse über die Taubheit. Blindheit und hoffnungslose Unbelehrbarkeit der deutschen, namentlich der Berliner Judenheit fand er einen unmittelbar packenden, die Zuhörer bezwingenden Aus-, druck; diese Erkenntnisse sind in einer-langjährigen praktischen seelsorgerischen Erfahrung gewonnen, in Ausübung des Rabbinatsamt, von dem Prinz allerdings seine eigene Auffassung jenseits des gemessenen", in vielen Fällen seelenlos gewordenen Herkommens hat. Seine historischen Linien überzeugten nicht. Die .Münchener Gemeinde hat Herrn Dr. Prinz in verhältnismäßig kurzer Zeit zweimal gehört; an kritischen Stimmen hat es nicht gefehlt, aber auch die Begeisterung hat hohe Wel-. len geschlagen. Man muß die Wirkung dieses Redners für die Verbreitung des zionistischen Gedankens in der heutigen Zeit sehr hoch einschätzen. Das höchste Niveau von den drei Rednern hielt Dr. Michael Traub: Seine Sachkunde, der von ihm ausgebreitete und geordnete Stoffreichtum wurde vrn einer seltenen Darstellungskunst und einer ebenso seit.^r.on rednerischen Wärme belebt. Die von ihm sehr sorgfältig gezogene Zwischenbilanz der deutschen Auswanderung nach Palästina gab ein für uns erschütterndes, aber doch hoffnungsreiches Bild des jüdischen Schicksals. Ungeschminkt zeigte Dr. Traub die großen Gefahren der Landflucht, der' Bodenspekulation und des mangelnden Selektionsprinzips bei der Auswanderung. . Der Zionismus ist heute aus dem Stadium der ..Partei" im Judentum herausgetreten. Der ausnehmend regr Besuch der Vorträge aus allen Kreisen und jüdischen Richtungen zeigte das erhöhte Interesse auch der Münchener Gemeindemitglieder, in deren gefaßten Stoizismus diese Palästinawoche wohl eine beträchtliche Bresche geschlagen hat. Ortsgruppe München des Verbandes jüdischer Frauen für Palästina-Arbeit (Wizo) Der nächste Palästinakundekurs findet statt am Dienstag, den 26. März, halb 9 Uhr abends, im Restaurant Schwarz, Schlosserstraße 2. — Frau Helene Weil referiert über ..das jüdische Aufbauwerk, seine Entstehung, Organisation und Finanzierung". — Gäste herzlich willkommen. Die „Männerkleider-Kammer" des Israel. Wohlfahrtsamts Die Männerkleiderkammer wurde im November 1933 nach ihrer Neuorganisation wieder eröffnet. Es wird ein gewissenhaftes Karthotek- und Q-uittimgssystem geführt, um alle verfügbaren Kleidervorräte gleichmäßig ohne Bevorzugung zu verteilen. Die Entscheidung darüber, was der einzelne zu erhalten hat, Hegt in den Händen des Wohlfahrtsamtes, das über die Bedürftigkeit der Gesuchsteller einen Überblick hat. In den 16 Monaten der