Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 5 (1.3.1935)
- Date
- 1935-03-01
- Page
- Seite 102 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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102 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 5 SCHUHHAUS M. FLEISCHMANN MÖNCHEN, THEAT1NERSTRASSE 17 Speziali tat: BALLY- SCHUHE Jüdischer Turnimil Sportverein Jüdischer Turn- und Sportverein München E.V. Internationale Sportveranstaltunsen. Samstag, 2. März, abends 20 Uhr, in der Turnhalle, Plinganserstraße 76, Tischtennisklubkampf: Bar Kochba-Frankfurt a. M. gegen München. Sonntag, 3. März, ab 9 Uhr in der Turnhalle Bayerische Tischtennismeisterschaften. Sonntag, 10. März, 15 Uhr, am Sportplatz Marbachstraße:. Groß-Fußballwettkampf gegen Würzburg, vorher Schülerspiele. Sonntag, 17. März, 15 Uhr, am Sportplatz Marbachstraße: Fußballwettkampf gegen Nürnberg. Der Höhepunkt in der Tischtennissaison. Bar Kochba-Frankfurt a. M. am 2. März in München. Die 1. Tischtennismannschaft des J.T.S.V. Bar Kochba-Frankfurt wird am Samstag, den 2. März, abends 20 Uhr, in der Turnhalle, Plinganserstraße 76, zu einem Klubkampf der 1. Mannschaft des J.T.S.V. München antreten. Wer im jüdischen Sport einigermaßen Bescheid weiß, dem ist es bekannt, daß die Frankfurter zu den besten Tischtennisspielern Deutschlands gehören. Ihre Klasse hat sich in unzähligen Wettkämpfen bewiesen. Sie wurden 1934 in Hannover Deutscher Makkabimannschaftsmeister und ihr gehören Spieler wie Schwarzschild (deutscher Makkabimeister 1934), Schimmel u. a. aiL Die Mannschaft des J.T.S.V. München wird jedenfalls in der gleichen Auf- Stellung wie bei den deutschen Makkabimeisterschaften in Frankfurt a. M. spielen. Der Mannschaftskampf besteht aus 6 Einzel- und 3 Doppelspielen. Wir hoffen, das das Münchener Publikum, durch zahlreiches Erscheinen seiner Mannschaft den nötigen Rückhalt gibt. Verbands-Tischtennismeisterschaften. Am Sonntag, 3. März, ab 9 Uhr vormittags, werden in der Turnhalle, Plinganserstraße 76, die Tischtennismeisterschaften des bayerischen Verbandes der jüdischen Turn- und Sportvereine ausgetragen. Aus nichtbayerische Mannschaften werden voraussichtlich teilnehmen. Interessante Kämpfe sind zu erwarten. Gespielt werden: Herren-Einzel, Damen-Einzel, Herren-Doppel, " Gemischtes Doppel, Senioren Einzelspiel, Mannschafts- Meisterschaft. Niemand versäume, diese interessanten Kämpfe zu besuchen. Unfallhilfsdienst. Wir hatten das Vergnügen, am Mittwoch, den 13. Februar, den Augenarzt Dr. Loeb bei uns zu einem Vortrag begrüßen zu dürfen. Herr Dr. Loeb zeigte in anschaulichen Lichtbildern einige typische Krankheiten des Auges. Ferner unterrichtete er in fesselnder Weise die Zuhörer vom Unfallhilfsdienst über die behelfsmäßige Behandlung von Augenverletzungen, wie sie bei Ausübung des Sportes, insbesondere bei Tennis und Boxen, jederzeit vorkommen können. Es war beispielsweise M. cV CO. KAUFINGERSTRASSE 10 Das Haus für hübsche Geschenke in Uhren Schmuck Silberwaren sehr interessant zu hören, üali .der Augenverletzte, dem beide Augen verbunden sind, nicht an einer Hand, am Ellenbogen oder an der Schulter, sondern am besten seine beiden Hände ineinandergelegt, an diesen gehalten und geführt wird. Er zeigte sehr anschaulich die Anlegung von Notverbänden, was sehr einfach ist für den den, der es kann. Der vollzählig erschienene Unfallhilfsdienst dankte durch reichen Beifall, dessen Leiter, Herr Dr. Weiß, dem Vortragenden für seine überaus belehrenden und interessanten Ausführungen ehrende Worte spendete. Es wäre wünschenswert und sehr erfreulich, wenn auch andere Spezialärzte sich in solcher Weise in den Dienst der Allgemeinheit stellen würden. Verbands-Skimeisterschaften am 17. Februar 1935 im Gebiet von Fischhausen-Neuhaus. Daß die Skimeisterschaften des Verbandes jüdischer Turn- und Sportvereine Bayerns, deren Austragung dem Münchener Verein übertragen worden war, sonderlich vom" Wetter begünstigt waren, wird niemand behaupten. Ängstliche Gemüter rieten wegen des heftigen Föhnsturms am Samstag schon dringend, die Veranstaltung zu verlegen. Aber Prof. Frank, der Leiter der Läufe, und Frl. Jordan, die bereits am Freitag zur Vorbereitung in unser gemütliches Skiheim nach Fischhausen- Neuhaus gefahren waren, sahen keine Gefahr, hielten vielmehr die Durchführung durchaus für möglich. Und sie haben recht behalten. Nur der Langlauf konnte nicht, wie beabsichtigt, um den Schliersee herum gelegt werden, mußte vielmehr auf dem Westufer ausgesteckt und dadurch auf 14 km.gekürzt werden, hatte aber den Vorzug, daß durch einige Steigungen, eine größere Abwechslung geboten war. Die Rennen wiesen eine starke Beteiligung auf. Außer den Münchener Läufern beteiligten sich nicht nur Angehörige der bayerischen Vereine aus Aschaffenburg, Augsburg und Bamberg —. Nürnberg und Regensburg haben im letzten Augenblick absagen müssen —, es nahmen vielmehr auch die besten jüdischen Skifahrer der Vereine in Ulm, Stuttgart, Heilbronn und Frankfurt a. M. teil. Pünktlich um 8' Uhr entließ der Starter an unserem Skiheim die Langläufer auf die Strecke, die bis zum Hennerer auf der Straße nach Tegernsee und dann nach einer Schleife zum Startplatz als Ziel zurückführte. Die Strecke für die Jugend A und B war auf 6 bzw. 4 km gekürzt worden. Während die Langläufer unterwegs waren, hatte sich Dr. Bretzfelder mit zwei anderen Herren zum Lahnerkopf begeben, um dort die Strecke für den Abfahrtslauf auszulegen. Sie verlief diesmal anders als bei den Vereinsmeisterschaften am 20. Januar. Vom Gipfel ging es zunächst in einer Schußfahrt gegen Südwesten. Dann sorgten einige gesteckte Tore und natürliche Hindernisse für die notwendige Abwechslung und Schwierigkeit in der Beherrschung der Skier. Wer aber diese Nüsse glücklich geknackt hatte, konnte in einer letzten Schußfahrt durchs Ziel schießen. Die Jugend B hatte nur die halbe Strecke! zu laufen. Der Schnee, der beim Ausstecken der Fähnchen noch etwas weich war, erhärtete sich, als die Läufer zum Start hinaufstiegen, da einige Schnee- und Hagelstürme ein Absinken der Temperatur herbeiführten, so daß er gerade für den Lauf selbst angesichts der Witterungsverhältnisse vollauf befriedigen konnte. Dr. Bretzfelder, an welchem sich unsere gesamte Jugend ein Beispiel nehmen kann, war trotz Wind und Wetter zusammen mit einem Einheimischen gerade mit dem Ausstecken der Fähnchen fertig geworden, als schon die ersten Konkurrenten zur Krainsbergalm heraufkamen. Sie hatten sich inzwischen nach dem Langlauf im Skiheim etwas gestärkt und konnten daher nach einer kurzen Pause zum Start hinaufsteigen. Zuerst wurde die Jugend B auf den Weg geschickt, die schneidig die Schußfahrt zum Ziel durchstand. Dann, nachdem Prof. Frank als Erster außer Konkurrenz die Strecke durchfahren hatte, sah man die sämtlichen Bewerber rasch hintereinander die Strecke heruntersausen, die einen schneller, die anderen langsamer, die einen sturzfrei selbst bei den größten Schwierigkeiten, manche sich auch von einem zum anderen Tor überkollernd, sich aber rasch wieder erhebend, um in der Schußfahrt die verlorene Zeit wieder aufzuholen. Ohne Unfälle kam alles durchs Ziel mit Ausnahme eines Fah- (Fortsetzung auf Seite 107)