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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1935-02-01 · 3 (1.2.1935) · p. Seite 60

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
11 (1935)
Issue
3 (1.2.1935)
Date
1935-02-01
Page
Seite 60 (sequence 16)
Language
German
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60 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 3 Alle Artikel des täglichen Bedarfs gut und billig m Umfelder Cm.b.fy Wüntfym, imftorantal und Aufgabe. Pflichten sind Euch neu gestellt; wir teilen sie mit Euch. Gegenseitig wird unsere Hilfe sein. Dem Gebot und der Hoffnung unseres deutschen Judentums treu werden wir zusammenhalten. Die Reichsvertretung der deutschen Juden gez. Baeck Richtlinien zur Frage des kaufmännischen Nachwuchses Der Zentralausschuß der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau teilt mit: Wiederum steht ein Schulentlassungstermin bevor. Tausende von Jugendlichen treten neu in das Berufsleben ein. Ihnen bei der Wahl des künftigen Lebensweges behilflich zu sein, ist eine der wesentlichsten Aufgaben des Zentralausschusses für Hilfe und Aufbau. An die Gemeinden und die jüdischen Organisationen, an die Arbeitsnachweise und Berufsberatungsstellen, an die Arbeitgeber und an alle, die zu helfen in der Lage sind, ergeht der Appell: Schafft Lehrstellen, helft mit bei der Unterbringung unserer Jugend. Drei Monate nur trennen uns von dem neuen Einstellungstermin des 1. April. Säumt nicht! Trefft Vorsorge! Der Zentralausschuß hat durch seine Richtlinien zur jüdischen Berufspolitik zu erkennen gege- Wir beraten Sie sorgfältig und fachmännisch in allen Versicherung!* Leben, Unfall, Feuer, Haftpflicht, Transport, Einbruch-Diebstahl, Kraftfahrzeug usw. Generalagentur MaeiHllein^Pick (»de'/. Bayer. Versichert! ngsbankA.G. Allianz und Stuttgarter Verein Vers. A.G. München, Theresienstr. 10/o, Rufn. 263«, Nebenst. 256 ben, in welchem.Geiste er die Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung unserer Jugend fördern will. Drei Voraussetzungen sind für jede Entscheidung zu prüfen. Die persönliche Eignung—der Wille zur Normalisierung der Berufsverteilung der Juden durch Ausbildung in handwerklichen und landwirtschaftlichen Berufen — der Wille zur Schaffung wirtschaftlicher Existenzen. Zur Vermeidung von mißverständlicher Auslegung der Richtlinien des Zentralausschusses zur jüdischen Berufspolitik wird zur Frage des kaufmännischen Nachwuchses folgendes festgestellt: 1. Der Nachwuchs ist dadurch gefährdet, daß der Drang der Jugend in starkem Mäße zu handarbeitenden Berufen hingeht, und daß sich schon seit Jahren ein Lehrlingsmangel im kaufmännischen Wirtschaftssektor bemerkbar macht, der keineswegs eine rein jüdische Erscheinung ist, sondern auch im allgemeinen Lehrstellenmarkt seit langem zu beobachten ist. Andererseits ist in Betracht zu ziehen, daß der Nachwuchs des kaufmännischen Wirtschaftssektors vielfach ohne Beanspruchung der gemeindlichen Beratungsstellen in die kaufmännische Lehrstelle eintritt. Hieraus folgt 2. daß, da bei der jüdischen Jugend auf Grund der beruflichen Tradition eine durchschnittliche Eignung für den kaufmännischen Beruf angenommen werden kann, die Berufsberatung Wert darauf legen soll, in erster Linie für diesen Beruf besonders geeignete Personen auszuwählen. 3. Voraussetzung für die Vermittlung kaufmännischer Lehrstellen ist die Güte der gebotenen Ausbildung, die dem Lehrling gestattet, seinen Beruf möglichst überall in der Welt auszuüben. Es wird dabei die Notwendigkeit in Betracht zu ziehen sein, für die kaufmännischen Lehrlinge eine besondere zusätzliche Ausbildung in sprachlicher und beruflicher Hinsicht in die Wege zu leiten. 4. Lehrzuschüsse werden in der Regel nicht notwendig sein. Fahrgeldzuschüsse und Unterhaltsbeihilfen werden für Lehrlinge aus Klein- und Kleinstgemeinden in Betracht kommen, wenn eine geeignete kaufmännische Berufsausbildung im oben genannten Sinne in der Kleingemeinde nicht geboten werden kann. 5. Da es sich um ein neues Aufgabengebiet handelt, sollen die Wirtschaftsstellen Anträge dieser Art vorerst an die Zentralstelle gelangen lassen. Sprechende Zahlen. 1. Telix Theilhaber über jüd. Bevölkerungsbilanz in Bayern. In ausführlichen Betrachrungen zieht Felix Theilhaber in der .Jüdischen Rundschau" (vom 16. November 1934 und 8. Januar 1935) die Bilanz der letzten großen deutschen Volkszählung über die Juden und stellt dabei von den bayerischen Juden fest: Zu denen, die seit 1910 25—40 Prozent ihres Bestandes an jüdischer Bevölkerung verloren, gehören, um einige zu nennen: das altehrwürdige R e g e n s b u r.g, Speyer, die historische Gemeinde vom Mittelrhein, Bamberg, die Großgemeinde am Obermain, Fürth, die Universitätsstadt Erlangen, Z w e i b r ü c k e n und Frankenthal in der Pfalz, N ö r d - lingen, Ansbach, lebenhausen, die alte schwäbische Judengemeinde. Es macht gegen die Unzahl der redu-

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