Mannheim
Compact Memory

Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1935-02-01 · 3 (1.2.1935) · p. Seite 61

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
11 (1935)
Issue
3 (1.2.1935)
Date
1935-02-01
Page
Seite 61 (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2727810-2728025-2728028--09920-2743213
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nr. 3 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 61 zierten Gemeinden nichts aus, wenn zwei Industrieorte: Pirmasens und Aschaffenburg, ihren Stand noch hielten; Trotz des Zuzuges vom Dorf und von den Kleinstädten und den größeren Orten hielten nicht einmal die Großgemeinderl ihre Volkszahl. Es gab Juden in im Jahre, 1925 1933 Verlust Nürnberg-Fürth 11107 9492 zirka 1500 München 10 068 9005 „ 1000 Würzburg 2 261 2145 100 Ludwigshafen 1 241 1070 170 Augsburg 1208 1030 75 Nürnberg-Fürth dürfte heute hinter München .rangieren. Ein Blick auf die Tabelle belehrt uns, daß von den 42 000 Juden, die bei der letzten Volkszählung in Bayern ermittelt wurden, die Hälfte in den drei Großgemeinden leben. Es wird nicht allgemein bekannt sein, daß Bayern mit den koburgischen Gebieten bereits vor 100 Jahren 60000 Juden zählte. Während die allgemeine Bevölkerung sich verdoppelte, hat die jüdische ein Drittel ihres Bestandes eingebüßt. Im Jahre 1925 gab es noch 49 000 Juden. Wie hatten bereits damals mit einem Rückgang von jährlich etwa 1 Prozent infolge Ubersterblichkeit zu rechnen. Jetzt ist die jüdische Jugend Bayerns trotz ihrer schwerfälligeren Art wanderungsgeneigter geworden. 2. Die jüdischen Ärzte. Über die Zahl der jüdischen Ärzte, insbesondere der Kassenärzte, werden Angaben von den zuständigen Stellen im „Deutschen Ärzteblatt" veröffentlicht. Danach gab es bei Beginn der nationalen Revolution in Deutschland 6488 jüdische Ärzte. Bei einem Gesamtbestand von 50000 Ärzten machte der Jüdische Anteil 13 Prozent aus. Berlin hatte 3000 jüdische Ärzte. Im Laufe des Jahres 1933 verringerte sich die Zahl der Nichtarier durch Auswanderung um 578. Die Zahl der emigrierten Ärzte beträgt somit noch nicht 10 Prozent. Von der Teilnahme an der Kassenpraxis sind 1667 nichtarische Ärzte ausgeschlossen worden, von denen fast 500 auswanderten. 1199 sind in Deutschland noch ärztlich tätig, 3641 sind zur Behandlung der pflichtversicherten Bevölkerung zugelassen. Die restlichen 1070 niohtarischen Ärzte setzen sich teils aus solchen zusammen, die ihre Zulassung beantragt haben, teils aus alten Ärzten oder solchen, die aus irgendwelchen Gründen auch früher keine Kassenpraxis ausgeübt haben. Von den 5900 nichtarischen Ärzten, die heute noch in Deutschland leben, sind 3500 Allgemeinpraktiker und 2400 Fachärzte. Der durchschnittliche Hundertsatz der nichtarischen Kassenärzte von der Gesamtzahl sämtlicher Kassenärzte beträgt heute 11,4 Prozent. In den Großstädten ist der durchschnittliche Hundertsatz mehr als doppelt so groß als der Reichsdürchschnitt. Der Großstadthundertsatz' von 26 Prozent wird von einer Reihe von Städten noch übertroffen: von Berlin mit 43 Prozent, Breslau mit 39,8 Prozent, Frankfurt a. M. mit 38,7 Prozent, Hamburg mit 28,8 Prozent und Königsberg mit 27 Prozent. Von einer Gesamtzahl von 50 0O0 Ärzten sind 32 000 oder 64 Prozent zur Kassenpraxis zugelassen. Von den 6500 jüdischen Ärzten waren bis 1933 rund 82 Prozent zur Kassenpraxis zugelassen. Nach Ausschluß von 1667 nichtaris,chen Ärzten sind noch 3641 oder 60 Prozent als Kassenärzte tätig. Bücherschau Ernst Simon interpretiert Bialik. Eine würdige Ehrung Ch. N. Bialiks enthält das soeben erschienene Dezemberheft der.. „M onatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums" aus der Feder von Ernst Simon. Statt eine jener Gesamtwürdigungen zu geben, wie sie in letzter Zeit häufig erschienen sind, unternimmt der Verfasser die Erklärung eines Bialikschen Gedichtes („Vereinsamt"), dessen Text und Übersetzung er vorausschickt; aber er führt die Erläuterung derartig durch, daß aus der Betrachtung der Einzelheiten der eigenartige Zusammenhang zwischen der Form des Gedichtes und seinem Inhalt, der Klage des Dichters über den Schwund jüdischer Geistesart, sich, ergibt. So wird der aufmerksame Leser, auch der des Neuhebräischen nicht ganz mächtige, befähigt, sich ein Bild vom Wesen des Dichters zu erarbeiten. Auch andere Aufsätze — etwa von Wahrmann über die 10 Mär-. SCHUHHAUS M. FLEISCHMANN MÖNCHEN, THEATINERSTRASSE 17 Spezialität: BAILY-SC H.U H E tyrer, von M. Spanier über Pfefferkorn — dürfen ebenso sehr auf das Interesse der Forscher wie der Fernstehenden rechnen. Man abonniert die „Monatsschrift", indem man Mitglied der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums in Berlin wird und den jährlichen Mindestbeitrag von RM. 10.— an die Gesellschaft (Postscheckkonto: Berlin Nr. 70 30) sendet.. Jüdischer Turnuml Sportverein Voranzeige. Wir weisen schon heute darauf hin, daß am Donnerstag, den 28. Februar 1935, eine große Turnveranstaltung mit turnerischen Vorführungen, Theatervorstellung und Tanz stattfinden wird. Halten Sie sich diesen Abend frei! Fußball. Das Training der Fußballabteilung findet jeden Dienstag ab 21.30 Uhr in der Turnhalle statt. Außerdem wird jeden Sonntag vormittags bei entsprechenden Witterungsverhältnissen am Sportplatz trainiert. Kegeln. Der Obmann für Kegelsport im Landesverband Bayern der jüdischen Turn- und Sportvereine regt die Austragung von Wettspielen unter den einzelnen Abteilungen der Turnvereine und zwischen unserer Vereinsmannschaft und denen befreundeter Kegelabteilungen um die Gruppenmeisterschaft an. Leiter von Kegelgesellschaften außerhalb des ITSV München wollen ihre Anschrift bekanntgeben und mitteilen, ob sie sich an der Gruppenmeisterschaft beteiligen wollen^ Die Kampfausschreibung würde dann den betreffenden Kegelgesellschaften mitgeteilt werden. Nähere Auskünfte durch den Unterzeichneten. Zwischen den ITSV Nürnberg und München ist für März oder April ein Städtekampf geplant. Mit den Ausscheidungskämpfen, muß baldigst begonnen werden, die, wie der Städtekampf, an Sonntagen auf unserer Bahn ausgetragen werden sollen. Vereinsmitgliede.r tragen sich sofort in die auf. der Kegelbahn aufliegende Liste ein! Die Wettkampfgruppe besteht aus 8 Mann und 2 Ersatzleuten. gez. Josephsohn. ' Schach. Schachspielende Mitglieder des ITSV München treffen sich zum Schachspiel jeden 1. und 3. Dienstag und 2. und 4. Montag abends im Nebenzimmer der Gaststätte Schwarz, Schlosserstraße 2. Der vom Verein aufgestellte Obmann ist dafür verantwortlich, daß nur Mitglieder des Vereins sich am Schachspiel beteiligen. Skiabteilung. Lang- und Abfahrtslauf am 20. Januar 1935. Reges Leben herrschte am 20. Januar morgens in dem Winterheim der Skiabteilung in Fischhausen, das dank dem Entgegenkommen der Bäuerin und der unermüdlichen Tätigkeit von Frl. Jordan immer gemütliche Stunden bietet.' Viele Damen und Herren der Abteilung waren schon am Samstag erschienen, der Rest kam mit den Morgenzügen, um bei der von dem Verbandsobmann, Prof. Frank, vorgenommenen Startverlosung zugegen zu sein. Bei blendendem Sonnenschein, grimmer Kälte, die schönsten Pulver versprach, und knirschen- ALIRE1) JLEVY Sport- und Heilmasseur (ärztl. gepr.) Telefon 50469 Dienstag und Donnerstag auch in der Tarnhalle.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.