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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1935-01-15 · 2 (15.1.1935) · p. Seite 23

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
11 (1935)
Issue
2 (15.1.1935)
Date
1935-01-15
Page
Seite 23 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 2 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 23 Abschnitt meines Buches über das Warenhaus niederschrieb. Die reichhaltigen christlichen Warenkataloge allein besagen noch sehr wenig. Der Einwand, der leicht in diesem Zusammenhang entstehen könnte, daß das Regensburger Beispiel für diese Frage nicht typisch sein könne, weil Regensburg damals eine verarmte Stadt war und abseits des großen wirtschaftlichen Aufstiegs der Städte Augsburg, Nürnberg u. a. stand, trifft deshalb nicht zu, weil die Stellung des damaligen christlichen Regensburg nicht gleich ist der Stellung der Regensburger Judengemeinde. Ferner hat im besonderen die Not läge der Regensburger Bürgerschaft ein wirtschaftsförde'rndes Element für die Regensburger Juden gerade nach der Richtung des Warenhandels dargestellt. In einer christlichen Stadt mit gesicherten wirtschaftlichen Verhältnissen, vor allem mit einem gesunden Handwerkerstand, wäre diese Entwicklung des jüdischen Wirtschaftsgebar.ens nicht ohne weiteresmöglich gewesen. Das Warenhaus konnte sich nur bilden auf dem Boden des Pauperismus einerseits und eines zunftwidrigen Denkens anderseits. Lieber sieht ferner einen Widerspruch darin, daß ich (nach Lieber) zuerst den Vorwurf erhebe, die Juden würden durch ihre billigenPreise störend in das Wirtschäftsgefüge eingreifen, daß ich einige Seiten später aber ihnen sozialen Wucher vorwerfe, dadurch begangen, daß sie auf Borg verkauften und dafür höhere Preise verlangten. loh weiß im Augenblick nicht, wo die von Lieber festgestellte Seitendifferenz sich findet, ich weiß nur, daß ich in dem Abschnitt über „Preispolitik" auf Seite 43 davon spreche, daß das P r' n z i p der aequalitas, nach dem alle Verträge die Gleichheit von Leistung und Gegenleistung wahren müßten, weil sonst die Gerechtigkeit uni Wohlfahrt aller beeinträchtigt sei, der allgemeine Grundgedanke der kanonischen Wirtschaftslehre, also auch von jedem prelium sei, daß demnach sowohl die jüdische Preis unterbietung wie die Preis Verteuerung als Sozialwucher empfunden wurde. Es dürfte wohl nicht angehen, Thomas von Aquino für die sittliche Erlaubtheit derartiger Preisverteuerungen zu zitieren, wenn es sich z.B. um folgenden Fall handelt, daß die Juden Getreide aufkauften und es erst abgaben, wenn es höheren Wert bekommen hatte, während eine arme, teils einer Hungersnot verfallene Stadt Getreide zum Existenzbedarf notwendig hatte. Für die kühne Behauptung, die Juden hätten tatsächlich, soweit Ankäufe von Diebesgut vorgekommen sind, ständig im guten Glauben gehandelt, wird wohl Lieber den Quellenbeweis schuldig bleiben müssen. Ich habe nirgends geleugnet, daß die Diebstahlsseuche eine Krankheit der christlichen Stadt war, ich kann aber die mittelalterlichen Juden für nicht so stupide halten, daß sie bei bestimmten Gegenständen (vgl. S. 35 f.) die ihnen angeboten wurden — ganz gleich von wem —. nicht auf den Gedanken gekommen wären, hier handle es sich um Gestohlenes. Die Juden haben sich auch nicht immer so entschuldigt, daß sie sagten, sie hätten nicht gewußt, daß der Gegenstand gestohlen war, sondern sie redeten sich oft dahingehend aus, daß sie in der Person nicht einen Ehehalten erkannt hätten, dem zu leihen verboten war. Schließlich durfte einem Juden nach einem alten jüdischen Nationalrecht der Gegenstand Zur Marionetten- Theater- Aulführung des Münchener Kulturbundes am 30. Januar 1935 im „Museum" Szene aus der Offenbach- OpereHe „Das Mädcnen von Elizondo" So sieht Palästina aus Palästina*Ltchtbildabend am Samstag, den 19. Januar, 815 Uhr im Museum Begleit vortrage: Justin Iächtenauer und Hermann Knoblauch ITura. Karten 80 Pfg. (für Mitglieder der Zion. Ortsgruppe 50 Pfg.> unnum.Karten 50 Pfg., Garderobe 10 Pfg. (VgL Notiz in dieser Nr.!)

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