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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1935-01-01 · 1 (1.1.1935) · p. Seite 8

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
11 (1935)
Issue
1 (1.1.1935)
Date
1935-01-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Bayerische Israelitische ^remeindezeitüng Nr. 1 herigen Deckung der Kosten abhängig zu machen; Auf diese Weise sichert sich die Stadt München; wenn nicht die Beerdigung in Armengräbern erfolgen .soll, die Kosten. Wir haben diesen Weg trotz seiher Zweckmäßigkeit abgelehnt. Wir haben die Kultusgemeinde gebeten, die Genehmigung zur Aufstellung eines Grabsteins, wenn dieser nicht in allereirifachster Form ausgeführt wird, vom Nachweise der erfolgten Bezahlung der Beerdigungskosten abhängig zu machen. Diese Maßnahme hat in diesen, leider nicht zu seltenen Fällen einigen Erfolg gezeitigt, in welchen zwar für Kränze, Trauerkleider, Grabschmuck und Todesanzeigenerhebliche Beträge seitens der Hinterbliebenen aufgewendet wurden, die Pietät dem Verstorbenen gegenüber aber nicht so weit reichte, die Aufnahme seines Namens in die AusstandsKste der Chewra zu verhindern. Wir mußten uns endlich in vielen Fällen davon überzeugen, daß geachtete, seit langen Jahren in der Gemeinde ansäßige Familien zu unserem Erstaunen beim Ableben eines Familienmitgliedes uns Einblick in ihre Vermögensverhältnisse gewähren und den Nachweis erbringen mußten, daß sie in diesen schmerzerfüllten Tagen die Wohltätigkeitseinrichtungen der Gemeinde und die Nachsicht der Chewra in Anspruch zu nehmen gezwungen sind, weil sie nicht in der Lage sind, uns die Beerdigungskosten zu ersetzen. Folgender Weg erscheint uns empfehlenswert, um den Hinterbliebenen die Unbequemlichkeit, vielleicht sogar die Schwierigkeit zu ersparen, die Beerdigungskosten überhaupt bezahlen zu müssen. Er schützt gleichzeitig die Chewra vor Verlusten: Die Mitglieder der Kultusgemeinde gehen eine Sterbegeld- Versicherung zugunsten der Chewra in der Weise ein, daß die Chewra im Sterbefalle das Sterbegeld an sich zieht und als Gegenleistung alle mit der Beerdigung in München verbundenen Aufwendungen, also die an die Gemeinde zu entrichtenden Gebühren für Grab und Kasualien, die Gebühren an staatliche und städtische Stellen, die Kosten der Verbringung vom Sterbehause in München nach einem Münchener israelitischen Friedhof, die Lieferung des Sarges und der Sterbekleider, die Stellung des Leichenwagens und der für die Mitglieder der Chewra benötigten Wagen, die Bezahlung der Wächter, der Beamten des Vereins und der Gemeinde, übernimmt. Zum Abschluß derartiger Versicherungen ist zur Zeit Gelegenheit geboten. ISRAELITISCHER VEREIN FÜR KRANKENPFLEGE, BESTATTUNGSWESEN UND RELIGIÖSE BELEHRUNG (CHEWRA KADISCHA) IN MÜNCHEN E. V. Die Ortsgruppe München des Jüdischen Frauenbundes kann auf . eine Reihe wohlgelungener Veranstaltungen in den letzten Monaten zurückblicken. Die Arbeitsgemeinschaft, in der vierzehntägig an den Montagen nachmittags 5 Uhr die Sidra (wöchentlicher Thoraabschnitt) behandelt wird, hat einen großen Kreis interessierter Frauen gefunden. Sehr viel Anklang finden ferner die Hausfrauen-Nachmittage bei Schwarz, bei denen in zwangloser Weise über Dinge, die die Hausfrauen heute interessieren, referiert und diskutiert wird. Nach den Ferien findet der 1. Sidrakurs wieder am Montag, den 7. Januar, 5 Uhr nachmittags, im Sitzungssaal der Gemeinde statt. Am 8. Januar folgt der 3. Hausfrauennachmittag mit einigen Kurzreferaten, 4 Uhr, bei Schwarz. Am Donneristag, den 17. Januar, wird voraussichtlich zu unserer großen Freude die 2. Vorsitzende des Jüdischen Frauenbundes, das Präsidiumsmitglied im Centraiausschuß für Hilfe und Aufbau Frau Professor Cora Berliner bei uns sprechen. Wir bitten unsere Mitglieder und deren Angehörigen, sich diesen Abend frei zu halten. Am 2 8. und 2 9. Januar wird Frau Dr. Dora Edinger, Frankfurt a. Main, eine Arbeitsgemeinschaft mit uns abhalten. Nähere Mitteilungen darüber erfolgen in der nächsten Nummer dieser Zeitung. IN^N^E.I* cIIIIb» Direktion für das Deutsche Reich, Mönchen mit FS FAMILIENSCHUTZ GEMEINNÜTZIGER VEREIN FÜR HINTERBLIEBENE* FÜRSORGE DER MITGLIEDER JÜDISCHER GEMEINDEN E.V. empfiehlt Beitritt zur Sterbegeld- Versicheron^ Nähere Auskünfte durch Filialdirektion Franz Landauer Könioinstraße 85/1 / Telefon 31330 Alle Arten Sach-Versicherungen: Auto-, Wohnung-, Feuer-, Einbruch-, Glas-, Krankenusw. Versicherungen (Fortsetzung auf Seite 13)

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