Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 24 (15.12.1934)
- Date
- 1934-12-15
- Page
- Seite 534 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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534 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 24 Alle Artikel des täglichen Bedarfs gut und billig UMfetder* Cm bß ttlündvm im ftotcntal tTlündjcn, im ftorentaf e-^.e_^e<_fote_ fll. ~)q^£Lo<-~£^ r^^M <L,^^Z^<^i<^^T^CX^^4-<^ cJß—?-o*-ti^i^z-Ji^'^St.'T^x,-^,'^. e_ 46 VIA /fhjlMAcL /PyMA(i Die Empfehlung der Hausfrau selbst, das ist das Geheimnis unseres Erfolges. Eine neue Vergrößerungist notwendig geworden. Bitte besichtigenSie unverbindlich unseren neuen Betrieb. Und zur modernen, peinlich sauberen Einrichtung kam noch der Vorteil eines herrlichen Rasentrockenplatzes auf der sonnigen, staubfreien Isarhöbe. Aber auch bei schlechtem Wetter kommt Ihrer Wäsche die Frischlufttrocknung zugute. SDfifrffetri aiünrfjetttt ^miöfrmienfjüfe )t§i:%tAlZt\tt.itf%t\.'706't4 Linie6 Haltest.Steinerstr. II)rWunfcl)-einpel31 ob eleganter Mantel oder fesche Jacke, ob geschmeidiger Fuchs oder flotter Kragen. Große Wahl in allen Fellarten zu sehr vorteilhaften Preisen I wird erfüllt von Ihrem Kiirschnermeister PELZ-ÜEBSS Marienplatz 28, II. Stock lieh und politisch bewegtere Zeit überleitet. Innerhalb dieses an sich auch nicht einheitlichen Rahmens werden in einem 1. Kapitel die Strukturwandlungen der Teilungszeit im allgemeinen abgewandelt, in drei weiteren Kapiteln je Handel, Industrie, Lohnarbeit, in der Hauptsache der Städte, und in den zwei letzten Kapiteln Schankwirtschaft, Pacht und Landwirtschaft, je regelmäßig mit Scheidung von Kongreß-Polen und Rußland. Dabei ist es schwer, von dem reichen, mosaikartig erstellten Inhalt des Buches ein zusammenfassendes Bild zu geben. Die Schilderung des Handels ergibt eine immer mehr zunehmende . Verarmung in dem vorherrschenden Klein- und Kleinsthandel, in der Industrie zeigt sich dagegen sowohl in Polen wie in Rußland eine sich steigernde Zunahme des jüdischen Elements, wogegen das Handwerk, zum Teil auf der Grenze der Fabrik (Tallisfabriken), sich ungleichmäßig, in der Hauptsache aber günstig, insbesondere in den jüdischen Zünften, gestaltet, zuletzt aber bei den Arbeitern in Fabrik und Handwerk, zum Teil unter dem Einflüsse der Sabbath-Heiligung, wieder abnimmt. Die bekannt schlimmen Verhältnisse der jüdischen Schank- und Pachtwirtschaft werden im einzelnen geschildert, auch die Folge des fast völligen Verschwindens dieser Wirtschaften. Dagegen haben sich in der Landwirtschaft insbesondere die jüdischen Kolonien aufrechterhalten; mehr in Polen als in Rußland. Ein I. Exkurs behandelt die Berufsgliederung der Juden im Kreise Zitomir im Jahre 1789. ein II. das Verhältnis der jüdischen zur Gesamtbevölkerung Polens 1840 bis 1865, im ganzen Buche ist die Statistik sehr vorsichtig behandelt. Eine Anlage gibt ein jüdisches Rundschreiben an die polnischen Juden aus den 40er Jahren wieder. Hoffentlich erscheint recht bald Fortsetzung und Schluß der fleißigen Arbeit! Wilh. Silberschmid Gerson Stern, Weg ohne Ende. Ein jüdischer Roman. Erich Reiss Verlag, Berlin. Dies Buch kam zur rechten Zeit. „Zur trostbedürftig rechten Zeit" — wie Heinrich Heine zu Varnhagen sagte, als nach Raheis Tode ihre Briefe im „Buche des Andenkens" erschienen. Wie sehr wir alle, ohne es zu wissen, auf ein solches Buch warteten, das zeigt sich an einer merkwürdigen Tatsache: kaum war dieser jüdische Roman „Weg ohne End e" erschienen, als sogleich die Legende begann, sich des unbekannten Autors Gerson Stern zu bemächtigen. Es gab kluge Lippen, die mit wissendem Lächeln in dem unbekannten Namen nur die Maske für einen sehr bekannten Kanzelredner und Jugendführer in der jüdischen Welt erkennen wollten. — Dies Buch ist — trotz aller Schwächen, die ihm anhaften mögen und augensichtlich auch anhaften — wohl das erste Buch von allen den zahlreichen Neuerscheinungen dieser Monate, das aus d-er Fülle einer jüdischen Welt der Vergangenheit geschöpft ist und dabei gleichzeitig von einem Manne geschrieben wurde, der mitten im Leben dieser Tage steht und das strenge Wort im glühenden Herzen erfaßte, das sie uns zu sagen haben. Gerson Sterns Buch ist eigentlich nichts anderes als eine jüdische Familienchronik. Es umfaßt die Geschichte zweier Generationen; der erste Teil erzählt von dem „Ehrbaren Kaufmann" Itzig ben Elieser, der von den Würdenträgern des kleinen Weserstädtchens aufgefordert wird, sich bei ihnen niederzulassen — nicht weil sie ihn schätzen, sondern weil sie alle die Abgaben und Kontributionen, zu welchen der Jude dieser Zeit verpflichtet war, gut zur Füllung ihres Stadtsäckels brauchen können. —■ Die Zeit der Aufklärung ist im Werden; aber nicht viel dringt in das kleine Weserstädtchen, wo der prachtvoll kernige Kaufmann Itzig ben Elieser seine arbeitsreichen Tage verbringt, nach dem Willen der Väter und nach dem Wunsche seines eigenen Herzens seine Verlobte, die liebliche Zartel, heimführt, ein Haus gründet und Kinder zeugt — und endlich einen vorzeitigen Tod durch seinen Kampf mit dem ungebändigten Element findet. Aber im benachbarten Dessau lebt schon der Fürst, der mit Moses Mendelssohn Briefe wechselt und der Tochter seines Hofjuden Cahnan im Schlosse die Hochzeit ausrichtet... Neben dem Schicksal der Gemeinschaft — vielmehr unlösbar verflochten mit diesem Schicksal — das Los des Einzelnen: Ghettoschicksal, das den Einzelnen fest ans Ganze bindet, mag auch ein liebendes Herz darüber zu-