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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1934-12-15 · 24 (15.12.1934) · p. Seite 527

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
10 (1934)
Issue
24 (15.12.1934)
Date
1934-12-15
Page
Seite 527 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 24 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 527 wieder neu beleben und die Schabbatstunde dazu benutzen, Hauptsätze unserer Liturgie den Kindern einzuüben. Die Kinder haben auch mehrfach Horra getanzt. Zum Abschluß wird stets wieder das „Schir hama'alos" gesungen und entweder mit auf einzelne Kinder verteilten Abschnitten das Tischgebet gesprochen oder nur der erste Satz: boruch scheochalnu mischelo uwetuwo chojinu. So wird unseren Kindern eine Schabbatfreude bereitet, vor allem aber das Judentum zu einem frohen Besitze gemacht. Nichts ist so wichtig, als unseren Kindern, von denen einigen in der Schule wörtlich gesagt wurde: „Ihr scheint noch gar nicht zu wissen, was es heißt, ein Jude zu sein. Ihr müßt viel geduckter sein!" — jüdisches Selbstbewußtsein und. Lebensfreude einzuflößen. HAUSJACKEN Mollige Hausjacken 13.— 18.— 23— 28.— Hausmarke „1722" 6 schöne Farben . 23.— Mollige Schlafröcke 18— 28.— 38— 48.— Aus dem Verbände Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden. Sitzung des Rats und des Ständigen Ausschusses der Tagung Am Sonntag und Montag, den 9. und 10. Dezember, tagten unter dem Vorsitz von Oberstlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer die Mitglieder des Rats und des ständigen Ausschusses der Tagung des Bayerischen Getneindeverbands. Nach einem eingehenden Bericht des Präsidenten über die Gesamtlage wurde in ausgedehnten Beratungen die Vorbereitung einer Verfassungsänderung des Verbandes behandelt, wozu Herr Justizrat Dr. Oestreich Bericht erstattete. Die weiteren Besprechungen galten der Ergänzung des Ratspräsidiums und den lebenswichtigen Finanzfragen (Umlagenerhebung und Umlagenverteilung). Der Erhaltung der kleineren, wenig leistungsfähigen Gemeinden, ferner der Sicherstellung von Gemeindevermögen sowie der Auflösung von Gemeinden war im weiteren Verlauf die Tagesordnung gewidmet. Dem Rat und dem ständigen Ausschuß lagen ferner Anträge des Jüdischen Lehrervereins über den Vorbereitungsdienst der Schulamtsbewerber, über Stellenbesetzung in Zuschußgemeinden und über Eigenleistung der Zuschußgemeinden zum Beamtengehalt vor. Die Tagesordnung betraf zum Schluß Fragen des Beamtennotopfers, der Einziehung und Veränderung von Lehrerstellen, dem Zuschußbedarf für Auswanderungen und kulturelle Einrichtungen. Soweit die Beratungen sich zu Beschlüssen und sonstigen Entscheidungen verdichteten, wird auf die amtlichen Bekanntmachungen in dieser und in den folgenden Nummern der Gemeindezeitung verwiesen. Aus der Gemeinde München Zionistische Ortsgruppe München Mit Bescheid der Polizeidirektion München (Ref. 12, DSt 121) vom 28. November 1934 wurde die Zionistische Ortsgruppe München wieder zugelassen. Damit besteht die Möglichkeit, die unterbrochene zionistische Arbeit in München wieder aufzunehmen und die vielfachen x\ufgaben zu erfüllen, die der zionistischen Bewegung mit der Verstärkung der jüdischen Arbeit und des Palästinagedankens im deutschen Judentum gestellt sind. Das Büro der Zionistischen Ortsg r u p p e b e f i n d e t s i c h P r i e 1 m a y e r s t r a ß e 2 0/11 (im Hause des Rest. Weiß, hinter Hotel Königshof). Anmeldungen und Anfragen werden dorthin erbeten. (Vorläufige Telefon-Nr.: 59 69 31.) Die Tätigkeit der Zionistischen Ortsgruppe wird voraussichtlich im Januar mit einem öffentlichen Vor- BAMBERGER & HERTZ Die zuverlässigen Kleiderfachleute tragsabend aufgenommen. Näheres in der Nummer v. 1. Januar. Alle Gemeindemitglieder werden schon jetzt eingeladen, an dieser Versammlung teilzunehmen. 70. Geburtstag Herr Sanitätsrat Dr. Eugen Köti igsberger beging ain 30. November seinen 70. Geburtstag. Der bekannten hiesigen Familie entsprossen, studierte er in München und Berlin, wo er sich nach abgeschlossener Universitätszeit noch gründliche spezialärztliche Kenntnisse erwarb. In einer über 40 Jahre sich erstreckenden frauenärztlichen Tätigkeit wußte er sich die Liebe und das Vertrauen seiner Klientel, die sich weit über die Grenze seiner Kreise über die ganze Münchener Bevölkerung erstreckte, zu erwerben. Als er vor einem Jahr sich entschloß, sich in den wohlverdienten Ruhestand zu begeben, wurden ihm unzählige Beweise der Treue erbracht. Trotzdem seine Bescheidenheit eine Feier seines Ehrentags ablehnte, ließen ersieh doch Freunde, Verwandte und Patientinnen nicht nehmen, ihn durch Wünsche und Gaben zu erfreuen. Mögen dem verdienten Mann noch viele Jahre in Frische und Gesundheit ein otium cum dignitate vergönnt sein! Chanukka-Feiern Mit Stolz kann die jüdische Volksschule auf ihre diesjährige Chanukka-Feier zurückblicken, die wegen des großen Andranges am letzten Chanukka-Tag wiederholt werden mußte. Die Sprech- und Sing-Chöre. die Kostüme, das Theater-Spiel „Frische Fische" und die hebräisch gesprochene Szene von der frommen und standhaften Mutter Hannah mit ihren sieben Söhnen vor dem König Antiochus, alle die großen und kleinen künstlerischen Leistungen der Knaben und Mädchen gaben ein beredtes Zeugnis von dem guten Geist der Volksschule, ihrer Lehrer, die mit freudiger Hingabe das schöne Fest vorbereiteten und durchführten, und ihrer Schüler, die in beneidenswerter Frische die nicht immer leichten Aufgaben bewältigten. Die Darstellung der Mizwoth im Jahreslauf — im Mittelpunkt der Sabbat mit seinen Geboten — stellte besondere Anforderungen an alle Beteiligten und war ausnehmend gelungen. Aber auch mit allen übrigen Teilen des Programms konnten sich Lehrer und Schüler sehen lassen. Alles in allem ein Ehrentag der Jüdischen Volksschule in München, deren ausgezeichnetes Wirken bei diesem Anlaß auch Fernstehenden sichtbar wurde! Der Jüdische Kindergarten hatte am Mittwoch, den 5. Dezember, zu seiner Chanukka-Feier eingeladen. Dichtgedrängt saßen im Turnsaal der jüdischen Volksschule die kleinen und großen Gäste. Die Kiemen und Kleinsten des Kindergartens machten den Zuschauern Freude durch ihr natürliches und zwangloses Spiel. Man hatte den Eindruck, daß

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