Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 24 (15.12.1934)
- Date
- 1934-12-15
- Page
- Seite 528 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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528 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 24 die Kinder nichts vorspielten, sondern sich selbst mit dem ganzen Reiz ihrer unbeschwerten Kindlichkeit darstellten. Die Gäste folgten dem kleinen Vorsprecher auch willig ins Kinderland und beklatschten fröhlich die kleinen Darbietungen. Nach der Pause, in der die Kinder sich mit großem Behagen über ihre Teller mit guten Sachen hermachten, leitete eine symbolhaft dargestellte Menorah zur weihevollen Chanukkastimmung über. Ein Sjähriger Knirps sang die Broche, entzündete und der Kinderchor sang das Moaus-Zur. Zum Schluß brachte eine Gruppe Hortkinder ein kindliches Trenderlspiel, umrahmt von einem hebräischen Trenderllied. Groß war die Begeisterung, als jedes der Kleinen, auch die Gäste, zur Erinnerung ein Trenderl und einen Sack Nüsse mit nach Hause nehmen durften. Am Samstag, den 8. Dezember 1934. veranstaltete das Kinderheim an der Antonienstraße im allerengsten Kreise seine Chanukka-Feier. Umstrahlt vom Kerzenschein erklangen hebräische Lieder, und die Bedeutung des Festes kündeten Dichterworte, feierlich und begeisternd. Dem kindlichen Gemüt wurde ein Märchenspiel gerecht. Den Abschluß und eigentlichen Höhepunkt aber bildete: „Ein Tag im Kinderheim". Mit der Chanukka-Feier wurde das 30jährige Bestehen der Isr. Jugendhilfe begangen; eine Bilderfolge zeigte die Geschichte des Kinderheims und sein gegenwärtiges Wirkungsield, von der Jugend in freudiger Dankbarkeit dargestellt. Am Sonntag fand eine Wiederholung der Feier für das Lehrlingsheim statt. Die Chanukka-Feier in der „Landwirtschaftlichen Frauen schule auf dem Lande" in W o 1 i r a t s h a u - s e n begann mit einer Führung durch das Haus. Peinlichste Sauberkeit überglänzte alles. Spiegelnde Treppen und Korridore waren der Weg zu farbenfrohen Zimmern der Zöglinge und Lehrerinnen. Alles atmete Frohsinn und Jugend, Beweglichkeit und Tatkraft. Dann ging es hinunter zur Ausstellung. Backwerk in 30 oder 40 verschiedenen Arten, von den Mädchen selber verfertigt, stand zur Schau. Die Feier selber: so paradox es klingt, die beste Kritik für diese Feier ist, wenn man sie nicht kritisiert! Nur die Atmosphäre muß man versuchen wiederzugeben — diese bestimmte Art. von welcher dieses Haus beseelt zu sein scheint. Junge Mädchen feierten zu eigener und anderer Freude, feierten — strengten sich nicht vergebens an, Dinge zu leisten, zu denen sie nicht im Stande waren. Das unterschied diese Feier von vielem, was man oft schon sali. Beherrschend sprudelte die Jugend ihren teils selbstverfaßten Frohsinn, während mau bei Buberschen und Zweigschen Worten eine gewisse Ehrfurcht spürte — die man den Mädchen ohne Zweifel beigebracht hatte. Man fühlte, sie glaubten und wollten gar nicht diese Dinge künstlerisch beherrschen — sondern sie tasteten sich heran, stolz darauf, diese Worte sprechen zu dürfen und fast erleichtert sie gesprochen zu haben! — Ein guter, edler Geist der Erziehung! ^Strumpfwaren ™* Wäsche STRUMPF-TANTE HANS REINE At ANN Färber graben jl _gegenüber Knag^s & Peitz Die Vorsitzende, Frau Lotte Stein, hatte zur Begrüßung bemerkt, man wolle die Mädchen in Wolfrätshausen im Gemeinschaftssinn zu tüchtigen, stolzen jüdischen Menschen erziehen und man konnte die Gewißheit mitnehmen, daß sie dazu erzogen werden. Hebräische Sprachkurse, München Nachdem einige kleine Änderungen im Stundenplan vorgenommen wurden und zu dem Anfängerkursus ein Parallelkurs eingerichtet ist, geben wir nachstehend einen vollständigen Plan der Kurse mit Unterrichtszeit und Lehrstoff: Kurs lar'Mo 7—8, Do 7—8. Lehrbuch: Goldmann, Bd. I, S. 45. Kurs lb: Di 5.45—6.45, Fr 3—4. Lehrbuch: Goldmann, Bd. I, S. 50. Kurs 1 c: So 5—6. Lehrbuch: Percikowitsch. Grammatik. Binjan Nifal. Kurs 2: Mo 8—9, Mi 7—S. Lehrbuch: Goldmann, Bd. II, S. 77. Kurs 3: Di 7—8, Do 9—10. Lehrbuch: Percikowitsch, S. 65. Bereschit 4. Beginn der unregelmäßigen Verben. Kurs 4: Mo 9—10, Mi S—9. Natiw. S. 11. Übung im Satzbau. Lektüre „Ruth"; Grammatik: Unregelmäßige Verben. Kurs 5: Di 8—9, Do 8—9. Natiw. S. 16. Lektüre: Schoftim-Sicha. Kinderkurs 1: Mo 5.30—6.30. Lehrbuch: Hamatchil, S. 33, Hebräische Lieder. Fragen und Antworten. Kinderkurs 2: Mo 6.30—7, Do 6.20—7. Lehrbuch: Hamatchil. S. 60. Sicha. In sämtlichen Kursen können noch Neuaufnahmen erfolgen. M_e 1 d u n g e n sind an Fräulein R e n k a unter T e 1. 29 /5 05 zu richte n. i RIF i Reick Buttel jüd. Frontsoldaten lk I Landesverband Bayern Ortsgruppe München Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Ortsgruppe München, E. V. K a m e r a d s c h a f 11 i c Ii e r A b e n d : Am M o n t a g, den 17. Dezember 1 934, in der Gaststätte Schwarz, Schlosserstraße 2. Zur gefälligen Beachtung! In letzter Zeit mehren sich wieder die Fälle, in denen der Wohltätigkeitssinn unserer Gemeindemitglieder unter falschen Angaben in Anspruch genommen wird. Privatpersonen sind kaum in der Lage, die in der Wohlfahrtspflege unerläßliche Nachprüfung vorzunehmen. Es wird daher wiederholt und dringend empfohlen, milde Gaben nur nach vorheriger Erkundigung beim Wohlfahrtsamt der Gemeinde zu verabfolgen. Ein sicheres Mittel, um jeden Mißbrauch zu verhüten, ist die Benutzung von S p e n d e n s c h e i n e n , die den Bittstellern statt Bargeld ausgehändigt und vom Wohlfahrtsamt der Gemeinde, je nach Prüfung der Verhältnisse, ausbezahlt werden. Scheine werden auf Wunsch (schriftlich oder telefonisch Nr. 12 8 83) vom unterzeichneten Wohlfahrtsamt zugesandt. Wohliahrts- und Jugendamt der Israelitischen Kultüsgemeinde München. Herzog-Max-Straße 5/1. SAMT, SEIDE UND WOLLE geschmackvoll, haltbar und preiswert bei H A I M A N N am Schillerdenkmal