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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1934-12-01 · 23 (1.12.1934) · p. Seite 500

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
10 (1934)
Issue
23 (1.12.1934)
Date
1934-12-01
Page
Seite 500 (sequence 8)
Language
German
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500 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 23 Geschenke fü rden HeiTf!! Hüte Mützen Schals Gamaschen Oberhemden Sporthemden Skihemden Schlafanzüge Unterwäsche Socken Sportstrümpfe Pullover Binder Handschuhe Taschentücher Manschettenkn. HerrCL Rosenstraße 5 nächst dem Marienplatz „Der Herren-Ausstatter" Ein begehrtes Geschenk! Die Hohnei-narinonikfl. Fachmännische Beratung durch unseren Handharmonikalehrer München Neuhauserstr.12 (neben Pschorr) Telefon 11217 Schallplatten „Moaus Zur Jeschuosi" ä RM. 2.50 soeben eingetr. Odeon- Jannh Musikhaus «W UU U Maiersche Papierhandlung Inhaber Rudolf Stern Gegr. 1882 Karlstraße 8, Ecke Barerstraße - Telephon 576 24 Fachgeschäft feiner Papier- und Schreibwaren für Büro und Haus Praktische Gesehenkartike! 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Dies ist bekanntlich, historisch zu erklären. Die Vergroßstädterung der Juden ist aber nur ein Einzelsymptom eines Komplexes von anormalen Erscheinungen, die sich am bedenklichsten in der oben erwähnten Abnahme der jüdischen Bevölkerung zeigen. Fragen wir nämlich nach den Ursachen der Bevölkerungsabnahme bei den Juden, so müssen wir an erster Stelle die geringfügige oder gar mangelnde natürliche Verjüngung der jüdischen Bevölkerung erwähnen. Diese Ursache ist eine Komponente aus zwei Faktoren: Geburtenziffer und Sterbeziffer (in einem gegebenen Zeitraum auf 1000 Lebende...... Geborene bzw. Gestorbene). Aus den beiden Ziffern wird durch Subtraktion der Geburten- bzw. Sterbeüberschuß berechnet. Diese „Stirb-und-Werde"-Bilanz ist nun bei den deutschen Juden in den letzten Jahrzehnten sehr ungünstig gewesen, und das Verjüngungsproblem ist immer ernster geworden. Eine zweite Ursache der Bevölkerungsabnahme bei den Juden sind die Mischehen, nud zwar deshalb, weil erfahrungsgemäß die aus Mischehen hervorgegangenen Kinder zum größten Teil dem Judentum verloren gehen. Auch die Austritte aus dem Judentum haben stark zur Abnahme der jüdischen Bevölkerung beigetragen. Die Ziffer ist unbekannt, könnte aber wohl bei einer besseren Organisation der Statistik in der Judenheit fortlaufend ermittelt werden. Aber auch bei einer Registrierung der Austritte und Eintritte (die, wenn sie einen Wert haben soll, für größere Verwaltuu'^einheiten, etwa ganze Länder, erfolgen müßte) würde wohl kaum unterschieden werden können zwischen solchen, die sich tauten lassen und solchen, die konfessionslos werden oder sich einer „Weltanschauungsgemeinschaft" anschließen. Die interessanteste und .,akuteste" Ursache der Abnahme der jüdischen Bevölkerung ist aber der Wanderverlust. Es hat eine Zeit gegeben — sie liegt nicht weit hinter uns — in der die Wanderbilanz bei den deutschen Juden nicht mit minus, sondern mit plus abschloß, ja. wo sogar dieses Wanderungsplus so groß war, daß es das Fehlen eines Geburtenüberschusses auszugleichen im stände war. Berechnen kann man die Wanderziffer auf zweierlei Weise. Ergibt sich bei zwei aufeinanderfolgenden Volkszählungen eine Mehrung der Fremdbürtigen, d. h. im Ausland Geborenen, so kann man daraus auf Einwanderung schlieuer. Auf die Auswanderung läßt sich diese Methode nicht anwenden, und darin besteht ein großer Nachteil derselben. Die andere Methode hat den Vorteil, daß sie den Wanderüberschuß bzw. das Wanderdefizit zu ermitteln ermöglicht, also Ein- und Auswanderung erfaßt; sie ist aber weit schwieriger und komplizierter. Kennt man nämlich den Geburten- bzw. Sterbeüberschuß, die durch Mischehen und durch Austritte (minus Eintritte) erfolgten Verluste, also die zuerst genannten drei Faktoren, so kann man den vierten Faktor, die Wanderungsbilanz, berechnen, weil das Endergebnis, die Bevölkerungszunahme bzw. -Abnahme zwischen zwei Volkszählungen ebenfalls bekannt ist. Was nun die Abnahme der Zahl der bayerischen Juden zwischen den beiden Volkszählungen 1925 und 1933 betrifft, so kann man mit einer an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit annehmen, daß die Auswanderung von Juden aus Deutschland größer war, als die Einwanderung. Ja, man darf angesichts der Größe der Abnahme die Auswanderung schätzungsweise als ihre Hauptursache bezeichnen. Dabei erfaßte die Volkszählung, weil sie wenig Monate nach dem Eintritt der neuen Verhältnisse erfolgte, den Wanderstrom nur unvollständig: sie riß ihn — um bildlich zu reden — entzwei, und zwar gerade an einer Stelle, die für die Stärke des Wanderstroms nicht maßgebend sein kann. Es ist nämlich anzunehmen, daß die jüdische Bevölkerung seit dem 11. Juni 1933 nicht nur eine weitere Abminderung erfahren hat, sondern

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