Mannheim
Compact Memory

Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1934-11-15 · 22 (15.11.1934) · p. Seite 469

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
10 (1934)
Issue
22 (15.11.1934)
Date
1934-11-15
Page
Seite 469 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2727810-2728000-2728022--09781-2743067
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 22 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 469 Zum Hinscheiden von Herrn Martin Pauson Herr Martin Pauson, der Inhaber des bekannten Glas- und Porzellangeschäftes, ist am 21. Oktober im Alter von 72 Jahrea plötzlich verschieden. Ein Selfmademan im besten Sinne der- Wortes, hat er sich durch vorbildliche Geschäftsführung und unermüdlichen Fleiß, durch vornehme Gesinnung und Wohltätigkeit allgemeines Ansehen erworben. Unmittelbar vor dem 50 jährigen Jubiläum des Geschäftes, das er selbrt gegründet und gemeinsam mit seinem Schwager geführt hat, ist er mitten aus seiner Arbeit abberufen worden. Auf Wunsch des Verstorbenen fand die Abschieds feier auf dem Friedhof in schlichtester Form und in aller Stille statt. Sein Andenken wird in Ehren fortleben. Werkstätte des Ortsrings München der Jüdischen Jugend In der Werkstätte des Ortsrings München der Jüdischen Jugend, Herzog-Rudolf-Straße 1, II (Rückgebäude), ist Interessenten jeden Alters Gelegenheit geboten, unter der sachkundigen Leitung des Handwerkmeisters Korn in Holz- und Metallbearbeitung geschult zu werden. Ubungsze;t: Donnerstag 7—10 Uhr abends. Dank anläßlich des Schulungskurses für jüdische Jugendführer Herr Lamm ersucht namens des Schulungskurse!' für jüdische Jugendführer in Bayern um Veröffentlichung folgender Zeilen: Allen, die durch Einräumung von Freiquartieren mit Verpflegung unseren auswärtigen Gästen die Teilnahme an dem ersten Schulungskurs für jüdische Jugendführer in Bayern vom 1. mit 4. November 1934 in München ermöglicht haben, sagen wir herzlichen.Dank. Besonderen Dank den Damen der Ortsgruppe München des Jüdischen Frauenbundes, die mit feinsinniger Aufmerksamkeit zur Ausgestaltung unseres Kurses beigetragen haben! Aus der Gemeinde Bamberg Veranstaltungen des Kulturbundes. — Jugend-Sabbat Im Rahmen des Jüdischen Kulturbundes hat die Kultusgemeinde Bamberg ihr Winterprogramm mit zwei Veranstaltungen eröffnet, die sich durch ihre bemerkenswerte Höhe ausgezeichnet haben. Am 28. Oktober erfreute Stefan Frenkel, der hier nicht unbekannte Geigenvirtuose, seine jüdischen Freunde und Anhänger durch seine nach Empfindung und Technik gleich hervorragende Kunst; seine hebräischen Melodien und Stimmungen griffen ans Herz der andächtigen Hörer. Alma Weiß, München, bewies ihr Format als Klavierspielerin sowohl durch feinsinnige Begleitung als auch durch den glanzvollen Vortrag der Chopin-Fantasie F-moll. Der 4. November brachte dann ein Ereignis, das bei allen Zuhörern nachhaltigsten und tiefsten Eindruck hervorrief. Dr. Ernst Simon sprach in einem von weihevollen Gesängen des Synagogenchors umrahmten Vortrag über den Propheten Jeremiahu und seine Botschaft an uns. Es ist schwer zu sagen, was an diesem Redner die Hörer mehr gepackt und ergriffen hat, die bildhafte plastische Schilderung des Propheten, seines Lebens und seiner Zeit oder die tiefbewegenden Folgerungen, die Dr. Simon gerade aus der Prophetie des Jeremias zog, oder wiederum die eindrucksvolle Art, mit der die zahlreichen hebräischen Zitate in der lebendigen, durch Schönheit auffallenden Sprache gebracht wurden. Die beiden Abende sahen in der Synagoge eine dankbare Hörerschaft. Für die Jugend der Gemeinde war der 3. November ein verheißungsvoller Auftakt zur geplanten feierlichen Ausgestaltung des 1. Sabbats eines Monats zum Jugendsabbat. Sowohl nach dem Haupt-, als auch dem Jugend-(Mincha)-Gottesdienstes vereinte in der Synagoge ein von Herrn Rabbiner Dr. Katten veranstalteter Oneg Schabbat religiöse Jugenderzieher, Leiter der bündischen Jugend und die ganze Jugend selbst zu gemeinsamer Feier, Aus bayerischen Gemeinden Frankenwinheim (Unterfr.). Dieser Tage (8. Marcheschvan) beging Herr Lehrer Josef Kissinger, der länger als ein halbes Jahrhundert hier amtierte, seinen 82. Geburtstag in verhältnis- Ihr bei Pelzwerk Kürschnermeister TELEFON 581 60 AUGUSTENSTR. 85/o mäßig recht günstiger körperlich und geistiger Verfassung. Von seinen zahlreichen Freunden und Bekannten gingen ihm Beweise treuer Verbundenheit zu. Noch heute zählt Herr Lehrer Kissinger zu den eifrigen Besuchern des Gotteshauses, ist Vorsitzender des von ihm gegründeten Talmud-Thora-Vereins und nimmt in jugendlicher Begeisterung an den allsabbatlich stattfindenden Lernschiurim teil. Wir wünschen ihm noch eine Reihe heiterer, unbesorgter Lebensjahre. Aus dem Reiche Uraufführung des Messiasspieles in Danzig Die Laienspielschar des Danziger Jung-jüdischen Bundes trat Anfang Oktober mit einer wohlgelungenen Inszenierung des dramatischen Mysteriums „Das Messiasspiel" des Münchener jüdischen Autors Fritz Rosenthal (Ben-Chorin) vor die Danziger jüdische Öffentlichkeit. Das „Jüdische Gemeindeblatt", Danzig, berichtet in einem vier Spalten umfassenden Artikel: „... Je mehr wir Juden heute des Trostes und der Aufrichtung bedürfen, je mehr die hinter uns liegenden jaumim nauroim unsere Seelen und Herzen allen Fragen unseres jüdischen Seins geöffnet haben, um so mehr mußte die prophetishce Botschaft des Stückes auf die empfänglichen Zuhörer wirken und sie mit Hoffnung und Zuversicht erfüllen... Die Aufführung wurde für die in wahrer Andacht versunkene Zuhörermenge ein Erlebnis und war eine Leistung, eine Tat, die unseren uneingeschränkten Dank und eine eingehende Würdigung verdient..." Das Rosenthalsche Mysterienspiel ist im Verlag B. Heller, München, als Buch erschienen. Ausbildungsmöglichkeit in der „Schule am Mittelmeer". Wir hatten jüngst in diesen Blättern Veranlassung, auf das wichtige pädagogische und geistesgeschichtliche Werk der bis 1933 an der Universität Frankfurt a. M. lehrenden Privatdozenten Hans Weil „Die Entstehung des deutschen Bildungsprinzips" (Bonn 1930) hingewiesen. Dr. Hans Weil leitet seit einiger Zeit in Verbindung mit rehr erfahrenen Lehrkräften die „Schule am Mittelmeer" in Recco bei Genua an der ligurischen Riviera. Einem uns vorliegenden ausführlichen Schulplan, auch über die Prinzipien und die Haltung der Schule, entnehmen wir folgendes: Aufnahme finden alle körperlich und geistig gesunden Kinder im Alter von 10 bis 18 Jahren nach Rücksprache mit einem unserer Vertrauensleute in Deutschland. Bei sogenannten schwierigen Kindern wind von uns geprüft, ob die Schwierigkeiten vom Kinde oder dem bisherigen Milieu herzuleiten sind. In diesem Falle kann Aufnahme erfolgen, wenn wir Aussichten auf eine mögliche Einfügung bei uns erkennen. Unsere Kinder stehen dauernd unter ärztlicher Kontrolle. Wir haben ärztlich vorgebildete Mitarbeiter, außerdem haben wir als Schulärztin eine diesem Klima gut vertraute deutsche Ärztin gewonnen. Die Verpflegung, einfach und Kaufen Sie den guten KK"-WS 99 iiisiiifcl ROSENFELDER Bayerstraße 5 Seit 1878

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.