Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 22 (15.11.1934)
- Date
- 1934-11-15
- Page
- Seite 470 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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470 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 22 Ä^Pel Jacken Mäntel Paletots nach unseren neuesten Modellen S. Orljansky & Co., Neuhausersfr. 29 tionen, Schulutensilien und Gegenständen des persönlichen Bedarfs. Anmeldung kann jederzeit erfolgen. Anschrift: Recco (Genova), Villa la Palma. Zur Statistik der deutschen Juden nach der Zählung von 1933. Unserer Veröffentlichung der wichtigsten Zahlen zur Statistik der deutschen Juden nach der Zählung von 1933 in der vorigen Nummer tragen wir die nachstehende beredte Übersicht über die jüdische Bevölkerungszahl im Reich und in Bayern nach: reichhaltig, ist der italienischen Küche angenähert. Zur Auskunft haben sich Freunde in Deuts chland bereit erklärt. Eine Liste dieser Freunde kann jederzeit angefordert werden. Uber die notwendige Ausstattung der Kinder wird den Eltern eine Aufstellung zugesandt. Die Eltern erhalten regelmäßig Berichte über die Kinder und zweimal jährlich Leistungszeugnisse. Die Kosten belaufen sich auf einhundertfünfzig Reichsmark monatlich. In diesem Preis sind enthalten alle Ausgaben mit Ausnahme fachärztlicher Konsulta- Reich Bayern Gesamt- Bevölkg. Juden % Gesarat- T , 1 Juden Bevolkg. % 1925 62410619 564 379 0.90 7 379564 49 163 0.66 1933 65 218461 499682 0.77 7 703997 41 939 0.54 Zuwachs + oder Abnah.— + 2807842 64 697 + 324 403 7 224 in %-Zahl. + 4.5 -11.5 +4.0 -14.66 Jüdischer Tumu. Sportverein Tragen von Abzeichen. (Anordnung der bayer. pol. Polizei.) Gegen das Tragen des Vereinsabzeichens (Nadel und Brosche) bei geschlossenen Veranstaltungen des Vereins besteht keine Erinnerung. Dagegen kann das Tragen in der Öffentlichkeit zunächst noch nicht gestattet werden, da demnächst eine generelle Anordnung über das Tragen von Abzeichen zu erwarten ist. Rasenwettspiele am 4. November. Am 4. November wurde den Rasenspielmannschaften Gelegenheit gegeben, durch Spielen zweier Vereinsmannschaften gegeneinander ihr Können unter Beweis zu stellen. Trotz des wirklich guten Sports und des herrlichen Herbsttages war der Besuch der Veranstaltung seitens des Publikums bedauerlicherweise gering. Bei der wertvollen Arbeit, die der Turn- und Sportverein für die jüdische Allgemeinheit leistet, müßten eiunsere Gemeindemitglieder sich zur Ehrenpflicht machen, an den Spielen und sonstigen Veranstaltungen des Vereins teilzunehmen. Es handelt sich dabei nicht nur um die finanzielle Unterstützung, sondern darum, daß die Spieler und die Vereinsangehörigen merken, daß ihre Arbeit und Tätigkeit auch entsprechend gewertet wird. Sportgeist ist ein Zeichen der Zeit. Er sollte auch in der hiesigen Gemeinde sich einstellen. Den Reigen der Wettkämpfe eröffneten am Vormittag zwei Damenhandballmannschaften. In der 1. Halbzeit war die 1. Mannschaft, die vier Tore gegen die erfolglose 2. Mannschaft schoß, weit überlegen. Die 1. Damen zeigten bereits erfreuliche Fortschritte, nur fehlt es ihrem sonst guten Sturm (Lieber, Lindauer, Perles-, Öttinger und Mannhardt) vor dem Tor noch an schneller Entschlußkraft, richtigem Freilaufen und placiertem Schießen. Dies zeigte sich nach der Pause, als es ihm gegen die ausgewechselte eigene Verteidigung, in der Frl. Schaller die Bessere war, nicht mehr gelang. Tore zu erzielen. In diesem Spielabschnitt dominierten die Reserven, deren Sturm von dem ebenfalls ausgetauschten, technisch sauber arbeitenden Frl. Bär als Mittelläuferin immer wieder nach vorne geworfen wurde. In regelmäßigen Abschnitten fielen durch Frl. Netzer, Graf II und Wellisch drei Tore, so daß das Spiel mit 4:3 für die 1. Mannschaft endete. Das Spiel zweier Herrenhandballmannschaften fand unter der ausgezeichneten Leitung von Kornhauser begeisterten Beifall. Der Sturm der 1. Mannschaft war ausgezeichnet und erfocht 13 Tore, denen die 2. Mannschaft nur vier Tore entgegenstellen konnte. Lobend zu erwähnen ist das im Gegensatz zu Goldmann uneigennützige Spiel von Goldstern, der sich gut in den 1. Sturm einfügte. Seine verständnisreichen Vorlagen an den Linksaußen Gröbel, der sie immer bestmöglichst verwertete, gaben dem Spiel eine interessante Note. Sonst fielen noch die Verteidiger Felsen und Orljansky und die Läufer Rosenbaum und vor allem Ravicz durch gutes Spiel auf. Von der Nachwuchsmannschaft müssen die Spieler Schaalmann, Stahl und Kalter II lobend hervorgehoben werden. Die 1. Mannschaft geht auf Grund des am Sonntag gezeigten Spiels mit großer Aussicht in den demnächst stattfindenden Kampf gegen Hakoah-Stuttgart. Bei dem Fußballspiel siegte die 1. Mannschaft mit 5:1 (3:1) gegen die 2. Mannschaft, die durch das Fehlen zweier guter Spieler empfindlich geschwächt war. Bei der 1. Mannschaft ist ein Fortschritt in Bezug auf technisches Können festzustellen, doch fehlt hier, besonders im Sturm, immer noch das Verständnis für die moderne Kombination. Wohl mit seinen Pässen in den freien Raum bedeutet eine gewaltige Verstärkung der Mannschaft, während Helfeid I unter Beweis stellte, daß er der gegebene Mittelläufer ist. Aus den Reihen der 2. Mannschaft wird sich mancher in absehbarer Zeit in die Erste hinüberspielen. Die 2. Mannschaft ist unter Führung von Weil in guter Verfassung, wie auch ihr überragender Sieg gegen Augsburgs 1. Mannschaft am 21. Oktober mit 6:0 bewies. Es muß aber immer noch mit mehr Ruhe, Überlegung und sportlicher Anständigkeit gekämpft werden. Wir brauchen keine Einzelgänger, sondern Spieler, die den Sinn des Mannschaftsspiels erfaßt haben.