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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1934-09-17 · 18 (17.9.1934) · p. Seite 376

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
10 (1934)
Issue
18 (17.9.1934)
Date
1934-09-17
Page
Seite 376 (sequence 12)
Language
German
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376 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 18 Jiitl. Kultiiiiiiniil in Kaycra Der Kulturbund nimmt noch im September seine Tätigkeit wieder auf. Der erste Abend, am Donnerstag, den 27. September, gilt zunächst im engeren Rahmen dem Andenken des viel zu wenig gekannten 1924 verstorbenen jüdischen Dichters und Denkers Franz Kafka. Seine (meistens im Kurt-Wolff-Verlag erschienenen) Werke sollen im Schocken-Verlag in der nächsten Zeit eine würdige Neuherausgabe finden. Der beste Kenner Kafkas ist neben Max Brod unser Münchener Schriftsteller und Dichter Manfred Sturmann, der aus Anlaß des zehnten Todestages jüngst in der Gemeindezeitung vom 15. Juli eine sehr feine und liebevolle Deutung der Gestalt und der Lebensarbeit Kafkas geboten hat. Sturmann wird an dem Kafka-Abend des Kulturbundes in München (27. September abends Uhr im Gemeindesaal Herzog-Max-Straße 7 bei freiem Eintritt) die Gedenkrede halten. Daran schließen sich Rezitationen aus den Werken Kafkas von Elisabeth Springer. Für den 4. Oktober ist im Museumssaal ein Vortrag des Breslauer Kunsthistorikers Professor Dr. Franz Landsberger über „Judentum und moderne Kunst" mit Lichtbildern vorgesehen. Am 22. Oktober folgt ein Konzert desGeigers Stefan Frenkel-Berlin im Museum. Aus dem weiteren Programm seien hier schon jetzt hervorgehoben: Bialik-Abend, Vortrag des besten deutschen Bialik-Kenners: Rabbiner Dr. A. S c h 1 esinger in Buchau am Federsee mit hebräischen und deutschen Rezitationen (8. Nov. im Museum). Es folgt am 21. November eine Darbietung des Chors der Hauptsynagoge (Dirigent Josef Ziegler — Jüdisch-liturgisches Programm). — Rezitationsabend Edith Herrenstadt-Oettingen (6. Dez.). — Konzert des Kulturbund-Orchesters (20. Dez.). — Außerdem sind für die Monate der zweiten Winterhälfte und für das Frühjahr vorgesehen: Vorträge von Rabbiner Dr. Joachim Prinz (10. Januar) sowie des pädagogischen Leiters des Landschulheims Herrlingen Hugo Rosenthal (über die Psychologie des jüdischen Kindes am 7. Februar), ferner ein Vortrag von Rabbiner Dr. Eschelbacher-Düsseldorf, ein Liederabend Hermann Schey (23. Januar), ein Konzert Nürnberger Künstler, ein Rezitationsabend von Ludwig Hardt; dazu kommen noch Versuche eines Münchener Marionettentheaters, ev. Gastspiel eines auswärtigen Schauspiel-Ensembles. Die Abteilung „Bildende Kunst" plant nach Regelung der Raumfrage eine Reihe interessanter intimer Ausstellungen. Es wird wiederholt, daß eine Besucherorganisation nach den vom Ministerium aufgestellten Grundsätzen für den jüdischen Kulturbund in Bayern nicht besteht. Alle Veranstaltungen und Darbietungen sind ausschließlich auf Gemeindemitglieder beschränkt und somit auf deren regste anhaltende Teilnahme angewiesen. Nur ein erhöhtes und tätiges Interesse aller Gemeindemitglieder an den Bestrebungen des Kulturbundes gibt diesem die Möglichkeit, seine Kräfte zu steigern, die Darbietungen so zu gestalten, daß sie den berechtigten Anforderungen in künstlerischer und wissenschaftlicher Hinsicht entsprechen. Es darf erwartet werden, daß das jüdische Publikum die dargebotenen Konzerte und Vorträge mit innerer Freude, aber auch in dem. Pflichtbewußtsein besucht, das heute jedem deutschen Juden in gesteigertem Maße aufgegeben ist. Es geht hier um viel mehr als um Vergnügungsveranstaltungen. Der Kulturbund will alle Kräfte anspannen, um seine Freunde nicht zu enttäuschen; er will ihnen bestes jüdisches Kulturgut, gehaltvolle Leistungen deutscher Juden vermitteln und bittet um regen Besuch und erhöhtes wohlwollendes Interesse. Münchener Kulturbundorchester Das Orchester nimmt seine Arbeit wieder auf. Die Proben sind jeden Dienstag Abend pünktlich V-29 Uhr im Bibliotheksaal des Gemeindehauses, Herzog-Max- Straße 7/1. Die erste Probe findet am Dienstag, den 2. Oktober 1934, statt. Die Mitglieder werden um vollzähligies u. pünktl. Erscheinen zu allen Proben gebeten. Technisch gut ausgebildete Spieler aller Instrumente (Streicher wie Bläser) können noch in das Orchester aufgenommen werden und werden gebeten, sich zunächst schriftlich an die Orchesterleitung (Kapellmeister Erich Erck, Wolfratshausen 118, Oberbayern) zu wenden. KÜCHEN MÖBEL MARTIN PACSON Porzellanservice in bester Qualität MÜNCHEN / NEUHAUSER STRASSE 9 und Gebrauchsgeschirre ALLE ARTIKEL Telefon II 720 und 13480 Bleikristall für Küche und Haushalt Glaswaren jeder Art Spezialhaus für vollständige Aasstenern jj REICHE AUSWAHL AN PREISWERTES GESCHENKEN

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