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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1934-08-15 · 16 (15.8.1934) · p. Seite 337

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
10 (1934)
Issue
16 (15.8.1934)
Date
1934-08-15
Page
Seite 337 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 16 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 337 Aus dem Reiche (Fortsetzung von Seite 334) schichte, stand Hindenburg vor der Welt. In der Treue der deutschen Juden wird sein Bild allezeit bleiben." Die „Jüdische Rundschau" schreibt zum Ableben des deutschen Staatsoberhauptes: „Uns Juden im heutigen Deutschland von 1934 ist die Teilnahme am politischen Leben und an öffentlichen Angelegenheiten versagt. Aber in einer Stunde, wo das ganze deutsche Volk schmerzerfüllt an der Bahre der historischen Persönlichkeit des Feldmarschalls und Reichspräsidenten steht, ist es unsere Pflicht, auszusprechen, was auch wir deutschen Juden empfinden. Unser respektvoller Tribut gilt der Person und dem Menschen Paul von Hindenburg, zugleich dem zum Symbol gewordenen Oberhaupt des Staates, dem wir angehören. Das Hinscheiden Hindenburgs wird weit über Deutschlands Grenzen lebhafte Anteilnahme wecken. Eine große geschichtliche Figur ist dahingegangen, einer der bedeutenden Charaktere, ein Mann von Entschlossenheit des Willens und Gerechtigkeit, der sein Volk und Vaterland über alles liebte, und der in seiner Bereitschaft, sich in guten und bösen Tagen mit vollem Einsatz seiner Person hinzugeben, ein Vorbild für alle Bürger des Staates und für alle Völker sein kann," Schulungskurs für Wohlfahrtspfleger Die Zen tralwohlfahrtss teile der deutschen Juden beabsichtigt, in der Zeit vom 1. Oktober bis 3. November ds. Jahres einen Schulungskurs für etwa 30 Wohlfahrtspfleger und Wohlfahrtspflegerinnen aus allen Teilen Deutschlands zu veranstalten. Der Lehrgang ist in erster Reihe bestimmt für erwerbslose, ausgebildete Wohlfahrtspfleger und -pflegerinnen, die, sei es beruflich, sei es ehrenamtlich, in der jüdischen Wohlfahrtspflege tätig sein wollen. Außerdem ist er für neu in die jüdische Wohlfahrtspflege hereinkommende Wohlfahrtspfleger und -pflegerinnen gedacht sowie für Akademiker, die bereits auf dem Gebiet der Wohlfahrtspflege tätig waren und dies weiterhin zu tun beabsichtigen. Bei dem großen Angebot von stellungslosen Wohlfahrtspflegern und Wohlfahrtspflegerinnen muß hervorgehoben werden, daß durch den Besuch des Kursus ein Anrecht auf spätere Anstellung nicht erworben wird. Der genaue Lehrplan wird jetzt fertiggestellt und wird nach endgültiger Festlegung in der Presse veröffentlicht. Der Preis für den Kursus beträgt RM. 30.—. Es besteht die Möglichkeit, auswärtige Teilnehmer in den Räumen des Lehrgangs für Kindergärtnerinnen unterzubringen. Der Preis für Wohnung und Verpflegung für die Dauer des Kursus beträgt RM. 60.—. Meldungen von Teilnehmern werden erbeten an die Zen tralwohlfahrtss teile der deutschen Juden, Berlin- Charlottenburg 2, Kantstraße 158. Erbforschung und Erbpflege Die Arbeitsgemeinschaft für jüdische Erbforschung und Erbpflege (Leiter Dr. W. Nußbaum), Berlin W 57, Potsdamer Straße 92, bittet uns um Veröffentlichung des nachstehenden Aufrufs: „Familien, die bereits um das Jahr 1800 in Deutschland ansäßig gewesen sind, werden gebeten, sich bei der obigen Arbeitsgemeinschaft unter Angabe ihrer genauen Adresse zu melden. Diese Meldungen sind im Interesse der wissenschaftlichen Forschung des deutschen Judentums dringend erforderlich." I<UI>WIG RUBER Odeonsplatz 17 Das Gegchäft des Qualität sr an eher s! Der Hilfsverein der Deutschen Juden ist die von dem Reichswanderungsamt anerkannte gemeinnützige Auskunftsstelle für jüdische Durch- und Auswanderung. Personen, die auszuwandern beabsichtigen, werden darauf aufmerksam gemacht, daß sie sich an den Hilisverein der Deutschen Juden, Berlin W 30, Martin-Luther-Str. 91, wenden können, der auf Wunsch Fragebogen zur Verfügung stellt. Demnächst veröffentlicht der Hilfsverein ein Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen, das sehr eingehende Informationeo über die Verhältnisse in vielen Ländern bringt. (Preis RM. 1.— exkl. Porto.) Bücherschau Der neue Kusari. Ein Weg zum Judentum. Von Isaac Breuer. 448 Seiten. Frankfurt a. M. (Verlag der Rabbiner- Hirsch-Gesellschaft) 1934. Das umfangreiche neue Werk ist ein bedeutsames Zeitdokument,* aus ihm läßt sich die Auffassung von Gott und Welt erschließen, wie sie sich in dem Kopf eines Führers des S. R. Hirsch'schen Gedankenkreises malt. Herr Rabbiner Dr. Elie Münk in Ansbach formuliert in einem größeren Aufsatz (im „Israelit" vom 21.6.34) die Bedeutung des „Neuen Kusari" so: „Ein Werk, das keinen geringeren Anspruch erhebt als das Judentum in seiner ewigen Wahrheit zu erklären und es logisch zu begründen, das zugleich die aktuellsten, brennendsten Fragen der Gegenwart im Geiste dieser ewigen Wahrheit zu beantworten sucht. Ein Werk endlich, welches ein gesamtes Weltbild des Judentums vor unseren Augen enthüllt." Das Buch ist in Gesprächsform abgefaßt; darin vertritt der Verfasser eindringlich und dialektisch die Positionen der selbständigen Austrittsorthodoxie. Unter dem Titel „Politik der Mystik" hat Prof. Gerhard Scholem (Universität Jerusalem) Breuers Buch gründlich und kenntnisreich in leidenschaftlicher Wahrheitsliebe seziert (Jüd. Rundschau vom 1/. Juli 1934). Schon um dieser bedeutenden produktiven kritischen Leistung Scholems, die sich an dem „Neuen Kusari" entzündet hat, ist die Veröffentlichung des langen Zwiegespräches von Breuer ein Verdienst. Wir werden dazu in diesen Blättern oder anderswo so objektiv wie möglich selbständig demnächst Stellung nehmen. F. Friedrich Muckermann, Von den Erblinien Gottes. „Gral", November-rieft 1933. Diese unvergeßliche Abhandlung sollte nicht verloren gehen. Hier werden in einer selten gewordenen, sehr stillen und sicheren Weise die „Erblinien Gottes" in reinem Menschentum und in unbestechlicher Wahrheitsliebe gefunden. Vom Eros heißt es: „Ich glaube, daß Eros sich von seiner Blindheit nicht so schnell wird lösen lassen, daß der für körperliche Vorzüge blinde Eros oft genug einen besonderen Sinn für die schöne und heldische Seele besitzt, der auch in einem kranken und durch bedrückendes Ahnenerbe belasteten Körper wohnen kann " Zehnte Auflage von Theodor Herzls „Judenstaat" Zum dreißigjährigen Todesjahr Theodor Herzls wurde vom Jüdischen Verlag, G. m. b. H.. Berlin W 50, die 10. Auflage von Herzls Schrift „Der Judenstaat" ausgegeben. Diese Jubiläumsauflage erschien in neuer, vornehmer Ausstattung zum Preise von RM. —.90. Sehen Sie sich viele Schreibmaschinen an; Wenn Qualität, nicht Worte, Sie überzeugen leann, wählen Sie CORONA! Haupivertretung ALFRED BRUCK, Inh. R. Lewin Sonnensirafje 12 Telefon 107 86 Unverbindliche Vorführung / Kleine Raten.

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