Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 16 (15.8.1934)
- Date
- 1934-08-15
- Page
- Seite 338 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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338 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 16 Die Gesamtausgabe der Zionistischen Werke Theodor Herzls Von der fiinfbändigen Herzl-Gesamtausgabe, die der Jüdische Verlag, G.m.b.H., Berlin W 50, zum dreißigjährigen Todesjahr Herzls ausgibt, erschien bereits der 2. und 3. Band. Diese beiden Bände umfassen die ersten Bände der Tagebücher Herzls. Der 1. Band der Gesamtausgabe, Herzls „Zionistische Schriften" in neuer erweiteter Form, gelangte schon vor einiger Zeit zur Ausgabe. Im August 1934 erscheint der 4. Band der Gesamtausgabe, den Schlußband der „Tagebücher" enthaltend, im September der 5. Band, der außer dem Schauspiel „Das neue Ghetto" und dem Roman „Altneuland" zahlreiches noch unveröffentlichtes Material aus dem Herzlichen Nachlaß enthält. Somit wird in Kürze diese Monumental-Ausgabe der zionistischen Werke Herzls in ihrer nunmehr endgültigen Gestalt abgeschlossen vorliegen. Der Subskriptionspreis von RM. 3.85 für den kartonierten und RM. 5.85 für den Ganzleinenband wird noch bis zum Abschluß des Werkes gewährt. Die Bände sind auch einzeln zu beziehen. Otto Karrer, Das Religiöse in der Menschheit und das Christentum. Zweite Auflage. 8° (X u. 264 S.) Freiburg i. Breisgau 1934, Herder. RM. 5.20, in Leinen RM. 6.50. Eines der seltenen Bücher, die man rückhaltlos empfehlen kann und die über den Tag hinaus ihren Wert behalten. Eine objektive, leicht lesbare Geschichte der Religionen, die wissenschaftlichen und nach allgemeiner Unterrichtung verlangenden Ansprüchen genügt! Gleichzeitig eine Religionsphilosophie und theologische Würdigung des Religiösen, wie sie einer gerecht abwägenden, tendenzlosen, durch ein reiches Wissen fundierten Haltung entspricht. Karrer stellt an die Spitze die Frage: „Ist es zu verwundern, wenn mancher ehrlich gesinnte Mensch, gerade weil er offenen Blickes die Wahrheit sucht, in diesem Gewirr der Überzeugungen, Behauptungen, Ausschließungen nur schwer oder gar nicht mit dem Absolutheitsanspruch seiner angeborenen Form ins reine kommen kann?" Die Gesamtdarstellung ist auf das katholische Christentum ausgerichtet; dieses verbietet wie das Judentum eine Auffassung, daß die Religionen der Menschheit einschließlich der christlichen nur eine zeitbedingte Erscheinungsform, die Schale, das Relative seien, während der Reifgewordene auch der Freigewordene wäre und in einer kühnen oder kühlen Schwebe über den Religionen mündete. Aber jenes Verbot, das Christentum zu relativieren, hindert den Verfasser nicht, eine wahrhaft objektive, wissenschaftlich hochstehende religionsgeschichtliche Übersicht über die großen religiösen Grundideen in der Menschheit zu bieten. Methodisch und stofflich werden die einzelnen Religionsformen in ihren Grundausdrucksformen geradezu mustergültig in einer selten klaren, gemeinverständlichen Sprache vorgeführt. Der Klippe, daß zum Schluß doch nicht mit der vorausgesetzten absoluten Evidenz das katholische Christentum sich als das Absolute erweisen sollte, entgeht der Verfasser ohne Taschenspielerei oder Dialektik, durch die imponierende über wissenschaftliche Einzelkenntnisse weit hinausragende echte Weisheit, die einer liebenswerten Persönlichkeit entsprechen muß. Bei mehrfacher Durcharbeitung des Buches von Karrer, das uns über die betrübende Flachheit der heutigen das gleiche Thema mit gänzlich unzulänglichen Mitteln behandelnden Modeerscheinungen in Riesenauflagen hinwegtröstet, lernt man die Seiten über die richtige Methode der Religionsvergleichung (S. 157—201) neben der viel sagenden Einleitung am meisten lieb gewinnen. Hier ist die Rede von der großen Tragik des ewigen Gegensatzes zwischen Idee und Geschichte. Alle Religionen bleiben in ihrer Verwirklichung hinter ihren Idealen und Ideen weit, weit zurück, und „ganz naturgemäß" (wie der katholische Verfasser hinzusetzt) die Christenheit am meisten. „Wir Christen sind noch immer halbe Heiden — wie die Heiden ein Viertel Christen sind." Es ist die hohe Anerkennung echter religiöser Werte außerhalb des Christentums, wodurch dieses religionsgeschichtliche Werk weit über die gelungene vergleichende Religionskunde und die Wiedergabe religionswissenschaftlicher Forschungsergebnisse hinaus wertvoll bleibt. F. Geschäftliches Herr DipL-Ing. M. E. Fulda, Heizungsanlagen, Adalbertstr. 96 empfiehlt sich für die Ausführung von Heizungsanlagen aller Systeme, sowie insbesondere für Reparaturarbeiten. S. Inserat! „Der Herrenausstatter" Rosenstraße 5 Das moderne Spezialgeschäft für HUte und Herrenartikel 3 Vorzüge meiner Kaak. 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