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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1934-08-01 · 15 (1.8.1934) · p. Seite 316

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
10 (1934)
Issue
15 (1.8.1934)
Date
1934-08-01
Page
Seite 316 (sequence 12)
Language
German
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316 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 15 M. ilLBERTHAÜ cV CO. K AU FIX €r ERSTRASSE 10 Das Haus für hübsche Geschenke in Uhren Schmuck Silberwaren treue. Gründungsmitglied von Ohel-Jakob, war er von Anfang an eines der treuesten, duldsamsten und opferbereitesten Mitglieder dieser frommen Gemeinschaft bis zum heutigen Tage. Möge er noch recht lange mit ungebrochener Kraft täglich die Synagoge besuchen und die gewohnte Arbeitsstätte betreuen können! Den 85. Geburtstag feierte am 29. Juli Frau Lina Heller, Dachauerstraße 42/111. „Der Weg der jüdischen Jugend" In einer öffentlichen Kundgebung des Münchener H e c h a - 1 u z, die meist von jugendlichen Gemeindemitgliedern besucht war, sprach Dr. Georg Josephthal, der vor kurzer Zeit seine Tätigkeit am Wohlfahrts- und Jugendamt unserer Gemeinde aufgegeben und die Leitung der Jugendhilfe in Berlin („Kinder-Alijah") übernommen hat. Der Redner, der das Thema „Der Weg der jüdischen Jugend" behandelte, ging davon aus, daß die jüngsten Ereignisse ein besonders lebhaftes Interesse an jüdischen Dingen hervorgerufen hat, daß aber auch diese Massenaktualisierung hohe Gefahren in sich birgt, weil der einzelne seine innere Einstellung nicht so fest fundiert hat, wie es an sich etwa die zionistische Weltanschauung fordere. Aus unserer gemeinsamen Not muß auch eine gemeinsame Entscheidung erwachsen, die sich nicht im aufrechten Bekennerstolz erschöpfen soll. Aus den weiteren Gedanken heben wir Dr. Josephthals Appell an die chaluzische Jugend hervor, mit der Entscheidung für Erez Israel nicht alle innere Brücken zum zurückbleibenden Judentum zu zerbrechen. Verantwortungslos und kurzsichtig ist es, mit einem Schlag die Verbindung Galuth- Palästina schwächen zu wollen: aus ihrer Pflege erwächst beiden Teilen reicher innerer Gewinn. Weil die Zahl der inneren wie äußeren Schwierigkeiten mit dem Alter des Umschichtenden stetig wächst, wird heute eine möglichst frühe Alij ah bestrebt. Die Abwanderung der jungen Menschen, die eben von der Schulbank kommen, zu fördern, ist die vornehmste Aufgabe der Jugendhilfe in Berlin, deren Leitung Dr. Josephthal übernommen hat. Hier, wie auch für ältere Menschen, ist es nötig, eine Entscheidung einer Gemeinschaft (womöglich gleichgesinnter und gleichartiger Menschen) zu fördern. Die Herbeiführung und Grundlegung solcher Kollektivlösungen unserer chaluzischen Jugend ist eine Hauptaufgabe des Hechaluz. Elternabend des Bundes deutsch-jüdischer Jugend Die „Deutsch-Jüdische Jugend", Ortsgruppe München, hatte die Eltern ihrer Mitglieder und Freunde ihrer Arbeit am 9. Juli Jüdischer Turn Kegelbahn Es wird an dieser Stelle nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß das für Vereinsmitglieder offene Abendkegeln nur Dienstag und Donnerstag stattfindet. Die Bahn ist am Montag, Mittwoch und Samstag an Privatgesellscharten vermietet und an diesen Abenden haben nur die Teilnehmer dieser Gesellschaften oder besonders geladene Gäste Zutritt. Für die übrigen Vereinsmitglieder kann weder ein Mitkegeln noch ein Besuch als Zuschauer in Frage kommen. Bei vorliegendem Interesse besteht die Möglichkeit, auch am Sonntag Abend die Bahn an geschlossene Gesellschaften zu vermieten oder für das Vereinskegeln freizugeben. Und nun eine Bitte an unsere Künstler in der Gemeinde. So schön die Bahn und so gemütlich das Elsa-Gerson-Stübchen ist, so kahl und kalt wirken die Wände der Kegelbahn selbst. Wo ist in den großen Museumssaal gebeten. Eingangs schon dürfen wir feststellen, daß der Versuch, den Außenstehenden ein Bild des Schaffens dieser Gemeinschaft und ihrer Grundlagen zu geben, erstaunlich gut gelungen ist und daß die vielen Hunderte von Besuchern mit Interesse und ehrlicher Freude den verschiedenen Darbietungen folgte. Wir versagen es uns, die Einzelbestandteile des reichen Programms (es waren über ein Dutzend!) zu besprechen: denn aus allen — ob Fahrtenliedern oder Sprechchören oder turnerischen Darbietungen — sprach frische Jugendlichkeit und aufrechtes Zusammengehörigkeitsgefühl. Diese zwei Grundkräfte waren es auch, die mit ernster Verantwortlichkeit unserer Zeit, dem deutschen Judentum und den anvertrauten jungen Menschen gegenüber, gepaart, die schlichten Worte des Ortsgruppenleiters Herbert Wolff prägten: Die „Deutsch-Jüdische Jugend" will den Kampf gegen Resignation und Eigenbrötlerei aufnehmen, um mit jugendlichem Mut zur Tat dafür zu sorgen, daß wir Juden nicht immer nur Objekt der Geschichte seien. Unsere Generation will, daß dem übersteigerten Intellekt gegenüber endlich wieder irrationelle und körperliche Kräfte ausgebildet werden. Im Deutschtum einerseits und dem Judentum auf der anderen Seite sieht die D.J.J. Mittelpunkt ihrer Bestrebungen. Der Weg zurück zum allzu vernachlässigten jüdischen Gut wird ein schwerer Gang sein, auf dem uns auch Irrwege nicht erspart bleiben werden und dessen Endziel ehrlicherweise noch gar nicht bestimmt werden soll. Als Nahziel aber muß unermüdliches Lernen: Lernen jüdischer und deutsch-jüdischer Geschichte. Lernen jüdischen Brauchtums und der hebräischen Sprache, Lernen jüdischer Gegenwartskunde und vor allem auch Lernen unserer Bibel betrieben werden. Die Unvoreingenommenheit und Unbelastetheit in jüdischen Dingen gibt unserer jungen Jugendbewegung eine große Chance der Menschenbildung und der Neugestaltung im deutschen Judentum. Das Deutschtum, von dem als innere und selbstverständliche Voraussetzung die D.J.J. nicht große Worte zu machen liebt, ist ihren Menschen Gegenstand endgültiger Entscheidung: so ernst ihr Wille zu jüdischem Lernen und Erkennen, so unveränderlich auch die Entscheidung für Deutschland und eine Zukunft in Deutschland. Neues jüdisches Gemeinschaftsleben, an dem die Jugend mitarbeiten will, soll aus dem Geist der Kameradschaft, der Hilfsbereitschaft und der Bescheidenheit erwachsen: die Grundlagen hierzu wird der Bund legen. Das heißt: Bekenntnis zum Lebenswillen und Lebensrecht des Deutschen Judentums und der Bereitschaft ersprießlicher Zusammenarbeit mit den anderen Bünden schloß die grundsätzlichen Ausführungen Herbert Wolffs, an die er noch einen eindringlichen Aufruf an unsere Jugend, mitzuschaffen und mitzuhelfen, knüpfte. Gerade die Älteren, die noch abseits stehen, sollen in dieser Schicksalsstunde erkennen, daß die Pflicht dem Judentum und seiner Jugend gegenüber sich gebieterisch vor andere Pflichten gestellt hat und daß keiner mehr sich von praktischem Scharfen ausschließen darf. Die Worte des Ortsgruppenleiters fanden herzliche Zustimmung. — Besonders geschickt und lustig verfaßt war der Bericht von einem Winterlager, der seine rechte Beschluß Seite 317) - u. Sportverein der Künstler, der kostenlos und trotzdem mit Humor die Ausmalung der Wände übernimmt? Anregungen werden ihm gerne vom unterzeichneten Kegelobmann gegeben, mit dem er sich in Verbindung setzen wolle. gez. Josephsohn. Schwimmen Umständehalber kann das Schwimmen nicht mehr im Willibaldbad stattfinden. Neueinteilung der Schwimmstunden ist bereits erfolgt. Auskünfte erteilt Fräulein Loni Gutmann, Schwanthalerstraße 99/1, Fernruf 52 9 80, zwischen 14—15 Uhr nachmittags. Die endgültige Einteilung erfolgt nach den Schulferien. Die Schwimmstunden im Müllerschen Volksbad unter Leitung von Herrn Ziegler finden nach wie vor am Dienstag zwischen 13—14 Uhr statt. gez.: Dr. Nußbaum gez.: Neuburger

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