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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1934-07-01 · 13 (1.7.1934) · p. Seite 276

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
10 (1934)
Issue
13 (1.7.1934)
Date
1934-07-01
Page
Seite 276 (sequence 16)
Language
German
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276 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 13 An die Abonnenten der Bayer. Israelitisch. Gemeindezeitung! Erfreulicherweise hat die durch gesetzliche Bestimmungen notwendig gewordene Umstellung der Gemeindezeitung üherall Verständnis und Anklang gefunden. Die meisten Bezieher haben den Abonnementsbetrag bereits für einen längeren Zeitraum eingesandt. Diejenigen Leser, welche quartalsweise Bezahlung des Abonnementsbetrages in Höhe von (50 Pf. wünschen, machen wir darauf aufmerksam, daß mit dem 1. Juli ein neues Quartal beginnt. Die Abonnenten in München, welche die Zeitung durch Träger erhallen, bitten wir. nichts einzusenden, sondern die durch den Träger vorgezeigte Quittung einzulösen. Abonnenten, welche die Zeitung durch die Post zugestellt erhalten, bitten wir um Einsendung des Betrages durch Postscheck, Postanweisung, Briefmarken oder sonstwie. Bei allen Einsendungen bitten wir Name und Adresse des Beziehers, an den die Zeitung geliefert wird, anzufügen, um Verwechslungen vorzubeugen. tuung in uns. Sehr willkommen sind natürlich auch die genauen Angaben über die landwirtschaftlichen Siedlungen des Judentums, die schwere und reiche Arbeit, die in diesen nun schon recht zahlreichen Siedlungen geleistet wurde und wird, und die Entwicklungsgeschichte dieser Arbeitsstätten, die zu den Schönsten in dem großen und ebenso entbehrungsreichen wie begeisterungsvollen Aufbauwerk des Judentums gehören. Und da dieser Führer sich natürlich nicht nur an Juden wendet, findet sich in dem stattlichn Bande von 550 Seiten auch eine genaue Schilderung und Charakterisierung der arabischen und der christlichen Lebenswelt auf dem Boden Palästinas. — Aufs schönste ergänzt werden alle die sachkundigen Ausführungen von einem reichen Kartenmaterial, das kartentechnisch als durchaus einwandfrei zu bezeichnen ist. Hier ist alles vereinigt (das darf man sagen), was rna.: vo:i einem guten Reiseführer verlangen kann Dieser- Fal:iSi'.na-- Handbuch braucht, alles in allem, den Vergleich mit den weltberühmten deutschen und französischen Reiseführern durchaus nicht zu scheuen. Kaum erschienen, scheint es schon nicht mehr entbehrlich, und es wird sich trotz seines gewiß unvermeidlich hohen, aber doch heute nicht leicht erschwinglichen Preises schnell durchsetzen. Jonas Leszer. Die Lieder des ewigen Brunnens. Gedichte von Fritz Rosenthal. Im Verlag von R. Löwit (Wien und Leipzig) erschien mit einprägsamen Umschlagmasken, entworfen von Marie Luiko: „Die Lieder des ewigen Brunnens" von Fritz Rosenthal. Hier liegen Gedichte vor, die jeden künstlerisch Empfindenden in ihren Bann ziehen, insbesondere aber jeden Juden im Innersten ergreifen werden, handelt es sich hier doch nicht nur um „Lieder" eines Juden und um jüdische Stoffe; sondern sie sind so aus jüdischer Seele heraus, so aus dem Tiefsten des jüdischen Glaubens und Volkes geschöpft, daß im Bereich der Lyrik in dieser Hinsicht nur wenig an die Seite gestellt werden kann. Die Doppelheit jüdischer Bewußtheit wahrer Gegenwart und eines urtümlichen Gottessuchens und Gottesdienens kommt in ergreifender Weise zum Ausdruck, in schönheitsgebändigter Gestaltung, Entrücktes begrenzend, Leid und Verzweiflung erklärend. Das sprachschöpferische Können, das noch hohe weitere Gaben erwarten läßt, verbunden mit ungewöhnlicher Glaubenskraft, fesselt in immer gleich starker Weise, ob nun der Dichter demütig-ehrfürchtig Gestalten der Bibel zeichnet, versenkt und versenkend in geheiligte Schicksale und ihre Träger, oder ob er durch das Martyrium Israels führt, mit all seinen Qualen und Erniedrigungen und mit all seiner Glaubensseligkeit und seinem Immerwiedersichaufrichten als Künder des Gottesgedankens, durch endlose Sehnsucht und Kämpfe hindurch in seinen Diensten, über alle Trostlosigkeit hinweg zum Ende der messianischen Wende oder ob er uns die Schauer der Ewigkeit fühlen läßt, ins Innere der großen Gottesmänner leuchtet und das hehre Gottesringenwollen schildert, das Gottbegreifenwollen und Gotterschauen. Jeder Leser wird die große Wirkung an sich erfahren. Doch muß er sich freilich vom Tage loslösen, um in gesammelter Stimmung die beseelte Schönheit der Verse in sich eindringen zu lassen, die durch die ungebrochene Kraft der Traditionserfülltheit des Dichters unwiderstehlich wirken. Alles in allem: Die „Lieder des ewigen Brunnens" sind edle und bedeutsame Dichtungen, deren schöpferische Kraft in den Tiefen des Judentums wurzelt. Zum Schlüsse möge noch ganz kurz der Dichter selbst zu Worte kommen, um durch Beispiele die vorausgehenden Betrachtungen zu bekräftigen, wie er Worte an Gott richtet in „Wie bist Du?" Ich bin ja selber gar nichts, denn ein Kreisen Um diese eine Frage, wie bist du? Ich suchte Gott auf abertausend Weisen. Nun bin ich müd und staubig wurd mein Schuh. Denn du bist nicht allein der Unsichtbare, Der sich im Dornbusch seiner Schöpfung birgt: Du bist das Weinen der versunknen Jahre, Das Gleichnis und der wunderbare Krönende Reif, der das Gemeine zirkt. Und wie er das Gedicht „Gebet" beendet, nachdem er von den „Erzgestalten" der Väter sprach: Gib meinen Schultern ihrer Schultern Stärke, Laß mich ein Glied in ihrer Kette sein Und laß mich weiterführen ihre Werke, Auf daß ich sei im großen Bau ein Stein. M. K. Dr. Erich Benjamin, Die Krankheit der Zivilisation — Ein Beitrag zur Erziehungsfrage. Rudolf Müller u. Steinicke, München 2 SW. Preis 2.80 RM. In einer weitausholenden Gegenüberstellung der Zerfallssymptome der antiken Kultur zu den Krankheitserscheinungen der Hochzivilisation unserer Tage weist der Verfasser in seinem neuen Buch auf die überwältigende Gefahr der Entwurzelung der Menschheit vom Mutterboden hin. Sowohl der Heilpädagoge als auch der Philologe muß dabei die Gründlichkeit der Herausstellung der Erkenntnisse unserer klassischen Pädagogen gebührend anerkennen. Wenn der Laie zunächst ein fachwissenschaftliches Vademekum f|ür den Heilpädagogen vorfindet, so soll gleich eingangs darauf hingewiesen werden, daß der Verfasser aus der Praxis Ein guter Ratz, rechten Zeit! Kaufen Sie Ihre jetzt, wir lagern sie kostenlos. Frachtvolle Schlaf», Speise» zlmmet und Küchen überraschend billig. CDCIJ Schwanthalerstr. 9 LDCIl nächst Sonnenstraße DasHaus der schönen Möbel Welche feine, einzelne, ältere Dame mit ruhig, klein, bürgerl. Haushalt, würde einen älter, vertrauenswürdig, sol. Herrn alsMitbe wohner aufnehmen. Event, m. einf.bescheid.Verpfleg. Ang. u.A.Z.500 Postamt36 lagernd.München LUDWIG ECHETSBERGER Schwabing, Fendstr.3, Tel. 360176 ISpezial- Geschäft für: Edelfische, Krebse, Zierfische, Mastgeflügel, Fischkonserven, Marinaden Alle Radiogeräte von M. 65.- an durch Musikhaus Oberottl Sendlinger Straße 5 5 Telefunken Schallplatten Hohner Harmonikas Annahme v. 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