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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1934-07-01 · 13 (1.7.1934) · p. Seite 270

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
10 (1934)
Issue
13 (1.7.1934)
Date
1934-07-01
Page
Seite 270 (sequence 10)
Language
German
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Den in Not geratenen Kaineraden müsse Hilfe gebracht werden, insbesondere möchte er dafür eintreten, daß die stellungslos gewordenen Kameraden, die einst opferwillig mit der Waffe in der Hand die Heimat verteidigt hätten, raschestens zu Arbeit und Brot gelangen. Die Zeitverhältnisse brächten es mit sich, daß den Kriegsbeschädigten und den Angehörigen gefallener Kameraden verstärkte Fürsorge zuteil werden müsse. Er hoffe, daß der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten der jüdischen Jugend eine Brücke in die Zukunft unserer Heimat bauen könne; die jüdische Jugend, welche der deutscheu Heimat ihre Treue bewahren will, müsse in ihrer Liebe zum Vaterland und in ihrem Pflichtgefühl bestärkt werden. Aber auch die Erwachsenen müßten zu Haltung und Würde ermahnt werden, besonders wenn sie in Gaststätten und Erholungsorten an die Öffentlichkeit treten. Alle Kameraden seien aus vielen Gründen verpflichtet, zur Pflege ihres Körpers und zur Stärkung ihrer seelischen Kräfte zu turnen und Sport zu treiben. Der neugegründete jüdische Turn- und Sportverein bietet dazu die schönste Gelegenheit. Auf diesem Gebiete, aber auch im religiösen, kulturellen und sozialen Bereich sei es möglich, mit allen Glaubensgenossen in Eintracht und Frieden zusammenzuwirken. Dagegen muß es dem Frontbund und all den vielen jüdischen Mitbürgern, die auf dem Boden gleicher Weltanschauung stehen, J . ISf ^E^^Maffeistrasse 6 KLEIDER MANTEL HÜTE Zeitgemässe Preise vorbehalten bleiben, dafür zu sorgen, daß die deutschen Juden eine anständige Existenz im Vollbesitz ihrer bürgerlichen Rechte genießen können. Für die Berechtigung dieses Zieles seien die Frontsoldaten lebendige Kronzeugen. Dem Vorschlag des Vorsitzenden, das Führerprinzip auch in der Ortsgruppe zu beschließen, stimmte die Versammlung zu. Daraufhin bestimmte Kam. Dr. Bretzfelder seine Mitarbeiter in der Leitung der Ortsgruppe. Kameradschaftsabende des Frontbundes Die Kameradschaftsabende im Juli finden am Mittwoch, den 4. Juli, und am Montag, d e n 23. Juli, in der Gaststätte Schwarz, Schlosserstraße 2, statt. Die Kameraden werden ersucht, diese Gelegenheit zu gegenseitiger Fühlungnahme und Aussprache ausgiebig zu benützen. Bitte halten Sie die beiden Abende von anderen Verabredungen frei. Am Mittwoch, den 11. Juli 1934, besucht der stellvertretende Bundesführer Dr. Fraenkel (Berlin) unsere Ortsgruppe. Bei dieser Gelegenheit wird Herr Kamerad Fraenkel im Saale der Gesellschaft Museum, Promenadestraße 12, einen Vortrag halten, zu dem die Mitglieder der Gemeinde freien Zutritt haben. Werben Sie bei Ihren Bekannten und Freunden für diesen Abend. Reichsbund jüdischer Frontsoldaten Ortsgruppe München. Elternabend des Bundes deutsch jüdischer Jugend Am Montag, dem 9. Juli, findet um 19.45 Uhr im kleinen Museumssaal an der Promenadestraße ein Abend des Bundes deutschjüdischer Jugend statt. Dazu sind alle Kreise der jüdischen Gemeinde, die an der Arbeit und den Sorgen der heutigen jüdischen Jugend teilnehmen, willkommen. Mitgliederversammlung der Wohltätigkeitsvereine Am 17. Juni 1934 fanden die zum Teil infolge der Ereignisse 1933 unterbliebenen ordentlichen Mitgliederversammlungen des Israelitischen Vereins für Krankenpflege und Bestattungswesen (Chewra Kadischa), des Vereins zur Versorgung mit Brennmaterialien, der Israelitischen Krankenfürsoge, des Israelitischen Frauenvereins von 1880 und des Israelitischen Ferienkolonienvereins für 1932 und 1933 statt. Die Berichte ergaben bei allen Vereinen geminderte Einnahmen, stets wachsende Ansprüche und notwendige Mehrleistungen. In der Versammlung der Chewra wurde besonders die allgemein bedeutungsvolle Frage behandelt, ob nicht die Sterbefallauslagen rechtzeitig durch Versicherungen, Anschluß an den Verein Familienschutz und ähnliche Einrichtungen gesichert werden könnten; es sei doch nicht gehörig, wenn Familien gerade in solchen Fällen den Verein und die Kultusgemeinde zu belasten sich nicht scheuten. In der Versammlung des Ferienkolonievereiiis wurde erwähnt, daß 1932 zwei, 1933 eine Kolonie beschickt werden konnte und außer der Ferienzeit erholungsbedürftige Frauen und Mädchen teils ohne, teils gegen mäßiges Entgelt auch schon 1934 Unterkommen fanden. In drei Versammlungen wurde des verdienstvollen Wirkens des dahingeschiedenen Privatiers Herrn Louis Seiinger, in zweien des Wirkens des erst kürzlich verstorbenen Herrn Josef Neuburger ehrend gedacht. Im Verein Krankenfürsorge erfolgte die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft an Justizrat Leo Oppenheimer, der, seit 1905 für die Zwecke des Vereins tätig, seit 1914 den Verein leitet. Der Besuch der Versammlungen war nicht groß. Es wurde aber der Wunsch laut, daß dafür die Beiträge und Spenden reichlicher kämen; die Erfüllung der Sonderzwecke jedes einzelnen Vereins ist gerade für die allgemeine Fürsorge außerordentlich wichtig. .Ausstellung jüdischer Photographie Wir weisen wiederholt darauf hin, daß der Kulturbund in der Zeit vom 24. Juni mit 15. Juli im Sitzungssaal der Gemeinde (Herzog-Max-Straße 7/0) eine Ausstellung jüdischer Lichtbildkunst veranstaltet. Die Ausstellung zeigt ausschließlich die Leistungen von Beruisphotographen. Der Berliner Kulturbund hat besonders fesselnde Bilder seiner Bühnen-Aufführungen in Aussicht gestellt. Das hohe künstlerische Können und die Leistungsfähigkeit der ausstellenden jüdischen Künstler und Künstlerinnen bürgen für ein erhöhtes Interesse der Gemeindemitglieder an dieser Veranstaltung. Der Eintritt ist frei.

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